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Streit um Rente mit 63 Heftige Kritik an Jens Spahns Vorstoß

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Ansatz gegen Altersarmut
Von guten Drähten und Brückenbauern – Wer kann mit wem in Jamaika?
Erstes Herantasten
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Mehr als 50 Politiker mischen mit bei den Gesprächen über eine Jamaika-Koalition von Union, FDP und Grünen. Über die nächsten Wochen werden sie in unterschiedlicher Zusammensetzung viel Zeit miteinander verbringen. Manche kennen sich schon ewig und verstehen sich prima – auch über Parteigrenzen hinweg. Oft sind gerade solche Brückenbauer in der Lage, Lösungen zu finden, wenn es hakt. Deshalb sind sie für schwierige Gespräche besonders wichtig. Bei den ersten Sondierungsgesprächen am Freitag scheint die Stimmung unter den Politikern ausgelassen, wie hier bei einer parteiübergreifenden Rauchpause auf dem Balkon der Parlamentarischen Gesellschaft. Wessen Verhältnis ist besonders gut?

(Quelle: dpa)

(Foto: dpa)
Angela Merkel (CDU) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne)
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Die Kanzlerin und die Fraktionschefin sind zwar nicht per Du, schätzen sich aber schon länger. Wenn Merkel die Grünen-Spitze erreichen will, ruft sie am ehesten bei „KGE“ an. Die beiden verbindet ihre ostdeutsche, protestantische Herkunft.

(Foto: AP)
Christian Lindner (FDP) und Cem Özdemir (Grüne)
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Die beiden Parteichefs duzen sich, treffen sich gelegentlich und wirken auch sonst öfter mal wie gute Kumpel. Bei einem gemeinsamen Auftritt bei einer Veranstaltung des Industrieverbandes BDI wurde nicht nur Lindners Nähe zur Wirtschaft deutlich, sondern auch die Özdemirs. Er zählt zu den Grünen mit der größten Nähe zur Wirtschaft. Und der Liberale scheint sich ohnehin in grüner Gesellschaft wohl zu fühlen.

(Foto: Reuters)
Christian Lindner und Hermann Gröhe (CSU)
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Auch zu Hermann Gröhe hat der FDP-Chef ein gutes Verhältnis. Beide kommen aus dem Rheinland, Noch-Gesundheitsminister Gröhe aus Neuss und Lindner überm Rhein aus Düsseldorf. Die beiden können seit längerem ganz gut miteinander. Dies hielt auch an, als Lindner nach seinem Rücktritt als Generalsekretär bei der alten FDP-Spitze in Ungnade fiel.

(Foto: dpa)
Daniel Günther (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP) und Robert Habeck (Grüne)
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Die drei Nordlichter haben in Schleswig-Holstein schon mal erfolgreich Jamaika ausgehandelt und kennen die Fallstricke. Bei den Sondierungsgesprächen sieht man sie wieder zusammen. Dennoch betonen die Landespolitiker, dass die Lage im Bund viel komplizierter ist.

(Foto: dpa)
Horst Seehofer (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne)
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Nicht nur im Käferzelt auf der Wiesn verstehen sich die beiden Ministerpräsidenten gut. „Mit Kretschmann könnte ich schon morgen ein Bündnis für ganz Deutschland machen“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Wahlkampf über den baden-württembergischen Amtskollegen. Gut denkbar, dass die beiden unter vier Augen weiterkommen, wenn die Gespräche mal feststecken.

(Foto: dpa)
Alexander Dobrindt (CSU) und Anton Hofreiter (Grüne)
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Der bisherige Verkehrsminister nannte Hofreiter zwar kürzlich erst einen „rhetorischen Neandertaler“, aber die beiden Bayern sind beim Du und verstehen sich gar nicht so schlecht, wenn keine Kameras auf sie gerichtet sind.

(Foto: dpa)

Allerdings gibt es bei den potenziellen Koalitionspartnern der Union durchaus Sympathie für Spahns Vorschlag. Als Arbeitsministerin Andrea Nahles die abschlagsfreie Rente in der vergangenen Legislaturperiode durchboxte, warnte die grüne Opposition vor einem „Nahles-Knick“ bei der Beschäftigung Älterer. Ihrer Partei gehe es vor allem um die Bekämpfung der Altersarmut, sagte Grünen-Chefunterhändlerin Katrin Göring-Eckardt vor Beginn der neuen Jamaika-Sondierungsrunde. Ihr schwebt dabei eine „Garantierente“ vor: Wer lange gearbeitet habe, solle mehr haben als die Grundsicherung. Die von CSU-Chef Seehofer geforderte Ausweitung der Mütterrente sei dagegen nicht das richtige Instrument zur Bekämpfung der Altersarmut. Noch ist unklar, ob Bayerns Ministerpräsident die Mütterrente zur Bedingung für das Zustandekommen einer Jamaika-Koalition macht.

Heftige Kritik an Spahns Vorstoß äußerten neben der SPD auch die Gewerkschaften: „Wer die Rente mit 63 zurückdrehen will, ignoriert schlicht die Lebenswirklichkeit vieler Menschen“, sagte das Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Annelie Buntenbach. „Wir brauchen nicht weniger Möglichkeiten für Beschäftigte, vor dem 67. Lebensjahr in Rente gehen zu können, sondern mehr.“ Viele erreichten heute schon den regulären Rentenbeginn nicht.

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund haben bis Ende August 160.000 Versicherte einen Antrag auf abschlagsfreie Rente mit 63 gestellt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 165.000. Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann seit Juli 2014 ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen. Allerdings wird diese Altersgrenze seitdem pro Jahr um zwei Monate angehoben, so dass die Jahrgänge ab 1964 erst mit 65 nach 45 Jahren abschlagsfrei in Renten gehen können.

Unterstützung erhielt Spahn aus der Wissenschaft und vom Wirtschaftsflügel seiner Partei. Die Rente mit 63 müsse „rückabgewickelt“ werden, sagte der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Hüther, der „Welt“. Mehr als 200.000 Arbeitskräfte hätten deswegen schon zu arbeiten aufgehört – alles gut verdienende Menschen mit mittlerer und höherer Bildung. „Wenn ich Grüne und FDP wäre, würde ich die Union da vor mir hertreiben“, sagte Hüther mit Blick auf die Jamaika-Sondierungen.

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrates, Wolfgang Steiger, warnte, dass sich der  Fachkräftemangel zu Deutschlands Wachstumshindernis Nummer eins entwickeln könnte. „Es sei denn, wir steuern entschlossen gegen. Umso dringender gehört die anachronistische Rente mit 63 abgeschafft, die rund ein Viertel jedes Jahrgangs vorzeitig in den Ruhestand treibt“, sagte Steiger.  

„Man macht Politik nicht mit Ideologie oder Bauchgefühl“

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14 Kommentare zu "Streit um Rente mit 63: Heftige Kritik an Jens Spahns Vorstoß"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Frau Edelgard Kah...noch was:

    Ihre Respektlosigkeit für Menschen die tagtäglich ums Überleben kämpfen ist sehr gut ausgeprägt. Wenn der Nachfolger der französischen Revolution kommt, werden Sie sicherlich den Kopf hinhalten müssen. Bis dahin köpft Ihre Kaste die Mehrheit der Bevölkerung von Ihrer Lebenszeit. 1 Euro Jobs machen Sie so richtig geil, was? Da ist doch Flaschen sammeln eine echte Alternative. Vielen Dank für den Tipp! Ach so, mich würde interessieren was so eine nette Dame beruflich macht? Von Beruf aus Erbin?

  • Ihre Flasche ist scheinbar leer Frau Edelgard Kah. Sie können sich selbst als Pfand abgeben nur es wird sich niemand finden der so einen Müll annimmt.

  • .....nur keine Diffamierungen....so auch nicht von mir.....
    ...nur so viel...
    ...dieser Mann.....hat sicher hier und da....einmal...oder zweimal....oder mehr.... vernünftige Gedanken....giert danach.... sie vorzutragen...das sagt seine Maske....
    ...aber mehr auch nicht....bedeutet....das er nie und nimmer oben.....auf der Etage....der etablierten Führungs-Persönlichkeiten.....mit dem auszuführenden Gedanken.....Kandidat seiner Partei und noch mehr....zu werden....eine Chance hat....
    ....ist der Anblick... der Armut an kompletter Ausstattung....gemeint....intellektuelle Ausstrahlung....innen vollgestopft davon...das man es als Draufschauender förmlich spürt.....und sich angezogen fühlt......mit dem äußeren Erscheinungsbild .......angezogen in feinem Zwirn....immer proppe aussehend.....mit dem notwendigen "Stich Butter im Haar" (ein Scherz von mir).....und einer sportlichen Figur.....durch ständiges Training nur zu erreichen.....in dem uns geboteten 2. oder 3. Element....(mich fragen....was das ist).....in keiner Partei....vorhanden ist....und so auch nicht bei ihm und von ihm.....
    ...was bedeutet das?....
    .....das gewußt wie.....zu kennen....es durchzuführen.....und ganz ernsthaft.....diese Arbeit....für Körper (Figur)....und Geist...durchzuführen....
    .....und der Rest....kommt von ganz alleine.....
    ...ist das so?......ja....es ist so......

  • Frau Edelgard Kah,
    Sie können arbeiten bis Sie ins Grab fallen, wenn Sie das wünschen.

    Dies bedeutet allerdings nicht, dass alle dies genauso tun müssen, es sei denn Sie arbeiten nicht bis Sie ins Grab fallen, jedoch erwarten Sie es von anderen.
    Dies ist wohl eher der Fall.

  • Viel Feind, viel Ehr. Am meisten Ehr gebührt Jens Spahn jedoch für seine überzeugenden Argumente und den Mut, sie vorzutragen. Dass endlich jemand das Maul aufmacht und sagt, für die Rentenversicherungbeiträge der vielen kleinen Leute gibt es wichtigere Dinge. Es gibt Wichtigeres, als kerngesunde Leute vorgezogen in den Ruhestand zu schicken. Auf so eine Schnapsidee konnten nur die Halbverrückten der SPD kommen.

  • @Herr Peter Kastner31.10.2017, 10:46 Uhr
    ich durfte mit 63 nach 47 Jahren Einzahlung in die Rentenkasse mit Abschlägen in Rente gehen. Zwei jahre später wurde das wieder geändert. Da ich der Blöde war, werde ich weder CDU noch SPD wählen. Hätten die Politiker Anstand, hätten sie für die wenigen, die mit Abschlag in Rente gegangen sind und jetzt die Voraussetzungen für eine Rente ohne Abschlag hätten, die Abschläge zurückgenommen. Wenn es z.L. der Steuerzahler geht, ändert man die Gesetze ja auch rückwirkend.

  • In einer echten Demokratie würde ein solcher "Prophet" zu Sozialarbeit sagen wir mal für 3 Jahre gezwungen, um eben auch mal etwas Geld in die Rentenkasse einzuzahlen. Er behält während der ganzen Zeit sein Abgeordnetengehalt, aber er muss im Gegensatz zum öden Alltag arbeiten. Danach kehrt er zurück in die Politik und beim nächsten Vergehen gegen das eigene Volk bekommt er die doppelte Strafe also 6 Jahre Sozialarbeit. Mit der Zeit wird Herr Spahn und die restlichen Figuren lernen, dass die Menschen in 10 Jahren nicht 200 Jahre leben werden und somit auch mal eine Rente haben sollen, wenn sie in die Rentenkasse einzahlen.

    Eine andere Alternative wäre es, wie in der Schweiz, sich die Beiträge in die Rentenkasse auszahlen zu lassen, nur dann fällt das Kartenhaus in sich zusammen, denn das Geld ist ja nicht mehr in der Rentenkasse.

    Nur mal zum nachdenken, wofür Menschen in Deutschland die meisten Steuern zahlen:
    Cum-Ex, Cum-Cum (über 20 Jahre direkt den Haushalt angezapft)
    http://www.zeit.de/2017/24/cum-ex-steuerbetrug-steuererstattungen-ermittlungen
    Mittlerweile klagt sogar ein Pensionsfond aus den USA gegen den Deutschen Staat, denn die haben das eingezahlte Geld ebenfalls verpulvert:
    http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-10/cum-ex-skandal-us-pensionsfonds-finanzgericht-koeln

    Energiewende, die gar keine ist, aber die exponentiell höhere Kosten für die Haushalte mit sich trägt:
    http://www.wiwo.de/unternehmen/energie/strompreis-das-schwarze-geheimnis-der-energiewende/20516048.html

    Die Leute müssen endlich aufwachen und es verinnerlichen, dass das was die aktuellen Parteien(alle!) gemeinsam haben, der Raub der Lebenszeit der hart arbeitenden Menschen ist und auch die Hartz4-Bezieher die aus der Misere nicht mehr rauskommen und 1 Euro Jobs erledigen müssen, so dass ein paar Menschen, eine Mischung aus Politiker, Lobbyisten, Firmen die direkten Draht zum Haushalt haben zusammen mit teilen der Legislativen und der Exekutiven ein wunderbares Leben führen können.

  • @Narrog und wo kriegt der Arbeitslose das Geld her ? Aus der Steckdose?
    Die Rente mit 63 war das EINZIGE Richtige was die SPD gemacht hat, Danke noch mal dafür.
    Und Ich hoffe inständig, das ich es noch schaffe.

  • Herr Kastner, ich denke, dass Sie "Selten so einen Mist gelesen" anstatt Mitkommentatoren persönlich abzuqualifizieren, sich besser mit den zugrunde liegenden Thematiken beschäftigen sollten.

    Ihr Kommentar " Meinen Sie , Hartz 4 Empfänger und Arbeitslose alimentieren die Facharbeiter ? Meinen Sie Rentner alimentieren die Facharbeiter ? Meinen Sie Kinder und Jugendliche alimentieren die Facharbeiter?"

    ist korrekt. Ein erheblicher Teil der Rente stammt aus den allgemeinen Steuereinnahmen, 90 Mrd. €/Jahr. Damit bezahlt der Arbeitslose wenn er in den Supermarkt geht, MwSt für seine Waren bezahlt, das Wahlgeschenk der SPD an die Facharbeiter mit.

    Ihr weiterer Kommentar "Die Erhöhung des Rentenalters ist Diebstahl. Sie müssen noch mehr einzahlen und kriegen weniger raus, weil ihre Restlebensphase immer kürzer wird. " ist erfrischend. Der Grund dass die Einzahlungen in das System steigen und die Renten sinken ist keine Verschwörung von Trump und Bill Gates, sondern die Realität, die Balance zwischen Einzahlern und Empfängern die sich aufgrund dessen dass die Menschen älter werden und aufgrund des Radikalfeminismus seit 50 Jahren kaum mehr Kinder bekommen verschiebt.

  • Die CDU will nicht mehr gewählt werden. !

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