Spitzenduo Özdemir und Göring-Eckardt Grüne Basis wählt bürgerlichen Kurs

Die Basis hat gewählt: Die Grünen ziehen mit Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir an der Spitze in den Bundestagswahlkampf. Die Entscheidung ist auch ein Wink in Richtung Schwarz-Grün.
Update: 18.01.2017 - 10:38 Uhr 18 Kommentare

Die Grünen entscheiden sich für Özdemir und Göring-Eckardt

BerlinDie grünen Parteimitglieder haben sich in der Urwahl ihres Spitzenduos für einen bürgerlichen Kurs der Mitte entschieden: Cem Özdemir führt die Grünen an der Seite von Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt als zweiter Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf.

In dem Mitgliederentscheid hat sich der Parteichef mit 35,9 Prozent der Stimmen hauchdünn gegen den schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck (35,7 Prozent) und Fraktionschef Anton Hofreiter (26,2 Prozent) durchgesetzt. Göring-Eckardt, die 70,6 Prozent der Stimmen erhielt, hatte den Platz in der Doppelspitze bereits sicher, da nach den Grünen-Statuten mindestens eine Frau unter den Kandidaten sein muss.

„Das ist das richtige Duo für diese Zeit“, sagte der Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, bei der Präsentation des Wahlergebnisses. Beide seien durch Umbrüche geprägt, Göring-Eckardt als Ostdeutsche, Özdemir als Kind türkischer Einwanderer. Die beiden Spitzenkandidaten sollten erst am frühen Nachmittag in Berlin vor die Kamera treten. Habeck wolle das knappe Ergebnis nicht anfechten, sagte Kellner.

Obwohl alle Grünen betonen, dass sie selbstständig in die Wahl gehen wollen, dürfte die Entscheidung als Wink in Richtung schwarz-grüner Koalition gewertet werden. Denn mit Özdemir, der letztlich nur 75 Stimmen vor Habeck liegt, und Göring-Eckardt stehen nun zwei Vertreter des Realo-Lagers an der Spitze. Hofreiter war als Favorit des linken Flügels ins Rennen gegangen.

59 Prozent von rund 61.000 Mitgliedern haben bei der Urwahl mitgemacht. „Knapp 60 Prozent ist ein sehr hoher Prozentsatz für innerparteiliche Beteiligung“, sagte Parteienforscher Oskar Niedermayer von der Freien Universität Berlin. Damit habe das Verfahren nach innen eine mobilisierende Wirkung. Nach außen sei sie durch andere Themen überlagert worden, etwa die Sicherheitsdebatte.

Dass zwei Realos die Grünen anführen, ist zumindest ungewöhnlich. „Der linke Flügel kann dann natürlich nicht das Ergebnis der Urwahl in Frage stellen, aber er muss dann inhaltlich Pflöcke einschlagen, um sichtbar zu bleiben“, sagte Niedermayer Dies könne im Wahlkampf zum Problem werden, denn wenigstens in der Endphase sollten Parteien geschlossen wirken. „Die Bevölkerung mag es nicht, wenn sie nicht weiß, wen sie eigentlich wählt.“

Im vergangenen Wahlkampf hatten Göring-Eckardt und der Parteilinke Jürgen Trittin die Grünen angeführt. Damals hatte die Partei sich für eine rot-grüne Koalition ausgesprochen und im September 2013 mit einem linken Kurs enttäuschende 8,4 Prozent geholt. Die Grünen zogen sich damals ein Image als Partei der Steuererhöhungen und Bevormundung zu. Viele schrieben das vor allem dem Kurs Trittins zu.

  • dpa
  • rtr
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18 Kommentare zu "Spitzenduo Özdemir und Göring-Eckardt: Grüne Basis wählt bürgerlichen Kurs"

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  • Wenn Seehofer und die CSU in eine Koalition mit den Grünen eingehen, dann ist die CSU 2018 in Bayern erledigt. Das Göring -E ohne Gegenkandidatin aufgestellt wurde, zeigt das die Grünen eine mächtige Kopforganisation haben , die mit G.E. Künast,Volker Beck,Özdemir , Trittin , Claudia Roth und Co die Grünen dressieren.

    Aber nun stehen beide fest und Özdemir und Göring -E werden die Grünen bis
    zur 7 % Grenze treiben. Göring-E mit ihren fundierten Wirtschaftswissen das sie bei Hart aber Fair bewiesen hat und Özdemir , der vom Erdogunterstützer zum angeblichen Gegner wurde. Aber er ist auch ein Türke und bleibt ein Türke, dass ist
    für jeden Türken Gesetz.

  • Artikel: "Die Entscheidung ist auch ein Wink in Richtung Schwarz-Grün. "

    So ist es.

    Liebe Wähler der CDU/CSU: Wenn Sie wieder schwarz wählen, wählen Sie auch Grün. Wollen Sie das wirklich??

  • Die Grünen benutzen das Thema "Umwelt und Naturschutz" lediglich als Tarnung für Ihre wahren politischen Ziele!

    Die Grünen sind nichts anderes als Kommunisten im Tarnanzug des Natuirschutzes. Man braucht hierzu nur das Wahlprogramm und die Inhalte der Veranstaltungen näher betrachten.

    Unwählbar!

    Traurig, dass gerade in Baden-Württemberg nahezu jeder 3. Wähler in der letzen Landtagswahl auf die Wahltaktik der Persönlichkeitswahl hereinfiel und die sachlichen Argumente untergingen. Das diese Taktig aufgeht, könnte sich auch in der Bundestagswahl zeigen. Vermutlich wählen sehr viele türkischstämmige Menschen Özdemir.

    Quo vadis, germania?

  • @Lüning

    "Wer Katrin Göring Eckhardt am Montag bei Plasberg gesehen hat, wird sich schnell eine Meinung über die Grünen bilden können. Wie man eine solch argumentativ schwache Persson an die Parteispitze wählen kann sagt alles über diese Partei aus."

    Sie müssen immer bedenken, dass Sie hier vom "Spitzenpersonal" dieser Partei reden. Was erwarten Sie da von der "Basis"? Wer hätte etwas "Besseres" erwartet?

  • Angeblich eine "Partei der Intellektuellen in Deutschland", die sich für etwas Besseres halten. Abgebrochene Studientheologin mit dem 'Hang zu Predigten mit Endlosschleife' ohne eigentliche Aussagen.

    Peters, Künast, Cem, Hofer Beck & Co. komplettieren das Grünen-Angebot. Veggyday, Cannabis, Crystal, Lesbisch und ein bißchen schwul, ein bißchen Alternativ, paar Sonnenblumen und fertig ist die Partei.

    Dabei gibt es rund 10% von Intellektuellen, die die auch wählen.

    Kaum fassbar, scheint aber Deutschlands Realität zu sein.

    Arme, nicht Intellektuelle, arme Id**ten!

  • Die Deutschlandabschaffer von den „Grünen“ haben also ihr „Spitzen"-Personal definiert.
    Zu der unsäglichen KGE bracht es nicht viele Worte. Jemand mit solchen "wir bekommen Menschen geschenkt" Einstellungen (siehe erst wieder am Montag bei „hart aber fair“) kann für die „bürgerliche Mitte“, wie ich sie definiere, kaum wählbar sein.
    Özdemir hat zumindest im Bezug zur Türkei eine klare, gute Haltung gezeigt. Ansonsten aber eben auch ein „Grüner“.
    Eine Partei, deren Meinungsführer meist keine abgeschlossene Ausbildung haben, aber ansonsten lautstarke „Spezialisten“ für i.d.R., Minderheiten-"Themen" sind, wie u.a. Cohn-Bendit, Künast, Hofreiter, Roth, Beck, Trittin, um nur einige zu nennen, muss ich nicht im Bundestag oder gar in der Regierung haben.

    "Grüne"-Regierungsbeteiligenungen auf Länderebene gibt es seit längerem - da ist für Otto-Normalmichel nichts Gutes zu erkennen.
    Schaut akuell nach Berlin (rot-rot-grün) - hier zerbricht man sich den Kopf über gendergerechte Unisex-Toiletten.....

  • Wer Katrin Göring Eckhardt am Montag bei Plasberg gesehen hat, wird sich schnell eine Meinung über die Grünen bilden können. Wie man eine solch argumentativ schwache Persson an die Parteispitze wählen kann sagt alles über diese Partei aus.

  • Link:

    http://www.ndr.de/nachrichten/Tiere-als-Opfer-der-Windenergie-,windkraft319.html

  • @Wolfgang Wüst

    ...Umweltthemen....

    Was ist das für eine Art Umweltschutz, wenn man Deutschland mit aktuell knapp 26.000 Anlagen zupflastert, in welchen fleissig Vögel und Fledermäuse gehäckselt werden? Davon, dass mit der Windkraft faktisch der Landschaftsschutz in Deutschland abgeschafft wurde, will ich gar nicht anfangen. Soviel zum Umweltschutz, maximaler Schaden für das Land dürfte eher Ziel sein.

    Die Grundfarbe der Grünen ist ROT.

    https://www.wind-energie.de/infocenter/statistiken/deutschland/windenergieanlagen-deutschland

  • @Wüst

    Naja... je nachdem wie man es nimmt mit dem Thema "Obergrenze". Sollte die Regierung wieder dazu kommen, dass sowohl Aufenthaltsrecht, Asylrecht und die Flüchtlingskonvention eingehalten werden...

    ist das Ergebnis eigentlich, dass wir gar keine Flüchtlinge aufnehmen. Dann geht es nur noch wie Asylanträge "rechtsstaatlich" abgearbeitet werden... und da muss man sich nicht an den Vorstellungen der Asylindustrie orientieren.

    Eine Obergrenze heißt aber auch, dass man bis zu einer bestimmten Anzahl freiwillig Flüchtlinge aufnimmt...

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