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Spitzentreffen in Hamburg Chef-Verbraucherschützer Müller kritisiert Besetzung des Luftfahrtgipfels scharf

Wegen des Flugchaos' im Sommer bittet Verkehrsminister Scheuer zum Gipfel der Luftfahrtindustrie. Dass keine Verbraucherverbände dabei sind, sorgt für Kritik.
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Verbraucherschützer kritisiert Besetzung des Luftfahrtgipfels Quelle: dpa
Flughafen Frankfurt

Der Verkehrsminister empfängt die Industrie zum Luftfahrtgipfel, um zukünftig chaotische Zustände an deutschen Airports zu vermeiden. Gewerkschaften und Verbraucherschützer fehlen bei dem Treffen.

(Foto: dpa)

Berlin Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, hat mir scharfer Kritik darauf reagiert, dass zum Luftfahrtgipfel am Freitag in Hamburg nur Vertreter von Airlines, Flughafenbetreibern, Flugsicherung und Politik geladen sind. „Die Bundesregierung gipfelt vor sich hin, lässt aber die betroffenen Verbraucherinnen und Verbraucher außen vor“, sagte Müller dem Handelsblatt. „Das ist nicht nachvollziehbar und ärgerlich.“

An deutschen Flughäfen gab es im Sommer immer wieder Verspätungen, Ausfälle, lange Warteschlangen an den Kontrollen und Sicherheitspannen. Da immer mehr Menschen fliegen und die Infrastruktur nicht schnell genug wächst, arbeiten Airports wie Frankfurt, Berlin und München an den Kapazitätsgrenzen. Auf dem Gipfel in Hamburg sollen Lösungen verabredet werden.

Doch nicht nur Verbraucherschützer sind in Hamburg nicht dabei. Gewerkschaften der Luftverkehrsbranche bleiben ebenfalls außen vor. Zumindest blieb ein Schreiben mit der Bitte um Teilnahme unbeantwortet.

Das Schreiben übermittelten die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC), Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), Trade Union Eurocontrol Maastricht (TUEM) und Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) Anfang September an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Dass der Minister nicht geantwortet habe, sei nicht nachzuvollziehen, da Mehrarbeit, flexiblere Arbeitszeiten und weitere Tarifänderungen zu Lasten der Beschäftigten als Lösung der Branchenprobleme gefordert würden, erklärte die GdF. Maßnahmen könnten aber nur mit den Gewerkschaften umgesetzt werden.

Verbraucherschützer Müller mahnte umfassende Verbesserungen an, um ein neues Verspätungschaos zu verhindern. „Einen weiteren Sommer des Grauens möchte keiner erleben“, sagte der VZBV-Chef. Aktuell könnten sich Fluggäste auf den Flugverkehr nicht mehr verlassen. Flüge würden gestrichen oder seien verspätet.

Zudem sähen sich Reisende mit langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen und Wartezeiten bei der Gepäckausgabe konfrontiert. „Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wird sich daran messen lassen müssen, wie schnell diese Missstände behoben werden“, sagte Müller.

Ausfallende Flüge und fehlende Flughafenkapazitäten beunruhigen auch die deutsche Wirtschaft. „Deutschland darf bei der Entwicklung des Luftverkehrs nicht den Anschluss verlieren“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Doch leider gibt es immer mehr Flugausfälle und Verspätungen“, kritisierte er.

Es sei zwar richtig, dass die beteiligten Akteure beim Luftfahrtgipfel Personalengpässe und organisatorische Defizite angehen wollten. Das allein werde aber nicht ausreichen, um die Probleme im Luftverkehr zu lösen. Auch die Flughafenkapazitäten und die Nutzungsbeschränkungen müssten auf die Agenda.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher erhofft sich von dem Treffen wirksame Maßnahmen. „Ich erwarte eine Reihe sehr konkreter Ergebnisse und Verabredungen“, sagte er den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“.

Als Beispiel nannte er ein Preissystem, das unpünktliche Airlines zusätzlich zur Kasse bittet. „Kurzfristig sollte jeder Flughafen seine Start- und Landegebühren so gestalten, dass verspätete Ankünfte und Abflüge für die Airlines spürbar teurer werden“, forderte der SPD-Politiker.

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