Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Streit über härtere Strafen Russland-Sanktionen spalten deutsche Wirtschaft

Deutsche Unternehmen leiden schon unter den Folgen der Russland-Sanktionen. Außenhandelspräsident Börner ist trotzdem für härtere Strafen gegen Moskau. Das sorgt für großen Unmut im Mittelstand.
9 Kommentare
Die Krise in der Ost-Ukraine bereitet der deutschen Wirtschaft Sorgen. Die Sanktionen gegen Russland treffen besonders den Maschinenbau. Quelle: dpa

Die Krise in der Ost-Ukraine bereitet der deutschen Wirtschaft Sorgen. Die Sanktionen gegen Russland treffen besonders den Maschinenbau.

(Foto: dpa)

BerlinDer Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, hat die Forderung des Präsidenten des Handelsverbandes BGA, Anton Börner, nach härteren Russland-Sanktionen scharf zurückgewiesen. „Die Ukrainekrise kann nur am Verhandlungstisch gelöst werden. Jeder neue Dreh an der Sanktionsspirale treibt Russland weiter in die Arme Chinas“, sagte Ohoven dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Peking springe sofort für ausfallende westliche Exporteure ein. Das gelte für das Erdgasgeschäft ebenso wie für den deutschen Maschinenbau.

„Zugleich werden die Folgen der Sanktionen im deutschen Mittelstand zunehmend spürbar“, warnte Ohoven. „So verzeichnet etwa der stark exportorientierte Maschinen- und Anlagenbau in Sachsen-Anhalt Einbußen von bis zu 50 Prozent.“ Der Kursabsturz des Rubels verteuere zudem die deutschen Exporte insgesamt. „Auch Sanktionen auf dem Kapitalmarkt dürften kaum greifen“, betonte der Mittelstandspräsident. Russlands Auslandsschulden beliefen sich auf rund 80 Milliarden Euro. Dem stünden Fremdwährungs- und Goldreserven von 470 Milliarden Euro gegenüber. Allein in den letzten zehn Monaten, so Ohoven, habe Moskau seine Goldreserven um zehn Prozent auf 1104 Tonnen aufgestockt. Damit besitze Russland die weltweit fünftgrößten Goldreserven.

Ohoven wies zudem auf eine Analyse der US-Ratingagentur Standard & Poor’s hin, wonach mehr als 80 Prozent der russischen Unternehmen über ausreichend Liquidität verfügten. Ein Ausschluss Russlands vom internationalen Zahlungssystem Swift würde daher „die Bestrebungen anderer Schwellenländer beschleunigen, eine Alternative zu Swift zu entwickeln“, warnte der Verbandschef. „Vor diesem Hintergrund ist auch die Ausweitung des chinesischen Kreditkartensystems UnionPay auf den russischen Markt zu sehen.“  

Börner hatte am Montag in der Online-Ausgabe der Zeitung „Die Welt“ die EU aufgefordert, ihre Wirtschaftssanktionen deutlich zu verschärfen. Im Bereiche der Finanzmärkte gäbe es „einige Folterinstrumente“, die Russland noch massiver treffen könnten. Börner sieht mit dem Konflikt um die Ukraine „eine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit Russland und weitere Krisen“ heraufziehen. „Das Jahr 2014 hat eine Zeitenwende eingeläutet“, sagte er in Anspielungen auf die Krisen in der Welt. „Wir werden alle Opfer bringen müssen.“

Börners Äußerungen stehen im Widerspruch zur Position des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (OA). Dessen Verbandschef Eckhard Cordes hatte am Wochenende kritisiert, die neuen Sanktionen der EU gegen Russland würden sicher nicht zur Entspannung beitragen. Die Europäer schadeten sich vielmehr letztlich damit selbst. Vermutlich befinde man sich am Beginn einer gefährlichen Sanktionsspirale. Die Äußerungen Börners wollte der Verband auf Anfrage des Handelsblatts nicht kommentieren.

Brexit 2019
Maschinenbauern brechen Russland-Geschäfte weg
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Streit über härtere Strafen - Russland-Sanktionen spalten deutsche Wirtschaft

9 Kommentare zu "Streit über härtere Strafen: Russland-Sanktionen spalten deutsche Wirtschaft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Tante Merkel hat von Wirtschaft keine Ahnung

    Schlimmer noch, man hat das Gefühl sie unterliegt dem Lotusblumeneffekt, alles, wirklich alles perlt an ihr nur ab, auch und gerade gut gemeinte Ratschläge von Menschen mit erwiesenem Sachverstand. Teflonbeschichtet wäre im übrigen eine weitere Formulierung die hier greifen könnte.

  • Schon bemerkenswert wie Typen wie Herr Börner sich instumentalisieren lassen im Interesse einer verfehten Politik, deren vorrangiges Ziel offenbar darin besteht sich selber ins Knie zu schießen.

    Diese Art von Verbandsfunktionären, die massiv gegen die Interessen ihrer eigenen Leute agitieren sind nichts weniger als ein Zeichen für die geistige Dekandenz der jetzigen politischen Klasse in diesem Land, die nichts aus der Geschichte der letzten hundert Jahre in Europa gelernt hat.

    Die Kanzler Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhardt Schröder haben alle ein gutes Verhältnis mit Russland angestrebt,der Erfolg dieser Politik war die deutsche Wiedervereinigung. Frau Merkel und ihr Anhang macht diese Politik zunichte.

  • Tante Merkel hat von Wirtschaft keine Anhnung !
    Rußland gehört doch, natürlich "nur" mit einem Teil, seit jeher zu Europa. Warum handelt Merkel so kurzsichtig? Warum unterstützt man auch noch die schmierigen Manschenschaften dieser extrem unehrlichen, höchst verlogenen, hintertriebenen Amis??? Keine Politiker mit Ar... in der Hose? Keine dt. Politiker mit Rückgrat??
    Dieses unser Verhalten wird noch lange gegen uns seitens Rußlands Verwendung finden - das wird richtig teuer!
    Schickt diese weltverachtenden Amis in die Wüste !!

  • @Herr peterchen Mondfahrt
    Also ich bin ja kein Insider, aber einiges hört man ja trotzdem.
    Fast alle Medien, außer den öffentlich-rechtlichen Anstalten, stehen unter einem fürchterlichen Kostendruck und müssen gleichzeitig wegbrechende Leserzahlen und damit auch weniger Werbeeinnahmen verkraften. Das Personal muss entsprechend dem Kostendruck ausgedünnt werden und sie sind gezwungen die journalistischen Tätigkeiten verstärkt von großen Nachrichtenagenturen günstig, halb oder ganz fertig, einzukaufen. Mittlerweile bedienen die sogar den Boulevard mit vorgefertigten Artikeln und Bildern. Günstig bezahlte Journalisten mit zuarbeitenden Praktikanten bringen dann, oftmals vergeblich, auf die Schnelle ein wenig eigenen Schliff in die Sache. Dennoch ist natürlich die Ähnlichkeit in anderen Zeitungen zum gleichen Thema sehr auffällig. Ist tatsächlich mal ein Alpha-Journalist für einen Artikel verantwortlich, können Sie sicher sein, dass dieser Artikel ausschließlich einer bestimmten Meinungsbildung, der “Volkserziehung“ bzw. Volksverdummung, dienen soll. Die wenigen Nachrichtenagenturen sind wiederum alle in festen feudalen Händen.

  • Frau Andrea Merker, Sie haben in jeder Beziehung Recht, auch und insbesondere was den Niedergang des früher einmal geachteten Journalismus angeht. Ich frage mich allerdings, wie so eine Gleichschaltung, wie wir sie in den letzten Monaten bezüglich der sog. Ukraine-Kriese und vorher schon vor der Schröder (Ab) Wahl technisch vor sich geht. Vielleicht könnte uns da der Chefredakteur des Handelsblatt mal einen schönen Artikel zu schreiben.

  • Die Sanktionen zeigen endlich Wirkung, und nicht nur in Russland. Jetzt noch die Ukraine in die EU, das ist der Brandbeschleuniger der so dringend benoetigt wird.

  • Anton Börner ist kein Wirtschaftsvertreter, sondern der Apostel einer falsch verstandenen Auffassung des Völkerrechts: ohne massive Einmischung der EU und der Ermutigungen eines Ex-Boxers durch die Bundeskanzlerin hätte es keinen Putsch in Kiew gegeben und der Krieg in der Ostukraine wäre allen Parteien erspart geblieben. Die EU und die Regierung der BRD haben diesen Konflikt mit zu verantworten. Sie sind der Aggressor, da sie ihren Einflussbereich ausweiten wollen, Russland will diesen lediglich erhalten.

  • Es ist zu spät, der Mittelstand hätte früher aufwachen und der Politik mit aller Gewalt in den Arm fallen müssen! Russland wendet sich definitiv ab von Europa und erst recht von Deutschland. So ist das eben, wenn man kleinmütig zuschaut wie korrupte nationale Politiker sich von den USA manipulieren und benutzen lassen.
    Diese Lektion wird für ganz Deutschland nachhaltig teuer und am Ende wird es wie immer auf die unbekannte breite Masse abgedrückt. Wahrscheinlich müssen die Renten, die Sozialstandards im Allgemeinen und die Einnahmen bis zur kurz vor der Oberschicht noch viel weiter sinken bis einige Menschen endlich mal aufwachen.
    Republikweit liest und hört man in allen Medien, aber Russland hat doch den viel größeren Schaden! Und selbst wenn dem zwei bis drei Jahre lang so wäre bis sich die russische Wirtschaft angepasst und mit anderen Partnern Lösungen geschaffen haben, so wird der deutsche Schaden nicht mehr reparabel, ja er wird nachhaltig sein. Die Massenmedien stehen immer öfters in ihren eigenen Medien, weil sie in höchster Not Massenentlassungen vornehmen müssen. Ginge es nach mir würden mindestens 90 % Prozent der willfährigen, rückgratlosen und angepassten Mitarbeiter zum Jobcenter geschickt werden. Niemand braucht und will dieses unnütze Volk, weg mit diesen Opportunisten!!! Wer will teure Abonnements bezahlen, um sich dafür auch noch ständig anlügen und verarschen zu lassen?!! In ihrer reichlichen Freizeit könnten sie dann mit Frust im Bauch in ihren Blogs mal Tacheles schreiben, diese Verlierer.

  • Herr Billy Jo, Sie haben Recht dass die größten Scharfmacher die sind, die nicht darunter leiden. Wer weiß, wie viel Zeit, Geld und Nerven es kostet, gegen große Konkurrenz in einem fremden Markt Fuß zu fassen, nur der kann sich vorstellen, was da vielen Betrieben jetzt wegbricht. Diese Sanktionen sind eine Steilvorlage für Koreaner, Chinesen und Japaner und das für lange Zeit. Denn wer glaubt, das Vertrauen, das jetzt verspielt wird, einfach per ordre de mufti wieder zurückzuholn ist, der täuscht sich. Wir sind dabei uns unseren eigenen Markt für lange Zeit zu versauen. Und das nur für die Interessen einiger US-Ölbarone. Ich kann nicht glauben, dass Gabriel, Merkel und Ko das nicht wissen. Es scheint ihnen nur Sch... egal zu sein, denn es geht ihnen wie dem Stiefel-leckenden Börner: die nächste Gehaltserhöhung kommt bestimmt, so sicher wie die Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer nach Einführung der Maut.