Steuern: Bundesfinanzminister Scholz will Steuererhöhungen für Besserverdienende
Der SPD-Kanzlerkandidat sieht Steuererleichterungen wie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags auch für hohe Einkommen als eine „Entscheidung gegen das Volk“.
Foto: dpaBerlin. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz will in der nächsten Legislaturperiode Steuererhöhungen für Besserverdienende und Vermögende sowie Entlastungen für untere und mittlere Einkommen durchsetzen. „Ich weiß mich mit der überwiegenden Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger einig, dass wir unser Steuersystem gerechter gestalten müssen“, sagte der Bundesfinanzminister der „Rheinischen Post“.
„Dazu gehört, dass die, die sehr viel verdienen, einen etwas größeren Beitrag zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen, damit die unteren und mittleren Einkommen etwas entlastet werden können.“
Steuererleichterungen wie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags auch für hohe Einkommen – wie sie Union und FDP fordern – wären eine „Entscheidung gegen das Volk“, so Scholz. „Nehmen Sie den Soli, den jetzt nur noch 1,35 Millionen Bürgerinnen und Bürger zahlen. Wir können auf die gut elf Milliarden Euro Einnahmen pro Jahr nicht verzichten.“
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Die SPD befürworte auch die Vermögensteuer, „damit Länder und Kommunen mehr Geld für die Infrastruktur, die Kitas, Schulen, öffentlichen Nahverkehr und Polizei zur Verfügung haben“.
Vor den nächsten Bund-Länder-Beratungen mahnt der SPD-Kanzlerkandidat Öffnungsschritte in Verbindung mit Schnelltests an. „Das Virus und seine Mutationen werden uns noch eine Weile begleiten, fürchte ich. Wir müssen also Wege finden, wie wir es hinbekommen, nicht immer weiter im Lockdown leben zu müssen. Deshalb könnten wir die nächsten Öffnungsschritte mit Schnelltests verbinden“, sagt Scholz der „Rheinischen Post“.