Strompreise Oettinger will Deckel auf Energieumlage

Deutschland hat die zweithöchsten Strompreise in Europa - wegen seiner Abgaben, meint EU-Energie-Kommissar Oettinger. Trotz der Umlage für erneuerbare Energien gibt es einen Faktor, der die Preise im Zaum halten könnte.
Update: 14.08.2012 - 04:45 Uhr 18 Kommentare
Von 18 Unternehmen, die Entsprechungserklärungen zum Kodex abgegeben haben, befindet sich derzeit noch kein Unternehmen mit Bundesbeteiligung. Quelle: dpa

Von 18 Unternehmen, die Entsprechungserklärungen zum Kodex abgegeben haben, befindet sich derzeit noch kein Unternehmen mit Bundesbeteiligung.

(Foto: dpa)

BerlinEU-Energie-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hat vor hohen Strompreisen in Deutschland gewarnt und eine Deckelung der Umlage für erneuerbare Energien verlangt. "Sonst laufen die Kosten für Verbraucher und Wirtschaft aus dem Ruder", sagte Oettinger der "Bild"-Zeitung.

Deutschland habe "vor allem wegen der hohen Steuern und der Abgabe für erneuerbare Energien" die zweithöchsten Strompreise in Europa, sagte Oettinger laut Vorabbericht. "Das kann so nicht weitergehen, weil wir damit die Verbraucher überfordern und die Wirtschaft schädigen", fügte der EU-Kommissar hinzu. Wenn im Herbst die neue Höhe der Umlage für die erneuerbaren Energien festgelegt werde, müsse noch einmal über eine Deckelung geredet werden.

Im Oktober wird die Umlage für alle Verbraucher für die Förderung von Strom aus Wind, Wasser oder Sonne für 2013 veröffentlicht. Es wird mit einem Anstieg auf über fünf von derzeit knapp 3,6 Cent pro Kilowattstunde gerechnet. Das würde jährlich für den Durchschnittshaushalt einen Aufschlag von etwa fünf bis sechs Euro pro Monat auf den Strompreis bedeuten.

Allerdings sinken trotz des Ausstiegs aus der Atomenergie an der Börse die Strompreise. Sie haben laut Industrieverband VIK den tiefsten Stand seit über zwei Jahren erreicht, was auch auf den wachsenden Anteil von Ökostrom zurückzuführen ist. Eine Weitergabe dieses niedrigeren Preises an die Endkunden könnte die Kosten durch den Aufschlag dämpfen.

Große Teile der Industrie sind von der Ökostrom-Umlage befreit.

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18 Kommentare zu "Strompreise: Oettinger fordert Obergrenze für Energieumlage"

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  • Super Kommentar haben Sie auf Facebook zu kommen Solarfreunde Franken
    Mit sonnigen Grüßen Werner Thoma

  • Die Stützung der PV-Stromerzeugung erfolgt nicht aus öffentlichen Mitteln.
    Zwar werden in verkürzten Darstellungen oft Summen über die vergangene und künftige Einspeisevergütung für PV-Strom in dreistelliger Milliardenhöhe gebildet
    und als „Subvention“ deklariert. Eine Subvention ist aber definiert als eine Leistung aus öffentlichen Mitteln, während das EEG eine Umlage vorsieht: Energieverbraucher
    zahlen eine Zwangsabgabe für die Transformation des Energiesystems.
    Diese Sichtweise wurde auch von der EU- Kommission bestätigt.
    Subventioniert werden Atom, Kohle und Gas und zwar aus staatl. Mitteln.

  • "Große Teile der Industrie sind von der Ökostrom-Umlage befreit.
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    Wenn das nicht so wär,wären bereits große teile der Industrie geschlossen .
    Wenn der Energiepreis zum Wettbewerbsnachteil für Deutsche Unternehmen wird , verlagern diese Unternehmen ihre Produktionsstätten in Gegenden die diesen Nachteil nicht haben."
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    So ist es! Nur mal so zur Erinnerung: Lichtbogenöfen für die Herstellung von hochwertigen Edelstählen ziehen Strom wie eine Kleinstadt, bis zu 100MW. Ökosteuer auf diese Mengen und der Betrieb geht pleite, dto., wollte man solche Anlagen mit Zufallsstrom betreiben. Der Energiebedarf in der Industrie ist ein Kostenfaktor, den man freiwillig so niedrig wie möglich hält. Ökoreligiöser, grüner Ratschläge und Maßnahmen, den Stromverbrauch zu senken, bedarf es dafür nicht, zumal der typische, grüne Weltverbesserer von technischen Prozessen null Ahnung hat...
    Die Aluminiumproduktion ist übrigens ähnlich energieintensiv: Die Hydro Aluminium Neuss hat ihre Produktion neuen Alus inzwischen um runde 80% gesenkt, weil die Stromkosten in Deutschland zu hoch sind. So vernichtet man Wertschöpfung! Aber Hauptsache, alles grün...

  • Hi Sie fordern Ehrlichkeit und Ruhe in der Energiediskussion und repetieren andererseits lediglich ökoreligiöse Parolen.

    Die Einspeisung wertlosen Zufallsstroms kann den Strompreis sicherlich nicht senken. Die Preise an der Strombörse mögen zu Starkwindzeiten, oder an sonnigen Wochenendtagen sinken. Dagegen stehen jedoch die Kosten der in Bereitschaft gehaltenen Kraftwerke die in dieser Betrachtung nicht abgebildet werden.

    Energieintensive Betriebe tragen in der Tat nur einen Teil der Kosten "Erneuerbarer Energien". Dies ist dem Restverstand der Politiker geschuldet. Die Stromkosten betragen auch ohne diese Umlage etwa das Doppelte dessen was ausserhalb der EU berechnet wird. Andernfalls müssten Metallgiesser, Elektrochemie etc. ihre Betriebe sehr kurzfristig schliessen.

    Vandale

  • Das hatte ich ganz überlesen. Die Problematik liegt darin, dass Wind- und Solarstrom wertloser Zufallsstrom ist. Wesentliche Kosten durch die in Bereitschaft gehaltenen fossilen Kraftwerke werden nicht in der EEG Umlage abgebildet.

    In einer volkswirtschaftlichen Gesamtkostenrechnung verursacht jede zusätzliche Einspeisung von Oekostrom zusätzliche Kosten.

    Der volkswirtschaftlich optimale Betriebszustand einer Windmühle ist der Stillstand (Edgar Gärtner)

    Vandale

  • Ja, ja ... die Andern ....
    Bei andern wird der Strom auch an Börsen gehandelt , bei Andern verdient man auch mit Strom Geld , bei Andern sind es auch einige Energieriesen die noch größere Länder mit Strom versorgen , bei Andern ist der Strom dennoch billiger !!!

    Strompreise in Europa – Nur Dänemark ist teurer.....

    http://www.kwh-preis.de/strompreise-in-europa-nur-daenemark-ist-teurer

  • Dieses Thema wird emotional total aufgepuscht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

    Es bleiben folgende klare Fakten:
    Die regenerativen Energien steuern einen hohen Ertrag in dem Markt und tragen so zu grundsätzlich niedrigeren Strompreisen bei. (siehe Entwicklung in Leipzig /Strombörse)

    Es gibt viel zuviele Unternehmen, die die EEG-Umlage nicht bezahlen und deren Anteil von den Privatpersonen getragen werden muss. Das ist ungerecht und verfälscht die Marktsituation gewaltig. Davon abgesehen ist das auch fiskalisch gewollt, weil die Endverbraucher ihre Rechnung aus versteuertem Einkommen bezahlen, die begünstigten Unternehmen deren Mehrkosten, wenn sie denn voll bezahlen müssten, natürlich als Betriebskosten von der Steuer abziehen können. (Schäuble lässt grüßen!)

    Ich wünsche mir viel mehr Ehrlichkeit und Ruhe in dieser Diskussion.

  • "Allerdings sinken trotz des Ausstiegs aus der Atomenergie an der Börse die Strompreise. Sie haben laut Industrieverband VIK den tiefsten Stand seit über zwei Jahren erreicht, was auch auf den wachsenden Anteil von Ökostrom zurückzuführen ist."

    Der einzigste "ÖKO" Strom der billig ist, ist nicht Subvensionierter Strom aus Wasserkraftwerken.
    Also nicht der aus Klein Wasserkraft werken.
    Aus diesem Grunde dürfte der oben Zitierte Satz wohl kaum der Warheit entsprechen.
    Es sei denn man Deklariert Braunkohlestrom zu ÖKO Strom um.

  • Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis im Jahre 2000 betrug 14 Cent, bei einer EEG-Umlage von 0,2 Cent. Bis 2009 erhöhte sich der Strompreis auf 23 Cent, obwohl die EEG-Umlage nur bei 1,3 Cent lag.

    Das deutsche Oligopol aus vier großen Energiekonzernen (EnBW, Vattenfall, RWE und E.ON) konnte von 2002 bis 2010 ihre Gewinne versiebenfachen.

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/milliardengewinne-fuer-energiekonzerne-der-zaehler-laeuft-die-grossen-kassieren-1.1013868

    Liegt das jetzt an der "Bild"-Zeitung oder an EU-Energie-Kommissar Günther Oettinger (CDU) das er vor hohen Strompreisen in Deutschland warnt?

    Da ist mir doch ein kritischer Mann wie Herr Josef Göppel (CSU) als Mitglied im deutschen Bundestag lieber. Der fragt u. a. in einem Brief an alle Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion warum die an der Strombörse Leipzig sinkenden Preise für Energie nicht an die Stromkunden weitergegeben werden?

    http://www.goeppel.de/bundestag/wird-die-energiewende-zurueckgedreht.html

    Herr Oettinger sollte mal darüber nachdenken, ob Gewinne vom Geben oder vom Nehmen kommen.
    Die Ergebnisse dieser Anstrengungen kann er sicherlich auch in der "Bild"-Zeitung veröffentlichen.

  • Was bedeutet denn die Deckelung der EEG-Umlage? Werden dann alle über den Deckel hinaus gehenden Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien über Steuern finanziert?
    Die Politik hat es in der Hand, die Verbraucher von den hohen Stromkosten zu befreien. So könnte z. B. die Ökosteuer gestrichen werden - was aber Probleme bei der Rentenfinanzierung verursachen würde. Oder die Mehrwertsteuer auf Strom könnte auf 7 % gesenkt werden. Den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu stoppen wäre nicht nur kontraproduktiv und würde den erklärten energiepolitischen Zielen widersprechen, sondern würde auch die Bevölkerung vor den Kopf stoßen, die zum Großteil den Umbau der Energieversorgung befürwortet. Öttinger scheint immer noch ein Lobbyist der etablierten Energieversorger zu sein...

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