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Spitzenpolitiker Umfrage: Markus Söder schlägt Armin Laschet in der Corona-Kompetenz um Längen

Die Bürger halten den CSU-Chef für den kompetentesten Politiker in der Coronakrise. Deutlich schlechter schneidet der CDU-Vorsitzende Armin Laschet ab.
03.03.2021 - 04:15 Uhr 1 Kommentar
Die beiden Politiker galten lange Zeit als die großen Gegenspieler in der Corona-Pandemie. Quelle: dpa
Armin Laschet (l.) und Markus Söder

Die beiden Politiker galten lange Zeit als die großen Gegenspieler in der Corona-Pandemie.

(Foto: dpa)

Berlin Die Coronakrise bietet Spitzenpolitikern die Chance zur Profilierung. Aber auch die Gefahr, böse abzustürzen. Diese Erfahrung machen gerade ganz speziell CSU-Chef Markus Söder und CDU-Chef Armin Laschet, die beiden Rivalen in der Union im Rennen um die Kanzlerkandidatur.

So sprechen die Bürger laut einer repräsentativen Civey-Umfrage für das Handelsblatt Söder in der Coronakrise die mit Abstand höchsten Kompetenzwerte aller Spitzenpolitiker zu. 50,8 Prozent der Befragten nehmen den bayerischen Ministerpräsidenten als kompetent wahr.

Bei Laschet hingegen sagen dies gerade mal nur 17,1 Prozent. Damit liegt Laschet nicht nur hinter den Parteichefs von Grünen und SPD, sondern sogar noch knapp hinter AfD-Parteichef Jörg Meuthen, der auf 17,7 Prozent kommt.

Hinter Söder auf Platz zwei rangiert Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, den 32,8 Prozent aller Befragen in der Coronakrise für kompetent halten. Dahinter rangiert auf Platz drei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit 30,1 und FDP-Chef Christian Lindner mit 27,1 Prozent.

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    Bei den Grünen schneidet Annalena Baerbock etwas besser ab als ihr Co-Parteichef Robert Habeck. Während rund 20 Prozent der Befragten Baerbock für kompetent halten, sind es bei Habeck 18 Prozent. Am Ende des Rankings liegt mit 14 Prozent Katja Kipping, die gerade ihr Amt als Parteichefin der Linken aufgegeben hat.

    Söder als Hardliner und „No Covid"-Anhänger

    Interessant an den Ergebnissen ist vor allem, wie weit Söder bei den Kompetenzwerten vor allen anderen liegt. Vor Vizekanzler Olaf Scholz, aber insbesondere vor Laschet. Die beiden galten lange als die großen Gegenspieler in der Corona-Pandemie. Während Söder den Hardliner gab, war Laschet stets derjenige, der sich für Lockerungen aussprach, weil man die Folgeschäden zu starker Kontaktverbote auch im Blick haben müsse.

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    Söder hingegen outete sich kürzlich sogar als Anhänger der „No-Covid“-Strategie, nach der die Inzidenzwerte noch viel weiter als derzeit runtergefahren werden müssen, bevor es großartige Lockerungen geben kann. Allerdings hat sich Söder selbst in Bayern nicht an diesen Plan gehalten.

    So machten im Freistaat am Montag nicht nur Friseure wieder auf, auch „körpernahe Dienstleistungen“ sind wieder erlaubt. Ebenso dürfen Baumärkte, Blumenläden und Gartencenter öffnen. Und auch Schulen und Kitas laufen in Teilen im Normalmodus.

    NRW-Ministerpräsident Laschet ist genau dieses Hin und Her während der Pandemie zum Verhängnis geworden. Seine Mahnungen, in der Krise nicht zu strikt vorzugehen und stets Lockerungsschritte im Blick zu halten, wirkten angesichts des immer schärferen und immer länger andauernden Lockdowns auf viele Menschen irgendwann unglaubwürdig.

    Söder macht es zwar in Bayern trotz markiger Auftritte dann am Ende nicht viel anders. Auch liegt Bayern bei den Infektionszahlen je 100.000 Einwohner vor NRW, im Freistaat gibt es also mehr Erkrankte. Aber er punktet offenbar durch seine öffentlichen Auftritte.

    Kaum einer vermag es nach den Corona-Gipfeln von Bund und Ländern, die Lage so prägnant auf den Punkt zu bringen wie der bayerische Ministerpräsident, das räumen selbst seine Gegner ein. Laschet dagegen wirkt oft weniger souverän.

    Der Trend ist jedenfalls nicht gerade auf Laschets Seite. So halten laut jüngstem „Politbarometer“ 55 Prozent der Bürger Söder für kanzlertauglich, aber nur 31 Prozent Laschet. Und neben den schwachen persönlichen Umfragewerten schmilzt auch der Corona-Bonus, den sich die Union in der Pandemie aufgebaut hatte, zusehends.

    Altmaier und Spahn im Kreuzfeuer

    Laut einer neuen INSA-Umfrage verloren CDU/CSU einen weiteren Prozentpunkt und rutschen mit 32,5 Prozent erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder unter das Wahlergebnis von 2017. Gleichzeitig ist die FDP erstmals sei 2019 wieder zweistellig.

    Innerhalb der Union erklärt man sich dies mit der wachsenden Kritik am Corona-Krisenmanagement. So wird der Frust über den immer weiter verlängerten Lockdown, über geschlossene Kitas und Schulen und geschlossene Geschäfte und Restaurants in der Bevölkerung immer größer.

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    Vor allem zwei CDU-Minister stehen im Kreuzfeuer der Kritik, Gesundheitsminister Spahn und Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Spahn werden Versäumnisse bei der Impfkampagne und eine unzureichende Vorbereitung von Corona-Massentests vorgeworfen. Und Altmaier trägt aus Sicht vieler die Hauptverantwortung für die nur schleppende Auszahlung der Wirtschaftshilfen an Unternehmen, die Corona-bedingt schließen mussten.

    Beides treibt Unions-Wähler zur FDP, die beim Corona-Krisenmanagement im Gegensatz zu den Grünen klar Opposition zur Bundesregierung ergriff und sich als Verteidiger von Freiheitsrechten positioniert hat. Auch deshalb werden offenbar FDP-Chef Lindner recht hohe Kompetenzwerte in der Coronakrise für einen Oppositionspolitiker zugesprochen.

    Für Laschet werden deshalb die anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg am 14. März zu einer echten Härteprüfung. Zuletzt hatten bei Landtagswahlen die jeweiligen Ministerpräsidenten stets einen Amtsbonus. Das spricht für eine Wiederwahl von Malu Dreyer (SPD) in Rheinland-Pfalz und Winfried Kretschmann (Grüne) in Baden-Württemberg, beide sind in ihren Ländern beliebt.

    Manche in der Union fürchten inzwischen sogar, der sich verschlechternde Bundestrend könnte dazu führen, dass die CDU in beiden Bundesländern deutlich schlechter abschneidet, als Umfragen derzeit voraussagen.

    Für viele gilt Laschet zwar nach wie vor als Favorit auf die Kanzlerkandidatur. Doch bei einer klaren Niederlage in beiden Bundesländern dürften die Stimmen in der Union lauter werden, die Söder zum Kanzlerkandidaten küren wollen. Um Ostern herum soll die Entscheidung fallen.

    Mehr: Laschet: Klärung der Kanzlerkandidatur „zwischen Ostern und Pfingsten“

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    1 Kommentar zu "Spitzenpolitiker: Umfrage: Markus Söder schlägt Armin Laschet in der Corona-Kompetenz um Längen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ein klares Signal: Söder vor Laschet!
      Und das trotz möglicher "Hintergrundgeräusche" aufgrund der Ermittlungen gegen Georg Nüßlein.
      Für den könnte es politisch eng werden.
      Da werden Erinnerungen wach, nämlich an Leo Wagner, seinen Vorvorgänger im Wahlkreis Neu-Ulm. Auch der sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Bis heute steht er meines Wissens im Verdacht, als informeller Mitarbeiter der Stasi zum Scheitern des Misstrauensvotums gegen Willy Brandt beigetragen zu haben.
      Die CSU fand damals die richtige Antwort. Auf den Lebemann „Schöner Leo“ folgte ein moralischer Leuchtturm: Theo Waigel - ein Glücksfall nicht nur für den Wahlkreis Neu-Ulm, sondern für Bayern, Deutschland und Europa!

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