Staatsanleihen Griechenland-Pleite würde NRW hart treffen

Finanzminister Wolfgang Schäuble hält die Auswirkungen der Griechenland-Krise auch im Falle einer Staatspleite für beherrschbar. Doch auch in Deutschland könnte ein Bankrott böse Folgen nach sich ziehen.
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Griechenland-Akademie in Athen. Quelle: dapd

Griechenland-Akademie in Athen.

(Foto: dapd)

Berlin/DüsseldorfEine mögliche Staatspleite Griechenlands würde Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg viel Geld kosten. Beide Länder halten Schuldtitel aus Athen. Mit 220 Millionen Euro entfällt der größte Teil davon auf Nordrhein-Westfalen, wie ein Sprecher des Finanzministeriums in Düsseldorf erklärte. Die Papiere sind demnach Teil der Versorgungsrücklage für Beamtenpensionen, in der 3,4 Milliarden Euro angelegt seien, 6,5 Prozent davon in Griechenland-Anleihen. Diese seien 2004 und 2005 erworben worden, also lange vor Ausbruch der Staatsschuldenkrise.

In der baden-württembergischen Versorgungsrücklage befinden sich nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums in Stuttgart griechische Schuldtitel über zehn Millionen Euro.

Die anderen von der Nachrichtenagentur dapd befragten Länder sind nach eigenen Angaben nicht in Athen investiert. Dazu zählen Sachsen, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Hamburg. Sachsen-Anhalt besitzt allerdings spanische und italienische Anleihen, Hamburg hat Italien Geld geliehen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält indes die Auswirkungen der Griechenland-Krise auch im Falle einer Staatspleite für beherrschbar. Auch 2008 sei die Welt in der Lage gewesen, „gegen eine globale und nicht vorhersehbare Finanzmarktkrise koordiniert vorzugehen“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Natürlich gab es schwere Auswirkungen, unser Bruttoinlandsprodukt brach um 4,7 Prozent ein, aber wir haben es gemeistert.“ Die Staaten der Euro-Zone würden aber bereits Vorsorge für den Fall treffen, dass das griechische Parlament am kommenden Mittwoch entgegen aller Erwartungen das Sparpaket ablehnt und das Land zahlungsunfähig wird.

„Wir setzen alles daran, eine krisenhafte Zuspitzung für Europa zu verhindern, müssen aber gleichzeitig auf alles vorbereitet sein. Das ist unsere Verantwortung und darauf bereiten wir uns vor“, sagte Schäuble.

Intensive Banken-Verhandlungen
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19 Kommentare zu "Staatsanleihen: Griechenland-Absturz würde NRW hart treffen"

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  • Tee soll gesünder als kaffee sein.
    Selbst das Benzin ist bei uns 20% teurer, trotz wesentl. niedrigerer Löhne. Hoffentlich wird es bei Ihnen bezogen auf die Löhne nicht mal so teuer. Was schätzen sie, das wären etwa 4€ den Liter, wie lange verkraftet die hiesige Bevölkerung solch ein Preisniveau ?
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  • auf jeden fall hattet ihr die schneller laufenden soldaten.die konnten so schnell von wien weglaufen,dass sie sogar ein paar säcke kaffee vergessen haben.hierfür aber nochmal ausdrücklich danke.leider hat man euch ja danach das kaffeetrinken verboten und um devisen zu sparen auf eiheimischen tee umgestellt.naja ein wenig strafe soll sein.

  • Die EU ist mit ihrer abenteuerlichen Politik der alternativlosen Realitätsverneinung nun endgültig gescheitert. Hunderte von Milliarden Euro wurden sinnlos verpulvert, während unsere deutschen Politiker den Kopf in den Sand steckten und so taten, als ob es keine Krise geben würde. Was für ein armseliges Schauspiel unserer sogenannten "Eliten". Nun erdummt sich ein Herr Schäuble plötzlich eine 180-Grad-Wendung zu machen und zu behaupten, Griechenlands Pleite wäre doch gar nicht so schlimm. Natürlich ist die nun sich entwickelnde ungeordnete Staatspleite von unserem südlichen Euro-Mitgliedsland ein europäisches Desaster. In Griechenland wird völlige Panik ausbrechen, die Banken werden gestürmt werden. In Folge dessen werden auch die Portugiesen und Iren, vielleicht auch schon die Spanier und Belgier ihre Institute belagern. Der Finanzmarkt wird als Ganzes zusammenbrechen. Ich kann die ignoranten deutschen Politiker nur beschwören, endlich Vorsorge zu treffen und die Wiedereinführung einer nationalen deutschen DM dringlichst vorzubereiten. Wir schlittern im anderen Fall in eine Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes, die insbesondere unsere Wirtschaft tötlich treffen könnte.

  • Na gut,
    da wir aber dann federführend sein sollen und die Türkei noch immer, bemessen an den Durchschnittslöhnen der Bevölkerungen, ein Entwicklungsland darstellt. Würde ich einen Wiederaufbaufon in Höhe von 2,5 Bil € unter unserer Obhut vorschlagen. Aufgebracht von den Ländern, die auch jetzt wieder zahlen wollten und werden.
    Und ihr könnt euch darauf verlassen, wenn wir etwas in die Hand nehmen, funktioniert das auch wieder. Schließlich müssen wir ja heute keine wildgewordenen Armeen aus dem Norden mehr bekämpfen. Ökonomisch waren wir euch schon damals überlegen. Leider hatten wir einfach nur die langsamer schießenden Waffen. Dieser Umstand wird aber vor allem daran liegen, daß wir unsere Bevölkerung nicht als Sklaven, getrimmt auf maximale Leistung, hielten, sondern als menschliche Individuen.

    Somit schließt sich der kreis wieder, wenn ihr mit Waffen nichts mehr zu melden habt, versagt ihr. Siehe die folgenden nächsten 10 Jahre.
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  • na gut ,wir regeln die sache so,dass die türkei in die eu kommt.aber nur unter der voraussetzung,dass man sich bereit erklärt diese clubmed länder endlich federführend auf vordermann zu bringen.über die errichtung von kalifaten müssen wir vielleicht noch einmal später reden.

  • Es ist allerhöchst Zeit !
    Stopp mit den Bailaouts !
    Auflösung des verlogenen EU Konstruktes !
    Deutschland braucht eine Verfassung !
    Neue Politiker AUS DEM VOLK - FÜR DAS VOLK !
    Wir brauchen eine WERTGEDECKTE Währung !
    Das deutsche Gold zurückholen - sofern überhaupt noch vorhanden !
    Und viels mehr........

  • Müllhalde EZB - Django macht sich so seine Gedanken:
    http://www.stern.de/politik/deutschland/und-jetzt-django-asuel-eine-muellhalde-namens-ezb-1699319.html

  • Aber keine Sorge,
    irgendwann wird es einmal auch für sei erträglicher werden, denn geteiltes Leid ist halbes leid.
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  • Tja, wenn es NRW mit 220 Mio Euro so schwer trifft, dann zahlen wir doch wohl lieber noch einmal 100 Mrd. direkt an Griechenland. Das ist wohl das 50-fache, aber egal. Rechnen war ja noch nie die Stärke der Regierung.

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