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Streit über Causa Pretzell AfD-Sonderprüfer kanzelt Parteivize Gauland ab

AfD-Bundeschef Lucke setzt interne Ermittler auf den NRW-Landeschef an. Heraus kommt ein Bericht, den Brandenburg-AfD-Chef Gauland als Teil einer Schmierenkomödie sieht. Die Prüfer der Partei sind empört.
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Unter Beschuss: Der brandenburgische Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland. Quelle: dpa
Alexander Gauland

Unter Beschuss: Der brandenburgische Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland.

(Foto: dpa)

Berlin Einer der Sonderprüfer, die von der AfD-Bundespitze eingesetzt wurden, um im Fall des von einer Steueraffäre betroffenen NRW-Landeschef Marcus Pretzell interne Ermittlungen durchzuführen, wehrt sich gegen Kritik des Vize-Bundesvorsitzenden der Partei, Alexander Gauland. Der Brandenburger AfD-Chef hatte die Unabhängigkeit der Prüfer infrage gestellt und die von AfD-Bundeschef Bernd Lucke angestoßene Untersuchung als „Schmierenkomödie“ bezeichnet.

Gaulands öffentliche Einlassungen seien „voll von tendenziösen und einseitigen Darstellungen“, sagte Michael Balke, selbst AfD-Mitglied und Richter am Niedersächsischen Finanzgericht, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Dies, obwohl Alexander Gauland erst vor wenigen Tagen mit zwei weiteren Vorstandskollegen alle Beteiligten im Bundesvorstand und im Landesverband NRW aufforderte, „von tendenziösen oder einseitigen Darstellungen in Veröffentlichungen abzusehen“.“ Balke forderte Gauland auf, sich an seine eigene Aufforderung zu halten. Und er fügte hinzu: „Bitte mäßigen Sie sich und bleiben Sie fair.“

Anlass für die Untersuchung war eine Steuerschuld Pretzells, die das Finanzamt vor Monaten veranlasst hatte, die ausstehende Summe kurzfristig von einem AfD-Konto zu pfänden. Die Sonderermittler urteilten, Hintergrund seien „private chaotische Zustände“. Aufgrund „tätiger Reue“ seien keine parteienrechtlichen Konsequenzen erforderlich.

Die Gutachter folgerten aber, dass Pretzell überfordert sei, weiter gleichzeitig Europa-Abgeordneter und Landesparteichef in NRW zu sein. Der AfD-Bundesvorstand schloss sich dieser Einschätzung aber nicht an. Der 41-Jährige Pretzell gehört zu den schärfsten Kritikern von Parteichef Lucke. Am Montag wurde Pretzell, der auch im Europaparlament sitzt, von seiner Fraktion von künftigen Sitzungen ausgeschlossen, weil er Interna an die Presse weitergegeben haben soll.

„Wutausbruch“ und Vorwürfe „ohne Belege“
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9 Kommentare zu "Streit über Causa Pretzell: AfD-Sonderprüfer kanzelt Parteivize Gauland ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Henkel zerstört die AfD. Die AfD verdankt ihm Millionenspenden, er ihr dafür ein EU-Mandat. Um davon abzulenken, daß er sich für profane Vorstandsarbeit zu schade ist, nutzt er Nebelkerzen und schützt andere Gründe vor. Damit kann er gleichzeitig sein Mütchen kühlen und aus Grossmannssucht seine Kritiker abstrafen. Gern informiert er die Medien über Innerparteiliches, verschweigt aber oft die wahre Urheberschaft. So könnte zB auch eine Schwester Luckes in der Pretzell-Steueraffäre massgeblich beteiligt gewesen sein, nicht nur ein Prof. D. aus NRW.
    Ein mögliches Szenario ist jetzt, dass Lucke, dem Gelde verpflichtet, unter dem Vorwand, sich von "rechts" trennen zu müssen, die Partei spaltet, das Vermögen behält, und eine Ost-AfD ohne Mittel zurücklässt. Von daher macht es durchaus Sinn, wenn Henkel noch etwas mehr Gas gibt. Tumbes Parteivolk wird aus Sorge vor Querelen immer zu BL & HOH halten. Also weiter so: immer schön mutig gegen rechts.

  • @Herr Großer

    Nichts für ungut. Natürlich kann ich Sie verstehen, dass Sie enttäuscht sind, wer wäre das nicht, wenn man beobachtet wie sich führende Leute dieser Partei gegenseitig zerfleddern, während man geglaubt hatte man hätte es mit einigermaßen intelligenten Leuten zu tun.

    Jemand kann partiell hoch intelligent sein, wie z.B. Herr Henkel aber trotzdem von praktischer Politik und angemessenen politischen Verhalten wenig verstehen.

    Manchmal bin ich der Meinung man sollte mit 65 spätestens mit 70 überhaupt mit der Politik vollständig aufhören und den Betrieb nur noch vom Rand beobachten und gegebenfalls kommentieren.

    In diesem Alter werden manche Männer einfach geschwätzig und sind nicht mehr in der Lage auch mal "die Klappe zu halten".

    Der Aufenthalt in einem "ZEN-Kloster" wäre da geeignet, sich einmal in der Kunst des Schweigens zu üben.

    Na ja, leichter gesagt als getan, ich kann meine Klappe leider auch manchmal nicht halten obwohl es sicher klüger wäre.

    So ist das Leben "g"

  • Sie werden doch wohl hoffentlich wissen, wie ich das mit "Spaß" gemeint habe ohne das man dies hier besonders erklären muss.

    Als AfD-Sympathisant der ersten Stunde kann man doch auch mal enttäuscht sein und dies auch klar so schreiben. Deswegen wende ich mich doch nicht von der Partei ab! Aber einfach nur alles schönreden ist mir auch zuwider.

    Man sollte Umfragen zwar wirklich nicht überbewerten aber wenn die AfD in den nächsten Wochen an Zustimmung verliert und/oder den Einzug in die Bürgerschaft Bremens verfehlt, ist dies durch die eigene Schuld geschehen! Man sollte nicht nur die Schuld bei den "Anderen" wie Medien usw. suchen. Das gehört einfach zur Wahrheit auch mit dazu!



  • Politik ist ein hartes Geschäft in jeder Beziehung und auch wenig geeignet "Spaß" zu machen. Wer Spaß mit Politik verwechselt, wandelt wohl eher auf den Spuren des vergangenen Guido Westerwelle und pflegt Mißverständnisse.

    So ist es und das sollte man auch wissen.

    Ich bin, was die AfD angeht überhaupt nicht enttäuscht sondern beobachte das was da abgeht mit dem Interesse eines Insektenforschers, der das Sozialverhalten etwa von Ameisen oder Bienen unter die Lupe nimmt.

    lol

  • Zurzeit macht die AfD wirklich keinen Spaß!

    Wie eine Partei die so viel Potenzial hat und für die eigentlich aktuell alles läuft, sich so dämlich anstellen kann, gerade auch in der Öffentlichkeit, ist mir einfach unerklärlich!

    Und das obwohl man davon ausgehen das dort nur gebildete Männer und Frauen am Werk sind.

    Ich bin wirklich maßlos enttäuscht!

  • Klar, wenn eine politische Gruppierung oder Partei wie die AfD zu einer kritschen Größe und zueinem politischen Faktor heranwächst, wird das alte Spiel vonTeilen, Herrschen und Marginalisieren gespielt.

    Immer wieder interessant zu beobachten wie die alten machiavelistischen Rezepte angewandt werden und funktionieren.

    Schade , dass Herr Lucke zwar ein guter Fachmann in Ökonomie, Euro-und Währungsfragen ist, aber kein wirklich brillianter Parteichef mit den Qualitäten, die notwendig wären, eine junge Partei so zu führen, dass sie einigermaßen unbeschadet ihre notwendigen Gärungsprozesse absolvieren kann.

    Herr Lucke hat einmal selber zugegeben, dass er kein besonders guter "Teamplayer" sei. Nun ja, nicht jeder kann alles.

    Mir scheint, Frau Petry als Frau hat da mehr Fingerspitzengefühl und sieht sich auch nicht in der Lage die üblichen virilen maskulinen Hahnenkämpfe leisten zu müssen. lol

  • Schmierkomödie? Wer weiß, aber die AfD ist darauf rein gefällten. Da sind die Meister der politischen Intrige von ganz anderer Seite unterwegs.
    Das Finanzamt Düsseldorf hat seinen Fehler eingeräumt und das Pfändungsverfahren eingestellt.
    Von wegen Fehler. Da stand im Briefkopf "AfD" So macht man so was.

  • Warum will Lucke noch ein Gutachten, warum schließt Lucke den Pretzell in den Sitzungen aus?
    Lucke wird mit diesem Führungstil nicht weit kommen.
    Statt Hr. Pretzell zu mobben, sollte Lucke, wenn er ein weiser Führer sein möchte, den Hr. Pretzell mit einbinden. Schließlich hat Hr. Pretzell ein gutes Marktwirtschaftliches Verständnis und vertirtt die soziale und freie Marktwirtschaft im EU-Parlament sehr gut. Und darauf basiert schließlich die AfD -Soziale Marktwirtschaft-. Oder scheint Hr. Lucke nur Augen für den "EURO" zu haben....wenn das so ist, dann wird es entweder die AfD oder Hr. Lucke nicht mehr lange geben.
    Die AfD steht mittlerweile für viel mehr als nur das "EURO-Thema". Das sollte auch Lucke endlich mal akzeptieren. Danke!

  • Wer schon mal eine Scheidung miterlebt hat, weiß, dass es da unter ungünstigen Umständen schon einmal kurzfristig zu persönlichen "chaotischen Zuständen" finanzieller und melderechtlicher Art kommen kann, wenn ein Teil der aufgelösten Partnerschaft die gemeinsame Wohnung verläßt.

    Das ist ziemlich normal.

    Herrn Preztell, der in dieser heiklen persönlichen Situation möglicherweise nicht "optimal aufgestelltl war" nun einen politischen Strick zu drehen, wie es in der Taktik des Herrn Henkel, der Herrn Pretzell nicht mag, zum Ausdruck kommt, ist seinerseits nicht "optimal" sondern "suboptimal" man kann auch sagen "unanständig" und sollte meiner bescheidenen Meinung nach so unter Parteikollegen nicht praktiziert werden.

    Wäre einer von Henkels Freunden in der AfD in die Lage des Herrn Pretzell geraten, hätte Herr Henkel mit einiger Wahrscheinlichkeit anders agiert.

    Insofern kann man Herrn Gauland verstehen, wenn er hier von einer"Schmierenkomödie" spricht.

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