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Statistisches Bundesamt Höchster Anstieg seit 14 Jahren: Bauen in Deutschland wird immer teurer

Die Kosten für das Eigenheim steigen und steigen. Zuletzt war der Finanzierungsprung 2007 höher. Dabei spielt ein Baustoff eine wichtige Rolle.
09.07.2021 - 12:06 Uhr 2 Kommentare
Vor allem die knappen Materialien machen das Bauen teuer. Quelle: dpa
Neubaugebiet in Deutschland

Vor allem die knappen Materialien machen das Bauen teuer.

(Foto: dpa)

Wiesbaden Der Neubau von Wohnungen in Deutschland hat sich im Mai so stark verteuert wie seit 2007 nicht mehr. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai des laufenden Jahres um 6,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonates, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Dies sei der höchste Anstieg der Baupreise binnen Jahresfrist seit Mai 2007 (plus 7,1 Prozent gegenüber Mai 2006), teilte die Wiesbadener Behörde am Freitag mit.

Im Mai 2007 hatte die damalige Erhöhung der Mehrwertsteuer von 16 Prozent auf 19 Prozent zu dem kräftigen Preisanstieg beigetragen. Aktuell treibt unter anderem die große Nachfrage nach Baumaterialien wie Holz, Stahl und Dämmstoffen auf den Weltmärkten die Preise. Zimmer- und Holzbauarbeiten in Deutschland zum Beispiel verteuerten sich überdurchschnittlich, hier lagen die Preise im Mai 2021 um 28,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Umsätze im Bauhauptgewerbe in Deutschland liegen auf Jahressicht bislang dennoch unter Vorjahresniveau: Von Januar bis einschließlich April 2021 blieben die Erlöse nach Angaben des Bundesamt um 5,6 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums, obwohl es im April im Jahresvergleich ein Umsatzplus von 3,6 Prozent gab. Das Bauhauptgewerbe umfasst die Errichtung von Gebäuden (Hochbau) sowie von Straßen, Bahnstrecken und Leitungen (Tiefbau).

Preise in Städte noch immer deutlich höher als auf dem Land

Experten wie die Immobilienvermittler von LBS und Sparkassen erwarten für 2021 sogar noch einen kräftigeren Anstieg der Wohnimmobilienpreise in Deutschland. Die Lage auf dem Markt für Wohnimmobilien bleibe bis Ende dieses Jahres weiter anspannt, heißt es im diesjährigen LBS-Immobilienpreisspiegel.

Seit der letztjährigen Frühjahrsumfrage, die vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland stattfand, haben die Immobilienmarktkenner nahezu sämtliche Preisprognosen noch einmal angehoben. Die Einschätzung der Experten basiert auf der Erwartung, dass sich das Angebot in allen Marktsegmenten weiter verknappt, während die Nachfrage abermals zunimmt. „Diese Entwicklung zeigt vor allem, wie wichtig den Menschen in Deutschland ein gesichertes Zuhause gerade in Krisenzeiten ist, wie wir sie nun seit fast anderthalb Jahren durch die Pandemie erleben“, erläutert LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann die Ergebnisse.

Den Marktbeobachtern zufolge dürfte das Kaufinteresse an Bauland sowie älteren freistehenden Einfamilienhäusern besonders groß ausfallen, aber auch gebrauchte Reihenhäuser könnten nach einer vorübergehenden Atempause wieder höher im Kurs stehen.

Bei der Haussuche seien vor allem drei Merkmale als wichtig erkennbar geworden: Auf Platz eins der schnelle Internetanschluss, auf Platz zwei der Wunsch nach einem Garten oder einem Balkon sowie auf Platz drei ein größerer Wohnraum. Nicht stärker in den Vordergrund gerückt sei dagegen die Verkehrsanbindung. „Die Menschen haben in der Lockdown-Zeit die Erfahrung gemacht, dass sich vieles inzwischen online erledigen lässt, wozu sie vor noch nicht allzu langer Zeit ein Auto bewegen oder in den Bus steigen mussten“, so Guthmann.

Vor allem aufgrund dieser veränderten Anforderungen an die Wunschimmobilie geht die LBS-Analyse davon aus, dass die Nachfrage in den Vororten wachsen wird - und damit dort auch die Preise steigen werden.

Allerdings übertreffe das Preisniveau der Metropolen jenes der meisten Kleinstädte und ländlicheren Regionen noch immer deutlich. So habe ein älteres Einfamilienhaus beispielsweise in Berlin zuletzt oft um die 615.000 Euro gekostet, im rund 75 Kilometer westlich gelegenen Brandenburg an der Havel dagegen nur 210.000 Euro. Geografisch und preislich auf halber Strecke findet sich die Gemeinde Brieselang wieder: Dort ist für ein gebrauchtes Eigenheim derzeit mit um die 400.000 Euro zu rechnen.

Mehr: Trotz Pandemie: Die Baufinanzierung in Deutschland erreicht neues Rekordhoch.

  • dpa
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2 Kommentare zu "Statistisches Bundesamt: Höchster Anstieg seit 14 Jahren: Bauen in Deutschland wird immer teurer"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Carsten Axt
    Die Minus-Zinsen sind absolut nicht schuldig an den hohen Baupreisen, sondern eher förderlich, dass gebaut wird.
    In Gegenden, die einen Mangel an Mietwohnungen haben, hilft eine Zinserhöhung nicht, wäre ehr schädlich für mehr Mietwohnungen.
    Ich bitte doch, rationaler zu denken, künftig wenigstens.
    Sie könnten noch anfügen, als Nr. 6, der Unfug, nicht mindestens 7 Stockwerke zu bauen. Hänsel-Gretel-Knusper-Häuschen lösen den Mangel an Mietwohnungen nicht auf.

  • Das ist eine Folge von FÜNF Dingen:

    1. Minuszinsen (Folge der Mandatswidrigen und verfassungswidrigen EZB-Geldpolitik)
    2. künstliche Baulandverknappung der Kommunen. (Erst wegen der absurden Grundstückspreise fallen die Materialkosten ins Gewicht.
    3. Die immer höheren Klimaanforderungen
    4. Die Geldsubventionen von rund 3500 $ pro Kopf in den USA
    5. Der aktuelle Reflationary-Trade und die damit verbundene Rohstoffpreiserhöhung.

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