SPD-Pläne „verheerend“ CDU-Wirtschaftsrat fordert Rente mit 69

Der Streit um das von Bundesarbeitsministerin Nahles vorgelegte milliardenschwere Rentenpaket gewinnt deutlich an Schärfe. Der CDU-Wirtschaftsrat macht Front gegen eine SPD-Kernforderung bei der Reform.
Update: 17.01.2014 - 20:11 Uhr 37 Kommentare
Rentner auf einer Parkbank: Geht es nach dem CDU-Wirtschaftsflügel, dann beginnt der Ruhestand frühestens mit 69 Jahren. Quelle: dpa

Rentner auf einer Parkbank: Geht es nach dem CDU-Wirtschaftsflügel, dann beginnt der Ruhestand frühestens mit 69 Jahren.

(Foto: dpa)

BerlinDer Wirtschaftsrat der CDU lehnt die von der SPD vorangetriebene Rente mit 63 als „wirtschaftlich verheerend“ ab und fordert stattdessen eine Anhebung des Renteneintrittsalters. „Wer für die Rente mit 63 stimmt, der legt die Axt an den Standort Deutschland“, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, Handelsblatt Online. „Viel eher als die Rente mit 63 brauchen wir die Rente mit 69.“

Steiger warnte in diesem Zusammenhang vor den Folgen der SPD-Rentenpolitik. „Setzt sich die SPD durch, könnten Jahr für Jahr 175.000 Beschäftigte vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen“, sagte er. „Der ohnehin mit der Bevölkerungsalterung auf uns zurollende Fachkräftemangel würde massiv verstärkt.“

Die Rente mit 63 wäre aus Steigers Sicht aber „nicht nur wirtschaftlich verheerend, sondern auch noch höchst ungerecht“. Denn für eine lange Lebensarbeitszeit gewähre die gesetzliche Rentenversicherung bereits heute die angemessene Gegenleistung – eine überdurchschnittlich hohe Rente. „Alles Weitere, auch die Rente mit 63, wäre eine ungerechtfertigte Bevorzugung derer, denen es im Alter sowieso schon besser geht“, sagte der CDU-Politiker. Dafür zahlen müssten auch die ohnehin schon ärmeren Rentner mit unterbrochener Erwerbsbiographie.

Der Koordinator der Linken im SPD-Bundesvorstand und designierte Parteivize, Ralf Stegner, hat Forderungen aus der CDU nach Änderungen am Rentenpaket von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), scharf zurückgewiesen. „Es gibt zum Thema gute Arbeit und gerechte Rente glasklare Vereinbarungen im Koalitionsvertrag. Diese sind in keiner Weise nachverhandelbar und das muss auch jeder wissen“, sagte Stegner Handelsblatt Online.

Der ständige Versuch, die Generationen gegeneinander auszuspielen sei „politisch inakzeptabel“, sagte der Chef der SPD in Schleswig-Holstein weiter. Rente sei keine Sozialleistung, die nach Kassenlage gewährt werde, sondern der Ertrag von Lebensleistung. „Offenbar hat der CDU-Wirtschaftsflügel den Koalitionsvertrag erst jetzt gelesen oder verstanden, da kann man nichts machen“, sagte Stegner.

Der am Donnerstag bekanntgewordene Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Andrea Nahles (SPD) sieht verbesserte Mütterrenten, die abschlagfreie Rente ab 63 für langjährig Versicherte, aufgestockte Renten für Erwerbsgeminderte und mehr Geld für Reha-Leistungen vor.

Nach Berechnungen des Bundesarbeitsministeriums soll die Reform bis zum Jahr 2020 etwa 60 Milliarden Euro kosten. Bis zum Jahr 2030 schlagen höhere Mütterrente, abschlagsfreie Rente ab 63 für langjährige Beitragszahler und höhere Erwerbsminderungsrenten sogar mit etwa 160 Milliarden Euro zu Buche. Dafür werden zunächst die Reserven der Rentenkasse aufgezehrt und Senkungen des Beitragssatzes gestrichen. Ab 2019 soll der Beitragssatz auf 19,7 Prozent steigen. Erst ab dann soll der Steuerzuschuss vom Bund stufenweise auf bis zu zwei Milliarden Euro steigen.

Neue Leistungen sollen ab Juli gelten
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37 Kommentare zu "SPD-Pläne „verheerend“: CDU-Wirtschaftsrat fordert Rente mit 69"

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  • denkt mal nach
    hier finanziert die SPD den unternehmen wieder mal billige Personalabbaumassnahmen
    da die Zahl der über 58jährigen darbenden wieder zunimmt muss man doch was dagegen tun!!
    also mit 61 Arbeistalos werden mit einer billigen zuzahlung auf`s netto vom unternehmen und dann in die rente
    die ALU zeit ist auch dokumentiert
    und die knete stimmt


    die steigenden

  • Folgende Kommentare muss ich loswerden:

    1. Sowohl die Rente mit 67 als auch mit 69 geht völlig an der Situation auf dem Arbeitsmarkt, auch in Zukunft, vorbei! Dann sollen die "Fachleute" die diesen Schmarrn verzapfen auch sagen wo sich geeignete Arbeitsstellen finden.

    2. Bei der ganzen Diskussion um die Rente mit 63 wird davon ausgegangen, dass ALLE Betroffenen, also 100% diese Chance nurzen. Das ist mit Sicherheit falsch, denn viele 63er möchten / können weiterarbeiten. Vielleicht etwas kürzer treten, aber sicherlich weiter in Berufen, in den sie Steuern und Sozialabgaben leisten! Das heisst, es muss die Frage gestellt werden, wieviel Prozent der potentiellen Rentner werden tatsächlich weiterarbeiten? Ich schätze mehr als 50%. Dann gibt es meiner Meinung nach keinen Grund für dieses Geschrei.
    3. Mal ganz Provokant, welche Regierung hat sich je um die Folgen für die KOMMENDEN Generation Sorgen gemacht??? Siehe Atomkraft, siehe "Umweltpolitik" usw, usw. Es fliessen mal wieder Krokodilstränen.

    In diesem Sinne B. Hoyer

  • Es ist mir völlig unverständlich, wieso bei der Rente mit 63 Zeiten der Arbeitslosigkeit zählen sollen. Gerechter würde ich es finden, Menschen, die wirklich 45 Jahre gearbeitet haben, zu belohnen. Denn wer 45 Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet hat, der ist einfach kaputt, auch - oder gerade wenn es sich nicht um körperliche Arbeit handelt!

  • Dieser Vorschlag ist kontraproduktive gegen alle was in den letzen Jahren mühsam aufgebaut wurde und auch im Rentensystem für die nachkommende Generation angespart wurde.
    Wasser predigen, Wein saufen! Das trifft die Politik von Frau Nahles und ich kann dies nur komplett ablehnen.

  • Bei den meisten Politikern (natürlich beiderlei Geschlechts) kann man ganz klar sagen: Amtseid = Meineid. Die Eidesformel müßte lauten: "...zum Schaden des deutschen Volkes und zu meinem (finanziellen) Wohle."

  • Einfach googlen: `Andrea Nahles Lebenslauf`....
    .... ein wirtschaftsfremdes Studium, nie müde von körperlicher Arbeit, nie ausgepowert von wirtschaftlichem Druck in einer realen Firma, wo die Wertschöpfung ist, wo Steuern gezahlt werden, Reales erwirtschaftet wird:
    wie kann es sein, dass eine finanzpolitische Analphabetin ein derartig wichtigen Etat verantwortet, und gleich mit der Giesskanne losziehen darf?
    Wo sind wir denn? Haben wir das gewählt?!!
    Frau Nahles ist inkompetent, lässt sich nicht ändern.
    Aber über Leichen geht sie auch...
    ... da war doch was...
    Das Tragische ist jedoch:
    die Merkel hat die SPD- Stimmen einkalkuliert, und lässt die einfach machen. Es ist ihre letzte Wahlperiode als Kanzlerin, mit etwas Glück fällt das Kartenhaus erst danach zusammen. Die Energiewende ist vermasselt. Auf Kosten der Unternehmen, der Stromkunden, der Umwelt.
    Merkel, sie ist intelligent. Gemacht wird nur, was dem Machterhalt der nächsten 4 Jahre sichert.
    Pervers: ein Sozialdemokrat, Schröder setzt konsequent die Agenda 2010 um, eine Christdemokratin rudert zurück,trotz weiter steigender Lebenserwartung.
    Wieso zählen Fakten nicht?
    Die Antwort ist: wir haben Berufspolitiker. Karriereorient. Skrupellos, auf den eigenen Erfolg orientiert, und der Eid ...
    ... zum Wohl des Deutschen Volkes zu dienen, manchmal gibt es noch eins drauf: ... sowahr mir Gott helfe ....
    Die Illusion, dass diese Leute schauen, dass es dem Volk gut geht, da Zukunft ist, in Zukunft investiert wird, langfristig gedacht wird, und vielleicht auch DE die Kraft hat vielleicht ...
    ... in Entwicklungsländern etwas zu bewegen, weltweit irgendetwas zu bewegen...
    Unbemerkt...
    ... da tut sich was. Die nun versprochene Vollkasko jetzt bezahlen, später nichts heraus bekommen, ich sehe erste Konsequenzen. Eine Nichte geht in die Schweiz, ein Neffe vermutlich gen Skandinavien...
    Es wird schlicht an Qualität fehlen, um die Wahlversprechen von heute morgen zu bezahlen.
    Merkels Seniorenresidenz sollte bekannt sein!Demos!

  • dafür gehen dann die Griechen und Franzosen mit 56 in Rente - die Deutschen arbeiten ja dann bis zum Umfallen.Mal ganz erhlich. Bei manchen unseren Politikern habe ich den Eindruck, daß die nicht alle Tassen im Schrank haben.
    Im übrigen bin ich der Meinung, daß wir unsere Überweisungen nach Brüssel (immerhin 10% unseres Steueraufkommens) drastisch kürzen, dann ist Geld für alles da.

  • Neuer Vorschlag: Halbierung der Beamten- und Politikerbesoldungen, vielleicht dämmerts dann langsam in Berlin....aber ich hab' wenig Hoffnung.

  • Tatsache ist dass der Jahrgang 1949 Berufseintritt mit 14 Jahren nach 49 Beitragsjahren! mit Eintritt in die Rente mit 63 Jahren 7,2 % Rentenabschläge bekommen hat! - Gerecht?
    Drehen wir doch einmal den Spieß um. Wer eine abschlagsfreie Rente möchte muss 45 Beitragsjahre vorweisen.
    Wer also mit 30 in den Beruf eintritt muss halt dann bis 75 arbeiten !!!
    Das gilt dann aber bitte auch für die Beamten !!!

  • Tja wie wäre es wenn ihr mal die familien Unterstützt und entlastet anstatt immer nur für die Rechte von Homosexuellen einzutreten die bei weitem, mittlerweile, über die Breite masse bestimmen oder nur Miggrations zu fördern die uns mehr kostet als Nutzt?!.. Das würde die Alterung aufhalten und zumindest Zukünftig Qualifizirte Arbeitnehmer rann schaffen .. anstatt das Deutsche Volk weiter zu verraten und ABZUSCHAFFEN. THX

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