Streit um Außenminister-Posten Gabriels Frust-Attacke trifft in der SPD auch auf Verständnis

Nach dem Zerwürfnis von Schulz und Gabriel erhält der scheidende Außenminister nun Zuspruch. Sein Parteikollege Kelber hält zu ihm.
Update: 09.02.2018 - 10:54 Uhr 3 Kommentare
Ulrich Kelber (links), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium, zeigt Verständnis für die Kritik an der SPD-Spitze seines Parteikollegen Sigmar Gabriel (rechts). Quelle: dpa
Ulrich Kelber und Sigmar Gabriel

Ulrich Kelber (links), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium, zeigt Verständnis für die Kritik an der SPD-Spitze seines Parteikollegen Sigmar Gabriel (rechts).

(Foto: dpa)

Berlin
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Ulrich Kelber (SPD), hat Verständnis für die heftige Kritik des scheidenden Außenministers Sigmar Gabriel an der SPD-Führung, hält dessen Wortwahl aber für falsch. „Sigmar Gabriel ist ne dufte Type. Er ist nicht einfach, weil er auch mal schnell rumpoltert“, sagte Kelber am Freitag dem Radiosender Bayern 2. „Ich kann seinen Frust verstehen. Ich hätte an seiner Stelle aber nicht die gleiche Wortwahl und den gleichen Weg getroffen.“

Gabriel hat SPD-Chef Martin Schulz angesichts seines drohenden Endes als Außenminister Wortbruch vorgeworfen. Gabriel hatte vergangenes Jahr zugunsten von Schulz auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur verzichtet, um Außenminister zu werden. Es wird seither kolportiert, dass Schulz ihm damals für den Fall einer neuen großen Koalition versprochen hat, dass er das Außenamt behalten darf. Schulz will nun selbst Außenminister werden.

Die Äußerungen der SPD-Führung über Ministerämter kämen zur Unzeit, da könne man schon seinen Unmut kundtun, äußerte auch die SPD-Linke Hilde Mattheis bei NDR Info Verständnis für Gabriel. „Wir müssen uns jetzt alle auf die inhaltliche Debatte konzentrieren.“ Der Mitgliederentscheid dürfe nicht von Personalentscheidungen überlagert werden.

Zu Schulz und seiner designierten Nachfolgerin Andrea Nahles sagte die GroKo-Gegnerin: „Es geht nicht, wenn zwei Leute sich an der Parteispitze zusammensetzen und sagen, wir teilen jetzt die Partei unter uns auf.“ Gabriel hat SPD-Chef Martin Schulz angesichts seines drohenden Endes als Außenminister Wortbruch vorgeworfen. Gabriel hatte vergangenes Jahr zugunsten von Schulz auf den Parteivorsitz und die Kanzlerkandidatur verzichtet, um Außenminister zu werden. Es wird seither kolportiert, dass Schulz ihm damals für den Fall einer neuen großen Koalition versprochen hat, dass er das Außenamt behalten darf. Schulz will nun selbst Außenminister werden.

SPD-Vize Ralf Stegner warnt seine Partei vor Personalstreit. „Ich glaube, dass wir gut beraten sind, darüber zu reden, um was es jetzt wirklich geht. Das ist die Zukunft Deutschlands und die Fragen, die in dem Koalitionsvertrag mit der Union eine Rolle spielen“, sagte Stegner am Freitag dem Sender NDR 1. Es plädiere immer dafür, erst über Inhalte zu sprechen. In diesem Falle gehe es in erster Linie um das Mitgliedervotum der SPD. „Für alles andere habe ich wenig Verständnis, und es hilft uns auch nicht. Im Gegenteil, es trägt ja eher immer dazu bei, eine Karikatur von Politik zu befördern“, mahnte Stegner.

  • dpa
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3 Kommentare zu "Streit um Außenminister-Posten: Gabriels Frust-Attacke trifft in der SPD auch auf Verständnis"

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  • Gabriel sollte jetzt nicht über sein Schicksal lamentieren.

    Ihm hatte die SPD die Parteiführung anvertraut.

    Er hatte den Totalversager Schulz aus Brüssel nach Berlin geholt, um ihm die Parteiführung zu übergeben.

    Er ist dafür verantwortlich, dass die SPD jetzt in den Ruf einer Umfaller-Partei geraten ist, der man nicht mehr über den Weg trauen kann.

  • Herr Schulz bisher in seiner Karriere noch nichts geleistet ausser dem Buergermeisteramt
    in Wuerselen. Gabriel ist ein gestandener Politiker. Davon hat die SPD nicht viele. Ihn in die
    Wueste zu schicken ist ein grosser Fehler. Dazu kommt, dass Schulz damit in den Ruf
    kommt ein eitler Poestchenjaeger zu sein.

  • Passend zum Karneval hat sich in Deutschland ein Prinzenpaar gefunden Merkel Schulz was es bisher noch nie gab. Der eine , den sie in Brüssel überhaupt nicht gebrauchen konnten, drischt auf alle und jeden ein. Die Andere klebt an ihrem Stuhl und schweigt, wie immer. Wenn wir so weiter machen wird es ganz schnell den Aschermittwoch geben. Frau Merkel gehen Sie zurück in die Uckermark, Sie waren noch nie eine echte CDU-lerin. Bei ihr kam immer noch die DDR durch. Und zum Wortbrecher Schulz kann man nicht mehr viel sagen. Der schlechteste Parteivorsitzede aller Zeiten.

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