Strommix 2012 Ökostromanteil erreicht einen Rekordwert

Rund 23 Prozent der Gesamtenergieproduktion in Deutschland stammen aus Ökostromquellen. Vor allem Windparks tragen dazu bei, dass der Anteil wächst. Sorge bereitet aber weiterhin das Geschäft mit Gaskraftwerken.
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Windraftanlagen auf einem Feld bei Husum. Quelle: dpa

Windraftanlagen auf einem Feld bei Husum.

(Foto: dpa)

BerlinDer Ökostromanteil klettert im laufenden Jahr auf den Rekordwert von rund 23 Prozent. Das teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag in Berlin mit. 2011 betrug der Anteil von Strom aus Solaranlagen, Windparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerken an der Gesamtenergieproduktion rund 20 Prozent. Damit dürfte Ökostrom auch in diesem Jahr wieder vor der Kernenergie liegen - endgültige Zahlen zum Strommix 2012 liegen erst im Januar vor. Wichtigster Energieträger war zuletzt mit einem Anteil von 24 Prozent die Braunkohle.

Zugleich steigt 2012 laut BDEW der Stromexport in das europäische Ausland trotz der acht stillgelegten deutschen Atomkraftwerke stark von 6,3 Milliarden (2011) auf etwa 23 Milliarden Kilowattstunden an.

Sorge bereite aber das immer schwieriger werdende Geschäft mit Gaskraftwerken, die wegen des steigenden Ökostromanteils mangels Betriebsstunden immer unrentabler werden. Deshalb wird 2013 sogar eine Art gesetzliches Abschaltverbot in Kraft gesetzt.

Wenn die Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur Gaskraftwerke, die sich nicht mehr rentieren, zur Sicherstellung der Versorgung im Winter als systemrelevant einstufen, soll gegen eine Entschädigung eine Stilllegung untersagt werden. In den ersten neun Monaten 2012 sei der Einsatz von Gas in Kraftwerken um 14 Prozent zurückgegangen,, so der BDEW. Der Stromfluss in das Ausland führe dazu, dass auch Gaskraftwerke in den Niederlanden verstärkt aus dem Markt gedrängt würden, etwa durch in das Ausland fließenden deutschen Kohlestrom.

Führende Ökoenergie-Quelle bleibt laut BDEW Wind mit 45 Milliarden Kilowattstunden Jahresproduktion (2011: 48,9). Die Photovoltaik wird ihren Anteil an der Stromerzeugung auf voraussichtlich rund 28,5 Milliarden Kilowattstunden (2011: 19,3) steigern - trotz Förderkürzungen bei der Solarenergie rechnen Fachleute mit einem Zubau, der sich fast in der Größenordnung des Rekordjahres 2011 (7500 Megawatt) bewegen könnte.

 
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16 Kommentare zu "Strommix 2012: Ökostromanteil erreicht einen Rekordwert"

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  • "Der deutsche Stromexport steigt von 6,3 Milliarden (2011) auf etwa 23 Milliarden KWh an, etwa durch in das Ausland fließenden deutschen Kohlestrom". So muss man zwischen den Zeilen lesen.

    Es ist schon dämlich genug, billige Produkte ins Ausland zu verkaufen und teure für sich zu behalten bzw. zu importieren.

  • Tja liebe Meinungsverbreiter, wenn man den erzeugten Strom übers Jahr zusammenzählt, kommen beachtlich aussehende Zahlen zustande, die aber in Wirklichkeit nicht viel wert sind. Siehe Kommentar "Maxito". Es gibt nämlich oft kaum oder keinen Grünstrom, wenn er gebraucht wird aber viel zuviel, wenn grad wenig verbraucht wird. Daher kommt auch der Exportüberschuss. Dann wird vor allem im Sommer Strom an die Nachbarn verschenkt oder sie lassen sich die nicht erforderliche Lieferung sogar bezahlen. Man sollte sich schon ein wenig tiefer mit der Materie befassen, ehe man derlei Zahlen auf die geneigten Leser loslässt.

  • Nun, die traurige Wahrheit sieht heute so aus:
    Quelle (letzter Wert von 6 Uhr)
    http://www.transparency.eex.com/de/

    52.220 MW konventionell
    417 MW Wind (aus 30.000 MW installiert)
    0 MW Sonne (aus 25.000 MW installiert)

  • Der Energiepreis bestimmt die kosten aller Produkte die davon abhängig sind .
    Es bleibt natürlich nicht dabei , das sie für ihre Stromrechnung wesentlich mehr zur Seite legen müssen , sie werden damit rechnen müssen, das auch die Brötchen teuer werden , die S-Bahn und Tram , ihre Wohn Nebenkosten , der Schuster , der Supermarkt erhöht die Preise , die Straßenbeleuchtung , Ihre Bank , der Kindergarten ....... usw ....usw .... alle brauchen Energie die ihnen direkt oder indirekt in Rechnung gestellt werden .
    Vielleicht erreichen sie was , wenn sie strom sparen und können ein paar ct sparen , die wirklichen Mehrkosten merken sie an den Kassen der og. Einrichtungen , die,wenn sie sparen müssen, sie sie sich sparen sollten .

  • @momo-skipper2
    So ein Schwachsinn. Dänemark wird sich bedanken, wenn es seine Gaskraftwerke zurückfahren darf!!!
    Wie wollen Sie als Kraftwerksbetreiber ein Kraftwerk wirtschaftlich betreiben, wenn Sie, um wirtschaftlich sein zu können, 80%Auslastung haben müssen aber durch die Zwangsabschaltung des Einspeisevorrangs von Windmühlen und Solarparks nur auf eine 40% Auslastung kommen!?
    Erkundigen Sie sich mal bei den Stadtwerken in Deutschland! Die haben nämlich ganau dieses Problem jetzt mit Ihren Beteiligungen an den Kohle-Gas-Wasserkraftwerken!
    Durch das EEG wird das ganze bewährte Stromerzeugungs- und Verteilungsnetz unwirtschaftlich und damit insolvent gemacht!!!

  • @masshoefer
    Dann beschäftigen Sie sich erstmal mit der BWL/VWL. Stichwort Angebot und Nachfrage. Und dann machen Sie sich erst nochmal über technischen Voraussetzung der Stromproduktion,Stromverteilung und Infrastruktur schlau.
    Ein Kohle-Kern-und Gas-Pumpspeicherkraftwerkmixpark hat einfach den wirtschaftlich/technischen/umweltfreundlichen Vorteil, dass dieser den Strom immer dann erst erzeugt, wenn er nachgefragt wird.
    Die Winmühlen und Solarparks erzeugen unbeständig den Strom und somit an der Nachfrage vorbei. Dies ist aus wirtschaftlicher/technischer und Umweltsicht einfach nur SCHWACHSINN!!!
    Auch mit Speichern wird dies nicht besser! Im Gegenteil, die Kosten und die Landschaftszerstörung werden noch mehr zu nehmen!!!!
    Die Erneuerbaren Energien (EEG) sind der größte politische Beschieß, denn das deutsche Volk seit der "menschengemachten Klimasteurungsangstmärchen durch CO2" und dem "Mauerbau" über sich ergehen lassen muss!!!

  • Die Solar- und Windstromeinspeisung in D schwankt zwischen 100MW und 30.000MW. Solange man die Menschen nicht mit einem "Intelligenten Netz/Smart Grid" auf Altdeutsch Stromrationierung beglückt, müssen Schattenkraftwerke den kompletten Bedarf abdecken. Dazu hatten Sie den Ausdruck 2. Netz gewählt.

    Ich hatte umgekehrt den Oekostrom für nahezu wertlos erklärt weil ich von einem modernen Kraftwerkspark/Netz ausgehe.

    Sie haben den Ausdruck 2. Netz gewählt. Das ist eingängig und wird verstanden..Allerdings hängen alle Erzeuger am gleichen Netz. Erforderlich sind Schattenkraftwerke mit einer Kapazität von ca. 120% des max. Bedarfs.

    Was Sie hierbei nicht berücksichtigen ist das Windmühlen und Solarzellen eine Vielfache Überdimensionierung des Übertragungsnetzes erfordern weil diese durchschnittlich lediglich 9(Solar) - 15(Wind)% der Nennleistung liefern.

    Nicht berücksichtigt haben Sie mit dem Ausdruck die Problematik der kurzfristigen Netzstabilisierung im Sekundenbereich.

    u.v.m.

    Ich meine, dass der Begriff 2. Netz nicht schlecht gewählt ist. Eine ernsthafte Erläuterung der Problematiken ist für den Kommentarteil zu komplex.

    Vandale

  • @ vandale

    Hallo Vandale,

    mich würde mal ein kleines Statement von Ihnen interessieren zum Thema Redundanz :

    Deutschland leistet sich eine doppelte Stromerzeugungskapazität
    Deutschland leistet sich als einziges Land auf dem Globus eine Verdoppelung seiner Stromerzeugungskapazität und seiner Stromnetze, die es sich nicht leisten darf. Statt nur die erforderlichen 100 Prozent des deutschen Strombedarfs zu decken, ist die Erzeugungskapazität auf 200 Prozent ausgerichtet. Nach wie vor und stets nämlich müssen herkömmliche Kraftwerke bereitstehen, um mit Strom einzuspringen, wenn Wind und Sonne ausfallen. Mit immer mehr Windkraft-, Voltaik und Biogasanlagen müssen daher stets auch zusätzlich herkömmliche Kraftwerke gebaut werden. Obendrein erzwingt dieser vorgebliche „Ökostrom“ ein weiteres Stromleitungsnetz mit zusätzlicher aufwendiger Regelungstechnik. Diese Politik ist unverantwortlich. Mit ihr setzt Deutschland seine Wirtschaftskraft, seinen Wohlstand und seine politische Stellung aufs Spiel.


    Stimmt diese Geschichte ?

  • Hi Sven...ich meine, dass Sie sehr stolz sind einige Oekolegenden gelesen zu haben und repetieren zu können.

    Betreiber von umweltfreundlichen Kernkraftwerken müssen wie jeder andere Betrieb für ihre Abfälle aufkommen. Ein Blick in einen der Geschäftsberichte eines Betreibers zeigt, dass diese 2-stellige Milliardenbeträge als Rückstellungen für abgebrannten Kernbrennstoff und den Abbruch der Kraftwerke gebildet haben. Vielleicht sollte man sich erst ein wenig Wissen aneignen bevor man irgendwelche Parolen herausposaunt.

    Greifswald war ein DDR Kernkraftwerk. Im DDR Wirtschaftssystem wurden keine unternehmensinternen Rückstellungen gebildet. Sachlich wäre es geboten gewesen die neueren der Kernkraftwerke in Greifswald weiter zu betreiben. Dann hätten diese wie im Kapitalismus üblich gleichfalls Rückstellungen für abgebrannten Kernbrennstoff und den Abbruch bilden müssen.

    Infrastrukturbauten wie Staudämme, Tunnels etc. lassen sich nicht sinnvoll versichern. In Deutschland haften die Betreiber mit ihrem Kapital für Reaktorunfälle.

    Abseits ökologischer Quellen wie Greenpeace hat die kommerzielle Kernenergie leider keine Subventionen erhalten. Falls Sie andere Informationen haben, die den Betreibern nicht bekannt sind, sollten Sie sich als Unternehmensberater selbständig machen und diese neuartige Information verkaufen.

    Vandale

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