Steuerplus Aufschwung lässt Schäubles Kassen klingeln

Der positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt treibt die Steuereinnahmen in die Höhe. Alte Schätzungen sind Makulatur. Volkswirte erwarten schon 2012 den Etatausgleich.
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Finanzminister Wolfgang Schäuble. Quelle: dpa

Finanzminister Wolfgang Schäuble.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Boom auf dem Arbeitsmarkt lässt die Kassen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seinen Kollegen in den Bundesländern klingeln. Im Mai waren die Steuereinnahmen um 10,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Dies erfuhr das Handelsblatt aus dem Bundesfinanzministerium.

Mit fast 204 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten übersteigen die Einnahmen ohne Gemeindesteuern das Vorjahresergebnis bereits um 18 Milliarden Euro. Maßgeblich dafür verantwortlich ist der sprunghafte Anstieg des Lohnsteueraufkommens, das im Mai gut 16 Prozent höher als im Vorjahresmonat war. „Dieser sehr kräftige Zuwachs hat seine Ursache im Anstieg der Beschäftigtenzahl, dem massiven Abbau der Kurzarbeit und nicht zuletzt auch in Tarifsteigerungen und wieder höheren Bonuszahlungen“, hieß es aus dem Ministerium.

Tatsächlich war im ersten Quartal die gesamtwirtschaftliche Lohnsumme 4,4 Prozent höher als im Vorjahr. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erwartet, dass sich der Anstieg fortschreibt: im Gesamtjahr 2011 um 4,3 und 2012 um 3,7 Prozent.

Geldregen: Im Mai 2011 lagen die Steuereinnahmen gut zehn Prozent höher als im Vorjahr. Quelle: ZB

Geldregen: Im Mai 2011 lagen die Steuereinnahmen gut zehn Prozent höher als im Vorjahr.

(Foto: ZB)

Die Lohnsumme gilt als Schlüsselgröße für die Entwicklung der Staatsfinanzen, weil sie nicht nur die Steuern, sondern auch die Beitragseinnahmen der Sozialversicherungen bestimmt. Angesichts der günstigen Entwicklung rechnet der Finanzexperte Heinz Gebhardt vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung damit, dass der Bundeshaushalt bereits 2012 annähernd ausgeglichen sein dürfte.

Denn nicht nur die Lohnsteuer, sondern auch andere wichtige Steuern legen kräftig zu. Die von Unternehmen und Selbstständigen gezahlte veranlagte Einkommensteuer und die Körperschaftsteuer brachten dem Fiskus im Mai zusammen 700 Millionen Euro mehr als im Vorjahr ein. Das Soli-Aufkommen legte um gut ein Fünftel zu.

Relativ schwach entwickelte sich dagegen die Umsatzsteuer, die lediglich 0,6 Prozent über dem Betrag des Vorjahresmonats lag. Nach wie vor keine Einnahmen erzielte der Bund durch die umstrittene Brennelementesteuer für Kernkraftwerke. Das Aufkommen aus der neuen Luftverkehrssteuer erreichte mit 76,8 Millionen einen Rekordwert.

Angesichts der sprudelnden Steuereinnahmen hatte Schäuble schon länger angekündigt, dieses Jahr lediglich 35 bis 40 Milliarden Euro neue Kredite zu benötigen – deutlich weniger als zum Jahresbeginn. Noch optimistischer ist die Bundesbank, die ein Defizit von 30 Milliarden Euro erwartet. Anfang Juli will das Kabinett die Eckdaten des Etats 2012 beschließen. Würde sich die Regierung weiter auf die bisherige Prognose der Bundesbanker stützen, wäre das darin veranschlagte Defizit mit 31,5 Milliarden Euro höher als in diesem Jahr.

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13 Kommentare zu "Steuerplus: Aufschwung lässt Schäubles Kassen klingeln"

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  • Gehören sie auch zu denen (, 09:51 Uhr), die kurz nach 9:00 Uhr, ebenfalls einen Kommentar verfassen...?
    Das nervt echt!
    Und am besten über "die mächtigen da oben" meckern und selbst nicht aus dem Quark kommen, gehören sie nicht auch dazu???
    Danke

  • Nicht schlecht für Schäuble.Aber der weis ja schon was mit dem vielen Geld gemacht wird.Rücklagen bilden für Griechenland.Also auf auf ihr lieben Deutschen, ackern,ackern,ackern usw.

  • Ihm müsste der Sabber aus dem Maul laufen,

    würden auf die Gewinne von Vermögen in Höhe knapp
    Ein Tausend Milliarden im Jahr

    ebenfalls Sozialabgaben

    entrichten zu sein.

    Aber was eine Vermögenden-Nutte ist,
    wissen Merkel und Schäuble ja

    und verhalten sich auch so.

  • Die Überschrift ist irreführend.

    Wenn Kassen klingeln sollten auch Staatschulden zurückgezahlt werden können. Dem ist nicht so.

  • Was ist denn hier los??? Vielleicht können SIe mal alle im Kollektiv zum Psychologen... Soviel Depression auf einem Haufen KANN ja nicht gesund sein!
    Ich glaube, der gemeine Deutsche neigt einfach zum meckern, schwarzsehen und schlechtreden.

    Das nervt echt! Und am besten über "die mächtigen da oben" meckern und selbst nicht aus dem Quark kommen.

    Wer von den "Mächtigen" wohl die "Zeit" hat, um kurz vor 9 im Handelsblatt einen Kommentar zu verfassen..?

  • Leider haben Sie vollkommen recht.

  • Aufschwung ! Wir sind in dem Tunnel, den Zug schon vor Augen und die Medienhuren propagandieren Aufschwungsülze....
    Aber es gibt bestimmt noch genug dumme Menschen, welche sich weiterhin einlullen lassen......

  • Auch meine volle Zustimmung.

    Bin allerdings kein Nichtwähler. Habe bisher der CDU meine Stimmen gegeben, aber das hat ein Ende. Werde zukünftig die Linke wählen, nicht weil ich deren Politik gut fände, sondern damit dieser "Saftladen" endlich wieder einen Boden findet.

  • So, Einkommenssteueraufkommen auf Rekordlevel und die Umsatzsteuer liegt danieder. Nun Bürokratismus hat seinen Preis. Eine bewusste Ignoranz der Kalten Progression bei der Einkommenssteuer zum Inflationsausgleich drückt seit Jahrzehnten den Inlandskonsum der Steuerbürger.

    Ab 2012 wird die sich abschwächende Exportwirtschaft, steigende Arbeitslosigkeit, PIIGS - Zahlungen und garantierte Ausfallzahlungen an Griechenlandgläubiger die Staatsschulden auf Rekordlevel bringen. Selbstredend das einzige Rezept deutscher Bürokraten wird die Erhöhung der Staatsquote und Steuern sein. Das Raubtier Bürokratismus muss mit dem Geld der Bürger gefüttert werden.

  • Finanzausgleich 2012?

    Mir fallen immer zwei Geschichten ein, wenn solche Meldungen veröffentlicht werden.

    Zum einen „Die Sage vom Brettener Hundle“, zum anderen die Geschichte vom „Stierwascher auf der Festung Hohensalzburg“.

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