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Stickoxidbelastung Umweltbundesamt bezweifelt Wirkung von Diesel-Umtausch-Prämie

Das Amt hält eine Umweltprämie für nicht geeignet, um die Stickoxidbelastung ausreichend zu senken. Besser wäre eine verpflichtende Nachrüstung der Fahrzeuge mit SCR-Katalysatoren.
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Ältere Diesel etwa der Norm Euro-4 haben teils geringere Abgaswerte als modernere Euro-6-Autos. Quelle: dpa
Feinstaub

Ältere Diesel etwa der Norm Euro-4 haben teils geringere Abgaswerte als modernere Euro-6-Autos.

(Foto: dpa)

Berlin Das Umweltbundesamt bezweifelt die Umwelt-Wirkung von Umtauschprämien für alte Diesel beim Kauf eines Neufahrzeugs. „Eine Umtauschprämie würde im optimistischsten Fall lediglich eine Minderung der Stickoxid-Belastung um 0,7 Mikrogramm pro Kubikmeter bringen“, zitiert die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) aus einem Arbeitspapier der Behörde.

Das sei ein geringer Wert im Vergleich zur Gesamtbelastung, die in Städten wie Stuttgart oder München zwischen 73 und 78 Mikrogramm liegt. Hintergrund ist, dass ältere Diesel etwa der Norm Euro-4 teils geringere Abgaswerte als modernere Euro-6-Autos haben.

Das Umweltbundesamt bestätigte auf Anfrage den Bericht am Samstagabend. „Wir halten eine als Kaufanreiz ausgestaltete Umweltprämie für nicht geeignet, um die Stickdioxidbelastung ausreichend zu senken. Viel besser wäre eine verpflichtende Nachrüstung der Fahrzeuge mit SCR-Katalysatoren durch die Hersteller“, sagte ein Sprecher der Behörde. Nur so ließen sich Fahrverbote vermeiden. Die bislang beschlossenen Software-Updates reichten allein nicht aus.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt vor allem auf solche Prämien, um durch modernere Flotten die Stickoxid(NOx)-Belastung zu senken und Fahrverbote in Städten zu vermeiden. Eine Nachrüstung mit Katalysatoren, wie sie das Umweltministerium favorisiert, schließt Scheuer zwar nicht aus. Er hält sie aber für eine technisch komplizierte und teure Lösung.

Am Sonntag will Scheuer sein Konzept im Kampf gegen die NOx-Belastung Bundeskanzlerin Angela Merkel vorstellen. Diese hatte Scheuer vergangene Woche angesichts angekündigter Fahrverbote in verschiedenen Städten beauftragt, einen neuen Anlauf zur Lösung des Problems zu machen.

Merkel denkt dabei offenkundig auch an Nachrüstungen mit Katalysatoren, da Scheuer diese seitdem nicht mehr ausschließt. Er will aber am Sonntag auch die Vorstandschefs der deutschen Autoindustrie zu Zusagen für attraktivere Umtauschprämien als bisher bewegen, um die NOx-Werte zu senken.

  • rtr
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