SPD-Kandidat Weil im Interview Der Wirtschafts-Schreck

Mit deutlichen Ansagen an Finanzindustrie und Wirtschaft geht Stephan Weil in die Endphase des niedersächsischen Wahlkampfs: Sparkassengehälter will er offenlegen und mit VW-Chef Winterkorn über gerechte Bezahlung reden.
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Stephan Weil beim Interview im Café Moca in Hannover. Quelle: Franz Bischof für Handelsblatt

Stephan Weil beim Interview im Café Moca in Hannover.

(Foto: Franz Bischof für Handelsblatt)

Handelsblatt Online: Herr Weil, die Steinbrück-Debatte platzt mitten in ihren Wahlkampf. Wie finden Sie das Auftreten ihres Parteikollegen als Kanzlerkandidat?
Stephan Weil: Da, wo ich mit Peer Steinbrück aufgetreten bin, war das immer ein voller Erfolg. Die Diskussion über ihn auf Bundesebene halte ich für sehr übertrieben. Für uns in Niedersachsen hat das keine negativen Auswirkungen. Unsere Umfragewerte sind stabil, es sind keine Bremsspuren erkennbar.

Haben Sie sich nicht auch mal gefragt, wieso das Feuer eigentlich noch brennt, das Steinbrück entfacht hat?

Die Debatte ist eine Welle in den Medien, die aber im Bewusstsein der Niedersachsen keine wesentliche Rolle spielt. Den Leuten ist klar, dass es hier um eine Landtagswahl geht.

Die aber auch einige bundespolitische Aspekte in sich trägt.

Die Niedersachsen-Wahl wird bundespolitische Auswirkungen haben. Aber die Bundespolitik wird nicht über den Ausgang der Niedersachsen-Wahl entscheiden.

Ist es nicht bitter, dass Steinbrück bei den Bürgern inzwischen sogar unbeliebter ist als Außenminister Guido Westerwelle?

Möglichweise ist die Beliebtheit von Herrn Westerwelle ein Reflex auf die Unbeliebtheit von Herrn Rösler.

Für die Bundes-SPD, die ja im Grunde den Sieg in Niedersachsen schon eingepreist hat, dürfte sich, wenn das Erhoffte nicht eintritt, doch einiges ändern nach der Wahl am 21. Januar.

Mir war immer klar, dass es knapp wird. Jetzt kommt es darauf an, dass wir den Vorsprung auf den letzten Metern stabilisieren, ausbauen und ins Ziel bringen.

Wir würden Sie im Fall der Fälle mit den Linken umgehen?

Ich kämpfe eindeutig für eine rot-grüne Koalition und freue mich, wenn die Linke nicht in den Landtag einzieht. Das unterscheidet mich im Übrigen von Herrn McAllister. Lediglich der noch amtierende Ministerpräsident hat ein Interesse daran, dass die Linke in den Landtag einzieht. Meine Botschaft lautet: Jede Stimme für die Linke ist eine Stimme für McAllister.

Als Windstromland ist die Energiewende für Niedersachsen von besonderer Bedeutung. Wie läuft Ihrer Ansicht nach die Umsetzung seitens des Bundes?

Derzeit laufen wir Gefahr, durch das Energiewende-Chaos der Bundesregierung schwere Schäden zu erleiden. Die Offshore-Firmen an der Küste haben in den letzten Jahren tausende von Arbeitsplätzen geschaffen. In den Büchern stehen jetzt aber nur noch Aufträge bis Mitte des Jahres. Investoren neuer Windparks haben ihre Pläne reihenweise zurückgestellt, weil ihnen die Rahmenbedingungen zu unsicher sind. Das kann dazu führen, dass eine Zukunftsindustrie stirbt, bevor sie richtig zu leben begonnen hat.

"Bei Energiewende geht es um Nervenstrang der Wirtschaft"
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29 Kommentare zu "SPD-Kandidat Weil im Interview: Der Wirtschafts-Schreck"

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  • Sie täuschen sich Herr Weil! Herr Steinbrück ist Verdammung diesen Wahlen bis auf Bundestagswahl! Und ihr „verbrannter“ Peer hilft in der Tat nicht Ihnen, sonder dem „Mc“ und der Frau Merkel. Reichtum und Intelligenz sind keine Sünde! Geschäftsideen und angemessener Preis dafür sind auch jede Zeit willkommen! Nun dieser Peer ist kein Geschäftsmann und nützte seinen politischen Ämtern als Vorsprung für seine Quasi-Geschäftsideen! Das ist schon Korruption! Er war auch gerne von seinen Seilschaften von ThyssenKrupp bis auf Deutsche Bank auch gerne wegen seiner politischen Stellung genützt und diente in der Tat als Lobbyist. Desweiteren sahen wir den reichen Peer nicht als Spender der Wohltätigkeiten, aber als Geldauftreiber auf dem Rückweg von Bochumer Stadtwerke. Das entstandene daraus Image entspricht durchaus dem Original und das ist abschreckend und abscheulich für die Wähler…

  • @ Scherzkeks

    Wenn die ALTERNATIVEN,

    - PIRATEN in der OPPOSITION

    - FREIE WÄHLER in Regierungsbeteiligung

    über 5 % kommen, ist schon sehr viel "FRISCHER WIND" eingezogen und sorgt zumindest für Aufklärung in den vermieften Strukturen !

    DESHALB ALTERNATIV WÄHLEN !!!

  • Das ist eine gefährliche und falsche Sichtweise, solange die Alternative zersplittert ist ändert sich gar nichts.
    Linke und Piraten können es nicht.
    Fazit:
    Es führt ein einziger Weg zu Veränderung (= Revolution);
    frei nach Karl Marx:

    ALTERNATIVE ALLER COULEUR VEREINIGT EUCH!!

  • Es wird sich nichts ändern an der Schuldenpolitik in den Ländern.Die SPD hat mich bisher nicht vom Gegenteil überzeugt.Sie ist aber in Guter Gesellschaft zur CDU und FDP die diesen Kurs kompromisslos unterstützen.Die Grünen haben natürlich ihren Anteil ebenfalls am Desolaten Zustand der Finanzkassen.In NRW kann ich eine Umkehr der Schuldenpolitik ebenfalls nicht erkennen.

  • Das Wahl-Gesülze der Nomenklatura ist die reinste LÜGEN-ORGIE !
    Die verfilzte, stagnierende, korrupte, verlogene, abzockende, in eigene Taschen arbeitende Polit-Mafia muss WEG !

    Wahl 13 : Zur Wahl gehen, Initiative zeigen ! Stimme nicht abgeben, sondern einsetzen und protestieren ! Nicht in die Urne (weg) werfen für korrupte, pseudodemokratische Blockparteien CDU,SPD,FDP,GRÜNE,LINKE ! Alles andere ist besser und wählbar ! Wer nicht wählt oder ungültig wählt, der wählt die Nomenklatura ! Zur Auswahl werden stehen : Die Partei, die Anti - € - Partei, PDV, die Anti - EU-Partei, Freie Bürger Union, die Republikaner, die Piraten, die Freiheit, Freie Union, die Freien Wähler, usw. Diesen Parteien muss man über 5 % helfen um die Nomenklatura abzulösen !

    ALTERNATIV WÄHLEN !

  • Und wozu steht SCHWARZ / GELB :
    - Festhalten an der Agenda 2010, also an allem, was die ROT/GRÜNEN
    gegen ihr eigenes Volk vollzogen haben
    - weitere Verarmung der Bevölkerung durch Abzocke unter dem Namen
    "Energiewende" bzw. verkorkste Staats-Energiewirtschaft
    - maßlose Verschwendung der einbezogenen Steuergelder bei den
    Eurokraten-Gehälter und - Renten in der EU
    - maßlose Verschuldung des Deutschen Staates durch sinnlose Rettungs-
    Aktionen des €, die Verschuldung unter Merkel betrug zusätzlich
    700 Mrd. € seit ihrer Regentschaft
    - Planung von weiteren Steuererhöhungen für die Finanzierung des
    € - Fiasko und Transfers an die "Club-Med" - Länder
    - Systemunterwanderung der Medien ( Fernsehen, Zeitungen ) im eigenen
    Propagandasinne und Desinformation der Bevölkerung
    - Ungesteuerte Zuwanderung von Asylanten, Zigeunern, Flüchtlingen
    Einer Kanzlerin, die die Europäer aufeinander hetzt und einen flächendeckenden Hass gegen die Deutsche Bevölkerung bei den Nachbarländern erzeugt.

    listening to wind of change !!! ALTERNATIV WÄHLEN !

  • Die vermiefte ROT / GRUENE Mafia ist auf dem sterbenden Ast...Die Menschen haben weder in Deutschland noch in Niedersachsen vergessen, wer zuständig ist für :

    - Rente mit 67
    - Mehrwertsteuererhöhung um 3 %

    - prekäre Arbeitsverhältnisse

    - Ausbeutung durch Leihfirmen, Diskriminierung der älteren Arbeitnehmer

    - Perspektivlosigkeit für die jüngere Generation

    - Armut der Rentner

    - Inflation und Verteuerung des täglichen Lebensbedarfs
    - Flächendeckender Lug und Betrug mittels eingebundenen System-Medien

    - gesetzlicher Bruch der Maastricht-Kriterien

    - sinnlose Verschwendung der Steuermittel für sinnlose €-Rettung

    - sinnlosen Krieg in Afghanistan mit Steuermitteln von 500 Mio. € p.a.
    seit 10 Jahren und sterbenden Jungen Bundesbürgern für "Demokratie im
    Hindukusch"


    und jetzt auch noch einen korrupten Vortragsleser, der Banken mit Steuergeldern saniert hat und mittels Vorträge Provisionen bei Kanzleien und Banken für seine Lobbyarbeit als Finanzminister A.D. einsammelt....

    ZEIT FÜR WECHSEL ! ALTERNATIV WÄHLEN !

  • Jemand, der Sparkassengehälter offenlegen will und mit einem Vorstandsvorsitzenden über gerechte Bezahlung reden will, ist gleich ein "Wirtschafts-Schreck" (also auch noch mit Bindestrich trotz Fugen-s zur Hervorhebung des Schrecks ;-))???. Ich glaube, so schreckhaft ist unsere Wirtschaft dann doch nicht. Das klingt mir eher nach platter Wahlkampfhilfe für die CDU.

  • Nein, ich möchte KEIN TRoll sein !
    Aber sorry, was der Herr Weil da von sich gibt, aua, aua,
    das tut schon weh. Aus dem Mann spricht Neid & Missgunst,
    das kann doch KEIN politisches Programm sein ?!

  • es ist gut, wenn es in Niedersachsen mit Weil eine Alternative zu schwarz-gelb in Berlin gibt..

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