SPD-Vorsitz Steinbrück will einen „wie Bernie Sanders“ an der SPD-Spitze – statt Nahles

Die Personaldebatte in der CDU inspiriert auch die SPD. Ex-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wünscht sich einen wie Bernie Sanders. Aus Bayern werden Rufe nach Kevin Kühnert laut.
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Steinbrück führt die SPD als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf 2013.
Peer Steinbrück

Steinbrück führt die SPD als Kanzlerkandidat in den Bundestagswahlkampf 2013.

DüsseldorfNicht nur die CDU, sondern auch die SPD diskutiert über eine mögliche Neuausrichtung ihrer Parteiführung. Der frühere Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wünscht sich an der Parteispitze einen Politiker wie den linken US-Senator Bernie Sanders. Er rät seiner Partei in der „Süddeutschen Zeitung, „auf die Kernfrage der gesellschaftlichen Konflikte“ zurückzukommen. Man müsse mutig sein, provozieren und zuspitzen.

Dazu sei ein Wechsel an der SPD-Spitze nötig. „Das läuft darauf hinaus, dass die SPD eher eine Person wie Bernie Sanders braucht, nur 30 Jahre jünger“, sagte Steinbrück. Auf Wahlveranstaltungen in den USA begeistert der 77-Jährige immer wieder seine Anhänger.

Auch der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel beteiligt sich nach der Niederlage bei der hessischen Landtagswahl an der Debatte. Er warnt die SPD davor, überstürzt aus der Großen Koalition auszusteigen. Dies würde die SPD nicht stärker machen, sondern „den letzten Respekt bei ihren Wählern kosten“, schreibt er in einem Gastbeitrag in der „Zeit“.

Gabriel stichelt darin auch gegen die derzeitige SPD-Führung um Chefin Andrea Nahles. Anders als 2005 mit Gerhard Schröder fehle der Partei eine durchschlagende Idee von Deutschlands Gegenwart und Zukunft. „Ebenso fehlt ihr eine Person, die einen ähnlich fulminanten Wahlkampf wie damals führen könnte.“

Er kritisiert: „Die SPD ist heute mehr eine Holding für eine schier unübersehbare Zahl von Gruppen und Grüppchen, von denen jedes sein Spezialinteresse absolut zu setzen versucht.“

Der neue SPD-Fraktionschef im Bayerischen Landtag, Horst Arnold, meldet sich ebenfalls zu Wort – mit einem ganz konkreten Personalvorschlag. Er fordert, Juso-Chef Kevin Kühnert solle den Posten von Andrea Nahles übernehmen. „Kühnert kann Konflikte austragen, ohne zu verletzen – und hat ausgewogene Kritik an der GroKo geäußert. Er hat gezeigt, dass er das Format hat. Ein solcher Schritt wäre ein echtes Zeichen“, sagte Arnold dem „Münchner Merkur“. Die Bundestagsfraktion könne Nahles aber weiterhin führen, findet er.

Noch etwas weiter geht eine Gruppe um den SPD-Bundestagsabgeordneten Marco Bülow, den ehemaligen Staatssekretär Rudolf Dreßler und die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange, die im Frühjahr gegen Nahles für den Parteivorsitz kandidiert hatte. Sie fordern in einem gemeinsamen Aufruf den Rücktritt der gesamten SPD-Spitze und eine Urwahl der neuen Führung. Auf einem vorgezogenen Sonderparteitag solle außerdem über den Ausstieg aus der Großen Koalition diskutiert werden.

SPD-Chefin Nahles hatte nach der hessischen Landtagswahl einen vorläufigen Rückzug ausgeschlossen.

Mit Agenturmaterial

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2 Kommentare zu "SPD-Vorsitz: Steinbrück will einen „wie Bernie Sanders“ an der SPD-Spitze – statt Nahles "

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  • Wie Bernie Sanders war Steinbrueck auch nicht. Gemeinsam haben die beiden nur, dass
    sie beiden die Wahlen verloren haben.

  • Kevin Kühnert gegen Friedrich Merz, das wäre ein spannender, zukünftiger Wahlkampf. Echter Sozi gegen einen echten Konservativen.

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