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Steuerbonus So können Unternehmen die neue Forschungszulage erhalten

Mit der staatlichen Zulage sollen Unternehmen gefördert werden, die in Forschung und Entwicklung investieren. Nach einigen Verzögerungen können die Hilfen nun endlich beantragt werden.
17.09.2020 - 16:47 Uhr Kommentieren
Innovative Unternehmen können nun endlich die Forschungszulage beantragen. Quelle: dpa
Forscherin im Labor

Innovative Unternehmen können nun endlich die Forschungszulage beantragen.

(Foto: dpa)

Berlin In Kraft trat die neue Forschungszulage schon zum 1. Januar. Aber erst jetzt, ein Dreivierteljahr später, können innovative Unternehmen ihre Forschungs- und Entwicklungsvorhaben auch endlich zertifizieren lassen – und bei den Finanzämtern die neue Zulage beantragen. Doch wie funktioniert das genau?

Die Anlaufstelle für die Unternehmen ist die „Bescheinigungsstelle Forschungszulage“ (BSFZ). Sie prüft, ob die jeweiligen Vorhaben  nach dem Katalog des Gesetzes förderfähig sind. Anträge können online auf dieser Webseite gestellt werden. Dort finden sich neben den formalen Kriterien auch Beispiele aus der Praxis.

Es geht um viel Geld: Bis zu einer Million Euro können Unternehmen erhalten, die in Forschung und Entwicklung investieren. Gefördert werden 25 Prozent der förderfähigen Aufwendungen, insbesondere Personalkosten, aber auch Ausgaben für Auftragsforschung.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen gerade Gewinne oder Verluste macht, heißt es in einer Mitteilung des Bundesforschungsministeriums. Entscheidend sei, „dass es in seine Innovationskraft investiert und damit Arbeitsplätze und Wohlstand von morgen sichert“.

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    Das Forschungszulagengesetz war Anfang 2020 in Kraft getreten. Vor dem Hintergrund der Coronakrise wurde die Bemessungsgrundlage zum 1. Juli 2020 befristet bis 30. Juni 2026 von zwei auf vier Millionen Euro verdoppelt. Das soll den Anreiz für Investitionen in die Forschung erhöhen.

    Ende eines jahrzehntelangen Streits

    Die Bescheinigungsstelle wurde durch europaweiten Ausschreibung im Wettbewerb ermittelt. Den Zuschlag erhielt ein Konsortium aus dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) sowie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Bescheinigungsstelle hat Standorte in Bonn, Berlin, Düsseldorf und Dresden.

    Über die Einrichtung einer Forschungszulage hatten Politiker und Experten in Deutschland über Jahrzehnte gestritten. Befürworter wie die Expertenkommission für Forschung und Entwicklung (EFI) hatten vor allem damit argumentiert, dass die meisten Konkurrenz-Industrienationen schon lange über ähnliche Instrumente verfügen.

    Die Zulage soll auch dazu beitragen, dass Deutschland die europäischen Ziele bei der Forschungsförderung erfüllt. Die EU-Staaten haben sich vorgenommen, drei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in die Forschung zu investieren. Doch Deutschland hatte dieses Ziel lange verfehlt und erst vor Kurzem erreicht. Inzwischen hat die Große Koalition die Zielmarke auf 3,5 Prozent bis zum Jahr 2025 erhöht. 

    Gegner der Zulage – darunter viele Finanzminister – fürchten dagegen Mitnahmeeffekte. Vor allem große Konzerne könnten die Förderung einstreichen, ohne ihre Forschungsausgaben wirklich zu steigern. Nach der jetzigen Ausgestaltung kommt die Forschungszulage zudem nur sehr wenigen Mittelständlern zugute, kritisierte EFI-Chef Cantner.

    Forschungsaktivitäten in Coronakrise reduziert

    Das gelte vor allem für die Verdoppelung der anrechenbaren Personalkosten von zwei auf vier Millionen Euro, von denen die Unternehmen 25 Prozent erstattet bekommen. Denn lediglich jedes zehnte forschende Unternehmen habe Forschungs-Personalkosten von mehr als zwei Millionen Euro. Und selbst davon zähle wiederum nur ein Bruchteil zu den kleinen und mittleren Unternehmen. 

    Einer Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie vom Juni zufolge hat fast jedes vierte Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in diesem Jahr reduziert oder ganz gestoppt, in der Automobilindustrie sogar vier Fünftel.

    Vor der Coronakrise gaben lediglich 13 Prozent der Unternehmen an, ihre Forschungsausgaben gegenüber 2019 senken zu wollen – nun sind es fast 40 Prozent. Es gibt aber auch eine Branche, die ihre Forschungs- und Entwicklungsausgaben gesteigert hat: Angesichts der Corona-Pandemie nehmen Biotech- und Pharmaunternehmen dafür mehr Geld in die Hand.  

    Mehr: Diese Unternehmen forschen an einem Corona-Impfstoff

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