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Steuererklärung

Das Ausfüllen der kaum verständlichen Formulare ist für viele Steuerzahler eine lästige Aufgabe.

(Foto: dpa)

Steuerpolitik FDP-Fraktionsvize will die Steuererklärung abschaffen

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr will die vollautomatische Steuererklärung einführen. Das lästige Ausfüllen der Formulare fiele dann weg.
4 Kommentare

BerlinDas Jahr neigt sich dem Ende zu. Und damit steht für Steuerzahler bald wieder eine lästige Aufgabe ins Haus: die Erstellung der Steuererklärung. Spesenquittungen ordnen, Fahrtkosten ausrechnen, die kaum verständlichen Formulare ausfüllen – viele Beschäftigte treibt das Jahr für Jahr an den Rand des Wahnsinns.

Geht es nach FDP-Fraktionsvize Christian Dürr, soll damit bald Schluss sein. Er will die Steuererklärung nicht nur vereinfachen – er will sie für den Normalbürger gleich ganz abschaffen. „Im digitalen Zeitalter sollte man nicht mehr von Steuererklärungen auf Bierdeckeln sprechen, sondern überlegen, wie man mithilfe der Digitalisierung die Steuererklärung vollständig abschaffen kann“, sagt Dürr. Seinen Vorstellungen zufolge soll das Finanzamt künftig automatisch für den Bürger den Steuerbescheid erstellen.

Was verwegen klingt, ist in Schweden schon seit Jahren Realität. Dort wird die Steuererklärung vollständig vom Finanzamt vorausgefüllt, ein Steuerzahler muss nur den Bescheid prüfen. Ist nichts Außergewöhnliches wie eine Erbschaft vorgefallen, kann er per SMS seine Bestätigung ans Finanzamt schicken. Fertig.

Wenn in Schweden die Steuererklärung so schnell und einfach geht, warum nicht auch hierzulande, fragt sich Dürr. Der Fraktionsvize hat ein erstes Konzept für eine „Einfachsteuer“ (Easy Tax) erarbeitet. „Die Kombination aus Digitalisierung und Steuervereinfachung könnte der goldene Weg sein, um den Menschen endlich eine wirklich spürbare Entlastung bei dem bürokratischen Steuerwahnsinn zu geben“, sagt Dürr.

So könnten viele Informationen, die Arbeitnehmer jedes Jahr mühsam an das Finanzamt schicken, längst automatisiert und digital übermittelt werden, etwa die Arbeitnehmersparzulage, die Wohnungsbauprämie oder das Elterngeld durch die Elterngeldstelle. Die Fahrkosten eines Arbeitnehmers könnte sein jeweiliger Arbeitgeber angeben, da er ohnehin wisse, wo dieser wohnt, und am Jahresende die Lohnsteuerkarte ans Finanzamt übermittelt.

Auch Spendenorganisationen, Berufsverbände und Gewerkschaften könnten Spenden und Beitrage des Arbeitnehmers nach Einwilligung direkt ans Finanzamt melden. Dürr überlegt sogar, ob nicht sogar die Privatwirtschaft einbezogen werden könnte, etwa dass Amazon gekaufte Fachliteratur ans Finanzamt melden kann.

Um die Steuererklärung abzuschaffen, muss laut Dürr aber auch das Steuerrecht einfacher werden. Dafür müssten Ausnahmen abgeschafft und Pauschalen ausgeweitet werden, etwa eine für das steuerlich absetzbare Arbeitszimmer eingeführt werden.

Doch diese Reform wäre eine harte Nuss. Während das schwedische Steuersystem nur wenige Ausnahmen kennt, wird in Deutschland jedes der unzähligen Steuerprivilegien eisern verteidigt. Ein noch größeres Hindernis aber ist der Datenschutz: In Schweden kann das Finanzamt auf die Daten aller Behörden und sogar der Banken zugreifen. Nur deshalb kann der Fiskus die Steuerformulare seiner Bürger automatisch ausfüllen.

Vielen Deutschen graut es vor der Vorstellung, ein gläserner Steuerbürger zu sein. Für sie klingt das gefährlich nach Überwachungsstaat.

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4 Kommentare zu "Steuerpolitik: FDP-Fraktionsvize will die Steuererklärung abschaffen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die FDP wollte doch lieber nicht regieren, als falsch zu regieren. Herr Dürr, aus dem genannten Grund ist Ihre Forderung doch wohl einfach nur lachhaft.

  • In weniger entwickelten Laender wie Portugal gibt es bereits eine automatische Steuer-
    erklaerung. Deutschland hinkt bei der Digitalisierung sehr hinterher.

  • Wenn Herr Dürr seine Steuererklärung selber machen würde und dazu das kostenlose Program ELSTER nutzte, dann wüsste er, dass das genau so auch heute schon geht! Ich muss nur die aktuellen Spendenbescheinigungne und Handwerkerrechnugnen angeben und fertig. Das dauert eine Stunde.

  • Wenn der FDP-Fraktionsvize Christian Dürr eine vollautomatische Steuererklärung einführen will, dann will er auch den gläsernen Steuerbürger.
    Das wäre der Überwachungsstaat in Reinkultur.
    Wer nicht einmal eine Vereinfachung des Steuersystems hinkriegt, was den Bürgern ungemein helfen würde oder dass die Formulare sich nicht jährlich ändern, der spllte nicht die steuerliche Überwachung der Bürger fordern.
    Die FDP ist von einen freiheitlichen liberalen Partei zur Überwachungspartei a la SED mutiert.

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