Steueroasen Ermittler verfolgen UBS-Spur nach Singapur

Die Schweizer Großbank UBS verwahrt sich gegen Vorwürfe, sie arrangiere für ihre Kunden Geldtransfers in Steueroasen. Deutsche Steuerfahnder bringen sie in Erklärungsnot: Jetzt soll es eine Spur nach Asien geben.
Update: 09.08.2012 - 23:31 Uhr 6 Kommentare
Helfen Banken dabei, steuerpflichtiges Vermögen nach Singapur abzuseilen? Quelle: dapd

Helfen Banken dabei, steuerpflichtiges Vermögen nach Singapur abzuseilen?

(Foto: dapd)

HamburgDie Jagd deutscher Behörden nach Steuersündern bringt die Schweizer Großbank UBS zunehmend in Erklärungsnot. Mit dem Ankauf von Daten des Instituts sind die Ermittler in den Besitz von Unterlagen gekommen, die belegen sollen, wie Schweizer Banken Steuerhinterziehern helfen, ihr Vermögen in Fernost zu verstecken. "Wir haben erstmals eine Papierspur nach Singapur", sagte ein Insider aus dem Umfeld des Finanzministeriums in Düsseldorf der "Financial Times Deutschland".

Sollte sich der Verdacht erhärten, würde dies die Kritiker des geplanten Steuerabkommens mit der Schweiz bestätigen. Gegner der Vereinbarung gehen davon aus, dass deutsches Schwarzgeld noch vor Inkrafttreten von der Schweiz in Steueroasen nach Fernost transferiert wird - umso die künftige Abgeltungsteuer zu umgehen.

Neuer Schlag gegen Steuerhinterzieher

Vorwürfe, dass die Banken dies für ihre Kunden arrangieren, weisen Schweizer Geldinstitute vehement zurück. Die UBS biete ihren Kunden "keine Unterstützung bei Handlungen, die der Umgehung ihrer Steuerpflichten dienen", hieß es am Donnerstag in einer Stellungnahme der Bank. Auch gebe es seit der Ankündigung des Steuerabkommens "keine Zunahme von Anfragen nach Vermögenstransfers in andere Regionen".

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6 Kommentare zu "Steueroasen: Ermittler verfolgen UBS-Spur nach Singapur"

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  • Wird aber auch mal Zeit:

    http://www.deutsche-anwaltsvermittlung.de/allgemein/rechtsanwalt-paul-vogel-zeigt-steuerdatenkaeufer-an/

  • Ich glaube nicht an das was da aus Düsseldorf kommt. Die Betreffenden Personen müssten ja mehr als bescheuert sein so zu handeln. Spätestens nach der 2. CD hätten die doch gehandelt. Nur, ob da was da in die Welt gesetzt wird wirklich stimmt, das werden wir nie erfahren. Wir werden auch nie erfahren, ob der Verkäufer die 9 Mio. EUR welche NRW gezahlt haben soll versteuert wurden. Was viele nicht wissen, auch Gewinne und Umsätze aus kriminellen Handlungen sind steuerpflichtig. Wer's nicht glaubt werfe bitte einen Blick in § 40 Abgabenordnung.

  • "Oder steckt dahinter Methode: Dem „dummen“ Volk entschlossenes Handel vorgaukeln und gleichzeitig der Klientel, die einem am Herzen liegt, nicht weh tun?"

    Natürlich steckt Methode dahinter, man ist ja selber Klient und "muss" für sich sorgen. Sind die ganzen geheimen Konten und Stiftungen der CDU in der Schweiz und Liechtenstein schon vergessen (z.B. "Zaunkönig“ und die "Norfolk-Stiftung“)? Sicher haben auch einige prominente Politiker Konten in der Schweiz.

  • Wäre doch mal gut zu wissen, welche unser Parlamentarier selbst Konten in der Schweiz unterhalten! Oder welche unserer Dax Vorstände, Showgrößen etc.pp.!!
    Oder soll so etwas geheim bleiben?
    Dieses neue Besteuerungsabkommen mit der Schweiz ist doch ein Witz, denn bis dieses mal in Kraft tritt, da sind diese zig-Milliarden schon längst aus der Schweiz verschwunden, abgehoben, in Schließfächern versteckt worden, und wird dann am 1.1.2013 die Steuer erhoben einmalig, dann ist kaum Geld zum Versteuern da, sondern wird dann nach dem Steuertermin am 2 oder 3. Januar wiederum aus dem Schließfach geholt und wiederum angelegt.
    Ist ja dann "sauber" und gilt als versteuert! Nicht umsonst sind in den Banken derzeit die Schließfächer knapp bzw. ausgebucht!
    Wie weltfremd sind denn unsere Finanzpolitker denn? Solch ein Abkommen hätte man rückwirkend ausmachen sollen! Schäuble und Konsorten werden fast Nichts an erhobenen anonymen Steuerabgaben aus der Schweiz erhalten!

  • Hmm, "nur" Schäubles eigene "Klientel"?
    Vielleicht soll mehr, als nur die Klientel geschützt werden?

    Wer lehnt denn jede anonyme Meinungsäußerung als "gefährlich" ab und wer will denn jeden überwachen - abgesehen von Schwarzgeldkonten in der Schweiz (und sonst wo...)? Da ist Anonymität natürlich super wichtig...
    Wie war das noch mit den "jüdischen Vermächtnissen" und dem "vergessenen" 100.000 DM-Koffer? Lag das nicht auch alles in der Schweiz? Und wer braucht gerade noch die Anonymität und hat noch keinen einzigen Spenden- (Korruptions-) Skandal aufgeklärt?

    Irgendwie kommt mir das fast schon logisch vor...

  • 1. "Mit dem Ankauf von Daten des Instituts sind die Ermittler in den Besitz von Unterlagen gekommen, die belegen sollen, wie Schweizer Banken Steuerhinterziehern helfen, ihr Vermögen in Fernost zu verstecken"

    2. "Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich bereits vor Wochen gegen den Kauf weiterer Steuer-CDs ausgesprochen und statt dessen für das mit der Schweiz ausgehandelte Steuerabkommen geworben."

    Wer 1. und 2. zusammenzählen kann, dem ist klar, dass H. Schäuble (immerhin Jurist) sich als Dünnbrettbohrer profiliert.

    Oder steckt dahinter Methode: Dem „dummen“ Volk entschlossenes Handel vorgaukeln und gleichzeitig der Klientel, die einem am Herzen liegt, nicht weh tun?

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