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Strengerer Prüfstandard WLTP Warum der neue Pkw-Abgastest Verbraucher verwirren kann

Seit über einem Jahr gilt der Pkw-Abgasprüfstandard WLTP. Für die Umstellung fehlen aber immer noch wichtige Rechtsvorschriften. Das kann beim Neuwagenkauf für Verwirrung sorgen.
19.09.2019 - 04:01 Uhr Kommentieren
Seit September 2018 gilt verpflichtend für alle Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union der neue Prüfstandard WLPT. Quelle: dpa
WLTP-Abgastest bei VW

Seit September 2018 gilt verpflichtend für alle Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union der neue Prüfstandard WLPT.

(Foto: dpa)

Berlin Wer ein Auto kauft, will in der Regel wissen, wie hoch der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen sind. Denn davon hängt ab, wieviel an Kfz-Steuer gezahlt werden muss. Das alles wäre kein Problem, wenn die Angaben der Händler und Hersteller eindeutig wären. Das sind sie aber nicht.

Der Grund: Seit September 2018 gilt verpflichtend für alle Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union der neue Prüfstandard WLTP. Alle angebotenen Fahrzeuge müssen nach diesem Standard zertifiziert werden. Jedoch: Händler und Hersteller müssen in ihren Kundeninformationen weiterhin die oft niedrigeren Werte der alten Prüfnorm NEFZ verwenden, was zu Irritationen bei Neuwagenkäufen führen. Denn die Kfz-Steuerbescheide werden auf Basis der neuen WLTP-Norm erstellt und weisen eine höhere Steuer aus.

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Schuld an diesem Dilemma sind die EU-Mitgliedstaaten. Sie sind mit der Anpassung ihrer nationalen Rechtsvorschriften an das neue Pkw-Abgas-Prüfverfahren erheblich im Verzug. Das geht aus einem Brief des Bundeswirtschaftsministeriums an den Chef des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), Klaus Müller, hervor. „Bislang hat noch kein EU-Mitgliedstaat den WLTP-Zyklus im Rahmen der Pkw-Energieverbrauchskennzeichnung umgesetzt“, heißt es in dem Schreiben von Wirtschaftsstaatssekretär Andreas Feicht, das dem Handelsblatt vorliegt.

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    In Deutschland müsste die „Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung“ angepasst werden. Ein ursprünglich für das erste Quartal angekündigter konkreter Verordnungsentwurf liegt zwar inzwischen vor, das weitere Verfahren verzögere sich aber „durch einen erheblichen Abstimmungsbedarf“, erklärt Staatssekretär Feicht in seinem Schreiben an Müller. In einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen werden „erhebliche inhaltliche Prüfungen“ für die Verzögerung genannt.

    Darüber hinaus stünden noch die regierungsinterne Ressortabstimmung, die Länder- und Verbändeanhörung sowie ein Notifizierungsverfahren bei der Europäischen Kommission an, heißt es in der Antwort, die dem Handelsblatt vorliegt, weiter. Danach sei die Kabinettbefassung vorgesehen. Die Verordnung müsse zudem auch dem Bundesrat zur Zustimmung vorgelegt werden.

    Das Wirtschaftsministerium räumt in seiner Antwort auf die Grünen-Anfrage „einzelne Beschwerden“ von Neuwagenkäufern ein. Diese hätten sich demnach für ein anderes Fahrzeug entschieden, wenn sie vor Abschluss des Kaufes von den der Kfz-Steuer zugrunde gelegten WLTP-Werten anstatt der veröffentlichen NEFZ-Werte gewusst hätten. „Eine neue Energieverbrauchskennzeichnung kann etwaigen Unklarheiten jedoch begegnen“, betont das Ministerium.

    Die EU-Kommission hatte eine einheitliche Umstellung der Informationen für Kunden und Verbraucher in der EU zum 1. Januar 2019 empfohlen. In Deutschland ist nun mit einer Umstellung frühestens im nächsten Jahr zu rechnen. Auf der Webseite des Wirtschaftsministeriums heißt es, die neue Verordnung werde „voraussichtlich im Juli 2020 veröffentlicht“.

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