Streit mit Uni Bayreuth Guttenberg streitet mit Ex-Uni

Die Plagiatsaffäre um die Doktorarbeit von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg sorgt für Streit. Der CSU-Mann würde den Untersuchungsbericht am liebsten geheim halten - die Universität nicht. Die Chancen stehen schlecht für den Ex-Minister.
Update: 11.04.2011 - 00:12 Uhr 11 Kommentare
Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg streitet mit der Universität Bayreuth. Quelle: dpa

Der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg streitet mit der Universität Bayreuth.

(Foto: dpa)

Bayreuth/BerlinDer Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Matthias Kleiner, erwartet, dass der Untersuchungsbericht zur Doktorarbeit von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg offengelegt wird. „Das Thema hat eine solche öffentliche Aufmerksamkeit erfahren, dass ich davon ausgehe, dass die Ergebnisse der Kommission der Universität Bayreuth auch veröffentlicht werden“, sagte Kleiner der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf (Montagausgabe).

Zwischen dem ehemaligen Verteidigungsminister und seiner früheren Universität ist ein heftiger Streit über den Untersuchungsbericht entbrannt. Der Anwalt des prominenten CSU-Manns griff die Hochschule scharf an und warf ihr vor, seinen wegen der Plagiatsvorwürfe zurückgetretenen Mandanten vorzuverurteilen. Laut „Süddeutscher Zeitung“ kommt die Untersuchungskommission der Uni zu dem Schluss, dass Guttenberg absichtlich abgeschrieben habe. Dieser würde die Veröffentlichung des Berichts am liebsten verhindern und ließ von seinen Anwälten den Vorwurf der Täuschung erneut zurückweisen. 

„Obwohl die Kommission der Bayreuther Universität ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen hat, wird über deren angebliche Ergebnisse bereits in der Presse berichtet“, sagte Anwalt Alexander Graf von Kalckreuth in der „Bild am Sonntag“ und fügte hinzu: „Das widerspricht allen Regeln eines ordentlichen Verfahrens und dient der Vorverurteilung meines Mandanten.“ Guttenberg bleibe weiter bei seiner Darstellung, nicht absichtlich abgeschrieben zu haben. 

Diesen Vorwurf wies die Hochschule zurück. „Es gibt bis heute keine offizielle Stellungnahme der Universität Bayreuth oder der Kommission, in der von einer absichtlichen Täuschung die Rede war“, sagte Uni-Sprecher Frank Schmälzle der Nachrichtenagentur dpa.„Insofern halten wir diese Vorwürfe für verfehlt.“ 

Die Universität Bayreuth will ihren Bericht notfalls auch gegen den Willen Guttenbergs veröffentlichen. „Wir wollen eine klare Aussage zum wissenschaftlichen Fehlverhalten zu Guttenbergs treffen und das Thema öffentlich aufarbeiten“, sagte Sprecher Schmälzle. 

Laut „SZ“ geht die Kommission davon aus, dass Guttenberg vorsätzlich gehandelt hat. Ausmaß und Art der Plagiate ließen keinen anderen Schluss zu. Guttenberg hatte aber stets bestritten, bewusst Texte anderer Autoren übernommen zu haben, ohne dies zu kennzeichnen. 

Guttenberg habe gegenüber der Kommission eine umfassende Stellungnahme abgegeben, sagte sein Anwalt jetzt. „Sie belegt schlüssig, dass er nicht bewusst getäuscht hat.“ Sein Mandant räume aber „mangelnde Sorgfalt“ ein. Vorwürfe der Uni, Guttenberg wirke an der Aufklärung der Affäre anders als versprochen nicht voll mit, bezeichnete der Anwalt als „haltlos“.

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11 Kommentare zu "Streit mit Uni Bayreuth: Guttenberg wehrt sich gegen „Vorverurteilung“"

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  • Dieser arrogante Bleneder soll zum Teufel gehen uns Deutsche mit seinem Scheiß Dr. Titel endlich in Ruhe lassen

  • Welch ein Hohn hier von "Vorverurteilung" zu sprechen. Als hätte es keine Aberkennung des Doktortitels und keinen Ministerrücktritt gegeben.
    Halbseiden ziehen wir in den moralischen Bankrott.

  • die Ausführungen von Guttenbergs Anwälten sind einfach albern. Art und Umfang der Passagen in Guttenbergs Dissertation lassen nur den Schluß zu, daß er ganz bewußt und absichtlich ohne Kennzeichnung abgeschrieben hat. Jeder Student lernt in den ersten Semestern, wie man richtig zitiert.

  • Starschoi schreibt:
    Nicht ohne zu Guttenberg!
    Ein Armutszeugnis, wenn die freie demokratische Presse immer wieder langweilende Nachrichten braucht. Sonst nichts zu schreiben?

  • "„Der Spiegel“ berichtete unterdessen, dass die Plagiatsaffäre möglicherweise keine strafrechtlichen Folgen haben werde. Die bayerische Justiz suche derzeit nach Präzedenzfällen, in denen Ermittlungen wegen Urheberrechtsverstößen mangels öffentlichen Interesses eingestellt wurden, berichtete das Blatt."

    hier behaupten zu wollen es bestuende kein oeffentliches interesse ist jawohl grotesk. aber die bayerische justiz wird jetzt wohl auch gesponsert???

  • Guter Rat ist teuer:
    Die FDP muss zu ihren Wurzeln zurück:
    Gerechtigkeit statt Klientelpolitik
    Freiheit des Individuums
    Realismus und/oder Pragmatismus statt Ideologie bei der Steuersenkung (Das Geld dafür ist nicht da und wird nie da sein)
    Wieder korrigierend eingreifender Juniorpartner statt Miderheitsinteressen dem Koalitionspartner reindrücken.
    Das System Westerwelle muss weg mit Stumpf und Stiel.
    Diese Veränderungen benötigen ca. 6 - 12 Jahre, also eine lange Durststrecke.
    Die Rechten bringen es nicht, weil die nicht mal eine Diplomarbeit abschreiben können.
    Fat_Bob_ger

  • Ich tippe auf die Grünen,
    wenn diese dann versagen,
    dann könnten die Rechten am Ziel sein, der starke Mann.

  • Selber schuld. Warum musste der auch so pfuschen - wo es doch so viele seriöse Titelhändler gibt!

  • Ein Lackaffe ist ein Lackaffe ist ein Lackaffe.

  • Sie haben Recht, die FDP ist erledigt, gleichgültig wer den Laden übernimmt.
    Nur, welche Alternative haben die "ehemaligen" FDP-Wähler? Die CDU hat doch ebenfalls fertig.
    Kommt in Deutschland nach dem Sozialismus vielleicht der Kommunismus?

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