Steuereinnahmen Wie der Staat Steuersünder jagt

Bei Steuern kennt die Politik kein Pardon. Der großen Empörung über die jüngsten Betrugsfälle sollen jetzt konkrete Taten folgen. Mit verschärften Maßnahmen will der Staat Steuersündern auf die Pelle rücken.
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Steuersünder will der Staat nicht mehr davon kommen lassen.

Steuersünder will der Staat nicht mehr davon kommen lassen.

BerlinDas Thema Steuerflucht ist in diesen Tagen im Fokus der Öffentlichkeit: Erst sind die Feministin Alice Schwarzer und Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz von der SPD als Steuerhinterzieher aktenkundig geworden. Auch der Bundesschatzmeister der CDU, Helmut Linssen, sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, jahrelang Geld in einer Briefkastenfirma auf den Bahamas verborgen zu haben.

Dass frühere Finanzminister von Nordrhein-Westfalen Linssen angibt, keine Steuern hinterzogen zu haben und ein Strafverfahren gegen ihn aufgrund von Verjährungsfristen 2012 eingestellt worden sei, macht die Sache nicht besser. Denn unklar war bisher, warum der CDU-Politiker überhaupt Geld in einer Steueroase gebunkert hat. Dem Handelsblatt sagte er dazu. „Es handelte sich um das ausländische Vermögen meiner Eltern. Ich habe es gezielt so abgewickelt, dass ich keine Steuern zahlen musste.“

In der Politik sorgen solche Meldungen naturgemäß für große Aufregung. Zu Recht. Denn das Problem der Steuerhinterziehung ist gigantisch: Mehr als 20 Billionen Euro liegen nach einer im Jahr 2012 veröffentlichten Studie für die Organisation Tax Justice Network (übersetzt etwa: Netzwerk für Steuergerechtigkeit) weltweit in Steueroasen. Deutschland entgehen jährlich nach verschiedenen Schätzungen jedes Jahr zwischen 50 und 150 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung – fast ein halber Staatshaushalt.

Dass immer wieder Prominente wegen mangelnder Steuerehrlichkeit in die Schlagzeilen geraten, könnte den Schluss nahelegen, dass die Reichen für Steuerbetrug besonders anfällig sind. Die Wahrheit ist allerdings nach Einschätzung von Experten, dass Reiche nicht ehrlicher oder unehrlicher sind als Arme. Allerdings haben Reiche mehr Möglichkeiten, Steuern zu hinterziehen. Das bringt die Politik in ein schier unlösbares Dilemma. Einerseits will sie die Steuerflucht erschweren und Steuersünder hart bestrafen, andererseits Steuerflüchtigen den Weg zurück in die Legalität ebnen.

Die Gemengelage ist kompliziert. Auch deshalb, weil das Thema unterschiedliche Interessen berührt. Das hat mit den verschiedenen parteipolitisch geprägten Vorstellungen zu tun, aber auch damit, dass die Länder – ob SPD- oder CDU-geführt – sehr genau darauf achten, dass die Verluste durch Steuerbetrug so gering wie möglich gehalten werden.  Als grobe Richtschnur für den Kampf gegen Steuersünder gilt der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD.

„Ja zur Selbstanzeige und den Fahndungsdruck erhöhen“
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31 Kommentare zu "Steuereinnahmen: Wie der Staat Steuersünder jagt"

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  • "Die wahren Parasiten sind... usw."
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    Immer langsam! Solange diese Praxis *legal* ist, wären diese Firmen und Pesonen "mit dem Klammerbeutel gepudert", wenn sie die Möglichkeiten nicht nutzen würden. "Moral" ist hier irrelevant. Man bezahlt nur soviel Steuern, *wie man unbedingt muß*, und auch diese Summe ist im Rahmen der Gesetze(!) zu minimieren. Ein Unternehmen ist keine karitative Einrichtung zugunsten grünsozialistischer Verteilungsfanatiker, sondern etwas, daß optimierte Gewinne abwerfen muß. Alles andere ist blauäugig.

  • Steuerkriminelle
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    ■ Linssen: „Es handelte sich um das ausländische Vermögen meiner Eltern. Ich habe es gezielt so abgewickelt, dass ich keine Steuern zahlen musste.“

    ■ Schwarzer: Es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht!
    ■ André Schmitz: Ich habe nicht hinterzogen, ich bin doch ein Sozi!
    ■ Schumacher: Ich lebe in der Schweiz, weil die mir ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    ■ Vettel: Ich lebe in der Schweiz, weil die mir ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    ■ Ping-Pong Becker: Wir lebte in der Schweiz, weil die uns ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    ■ Papa Graf: Ich lebe in der Schweiz, weil die mir ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    ■ Beckenbauer: Ich lebe in Österreich, weil die mir ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    ■ Zumwinkel: Ich versteckten mein Geld in Liechtenstein, weil die mir ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    Hoeneß: Ich versteckten mein Geld in der Schweiz, weil die mir ein steuerlich gutes Angebot gemacht haben!
    ■ Max Mustermann: Ich kann NICHTS verstecken, mir wird alles vorher abgezogen. Und wenn ich versuche, mir einen Teil zurückzuholen, gibt es heftige Widerstände!
    ■ Die Eurokraten: Steueroptimierung muss geächtet/verboten werden! Wir brauchen dieses Geld dringend für den ClubMed und für die Eurorettung!



  • Wenn ich die politischen Steuerverschwender sehe, die nicht einmal belangt werden, habe ich Sypmhatie für die Steuerhinterzieher! Wann endlich setzt die Politik das Antikorruptionsgesetz der UN um? Wann wir die Immunität für Politiker aufgehoben, damit die Staatsanwaltschaft tätig werden kann. Im Moment gibt es reichlich Fälle in der Politik! Die Wahlbürger sind aufgrund der Machenschaften tief frustriert und wenden sich ab.

  • Dass die Politik wieder einmal das Thema Steuersünder vorantreiben will, fordert zum Nachdenken über die wahren Absichten auf. Dabei gibt es zwei Extreme. Das gute Modell ist, wir alle wollen ab jetzt ehrlich sein, das böse Modell ist, die Parteien brauchen die Straffreiheitsregelung nicht mehr. Der Grund für letzteres könnte sein, dass die Befürworter sicher sind, dass die Justiz und die Steuerfahndung die Nomenklatura mit Sicherheit verschonen und nur zubeißen, wenn sie es sollen (siehe Fall Wulff). Ein weiterer Vorteil wäre dabei, dass Abweichler damit leicht zum Abschuss gebracht werden können, weil man ja genau weiß, was vorher unter den Tisch gekehrt wurde. Also hätte bei diesem Modell der Parteienfilz ein weiteres Mittel neben der Zuteilung von Mandaten aus Volksvertretern Parteisklaven zu machen. Wäre letzteres Modell zutreffend, wären die Absichten der Politik doch sonnenklar. Es bleibt dem Leser überlassen, welchem Modell er zuneigt.

  • Genau so muss es sein.
    Die verwaltende Diktatur raubt ohne Skrupel den Bürger aus, verteilt die Beute unter sich, den Systemparasiten.
    Umgeht ein Bürger aus Not das Finanzamt, verdient sich einige hundert Euro zum überleben dazu, Fährt eine ganze Horde an Steuerverhander vor und absolviert ein Exempel.
    Der Dumme Michel klatscht schadenfroh in die Hände, obwohl das Volk gemeinsam im Drei - Viertel - Tackt für diese Parasiten paddelt.

  • Die wahren Parasiten sind multinationale oder Grosskonzerne, die überall auf der Welt Niederlassunge, Kleinbüros oder Briefkastenfirmen eröffnen, um so auch noch Steuern zu optimieren.

    Warum haben denn alle grösseren Firmen in Holland eine Briefkastenfirma? Weil man da Lizenzgebühren steuerfrei abschöpfen kann.

    Warum haben alle grösseren Konzerne in Fernost Einkaufbüros? mit Sicherheit nicht, weil man da nur billig einkaufen kann sonden weil man da die Steuern optimieren kann.

    Warum haben zig Grosskonzerne Niederlassungen in der Schweiz? Mit Sicherheit nicht wegen der günstigen Mitarbeiter dort sondern hauptsächlich, um Steuern zu optimieren.

    Warum jubeln wir Sportlern wie Schuhmacher oder Vettel zu? Die sind letzlich viel grössere Hinterzieher als Hoeness etc. Der war zu dämlich, ins Ausland zu gehen, dann hätter er jetzt Ruhe und wer nach dem Triple letztes Jahr einer der angesehensten Bürger dieses Landes!

    Warum hat eigentlich ein Finanzminister eines Landes ein Konto auf den Bahamas? Leidet der an Realitätsverlust oder warum kauft so einer CDs auf von Banken und hat selber Geld in Oasen geparkt?

    Alles scheint nur noch eine Farce zu sein...

  • Die großspurigen Drohungen von Staatswegen verdecken und vertuschen doch nur die schlimmen Fianz-Verfehlungen wie Steuer-Verschwendung, Steuer-Veruntreuung, Staats-Korruption (EU/Brüssel), Finanz-Bedienung von Diktatoren, Entwicklungs-Hilfe-Milliarden, Fehlleitungen von Milliarden-Subventionen, das viel zu teure Staats-Personal und die feudalen Privilegien - alles und immer wieder kritisch betrachtet vom Bund der Steuerzahler. Hat sich bisher was geändert..? Mein Eindruck: Schlimmer denn je..! Und wo sind hier die Untaten-Jäger..!?

  • Erst verschwendet dieses elende Pack Unsummen von Geld und suhlt sich in seinen Pfruenden. Dann wollen sie dem Buerger in offenem Raub seine Ersparnisse entreissen (einmalige “Vermoegensabgabe), weil man mit dem Erhoehen von Steuern nicht schnell genug der Verschwendung und Veruntreuung hinterherkommt.

    @ Blick_von_den_Wolken – Sind sie auf der richtigen Beerdigung? Wir sollen auswandern, wenn es uns hier nicht passt? Nein, wir muessen diese nichtswuerdigen Lumpen davonjagen, damit Deutschland fuer seine Buerger wieder lebenswert wird.

  • Diese Steuer-Sünderei ist die eine Seite der Medaille, die andere, s.g. Handelsblatt, wäre die ebenso intensive Berichterstattung über die gigantische Steuer-Verschwendung und Steuer-Verunteuung von Staats-wegen, ein Dauerthema vom Bund der Steuerzahler..! Ebenso die gigantischen Milliarden, die uns durch Brüssel gestohlen werden und in allen möglichen korrupten Kanälen abfließen. So wird das Volk schlimm geschädigt und in seiner wirtschaftlichen Entwicklung in einer Art und Weise behindert, was ich als durchgängige kriminelle Handlungen ansehe. Wo agieren hier - bitte sehr - die Strafverfolgungs-Behörden gleichermaßen und die Medien, die ja sonst jeden Kicki aufgreifen..!? Da wird sich an der unwesentlichen "Alieze" hochgezogen mit dem Ansinnen, hier einen richtigen "Fisch" Puplikums-wirksam anlanden zu können - wie simpel..!

  • Ach so, bin mal gespannt, was diesmal zensiert wird (Bleiben Sie sachlich!), denn meine Meinung entspricht ja nun gar nicht der grünsozialistischen Meinungshoheit in diesem Land. Ich erdreiste mich tatsächlich, eine ANDERE Meinung zu haben. Frechheit aber auch! :-D

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