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Studie der Bertelsmann-Stiftung Eltern wünschen mehr Ganztagsbetreuung

Der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Ein- und Zweijährige ist gerade erst in Kraft getreten. Da zeigt sich: Auch für ältere Kinder gibt es noch viel zu tun. Es fehlen Ganztagsschulen.
03.08.2013 - 17:26 Uhr 20 Kommentare
Ganztagsschule in Berlin: Eltern hätten gerne mehr davon. Quelle: dpa

Ganztagsschule in Berlin: Eltern hätten gerne mehr davon.

(Foto: dpa)

Berlin Eltern in Deutschland wünschen sich mehr Ganztagsschulen für ihre Kinder. Derzeit besuchten knapp 31 Prozent aller Kinder eine Schule mit Unterricht oder Betreuung auch am Nachmittag, berichtet das Magazin „Focus“ unter Berufung auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Ein Ganztagsangebot wollten aber 70 Prozent der Eltern. Das Angebot variiert dabei zwischen Ost- und Westdeutschland deutlich: Während in Sachsen 78,5 Prozent der Schüler auf Ganztagsschulen gehen, sind es in Bayern nur 11,4 Prozent. Im Wahlkampf kündigt sich Streit über die Finanzierung eines Ausbaus an.

Ein flächendeckender Ausbau gebundener Ganztagsschulen würde Deutschland nach Schätzung der Stiftung 9,4 Milliarden Euro kosten, schreibt das Magazin. An gebundenen Ganztagsschulen werden die Stunden über den Tag verteilt, Unterricht wechselt also mit Entspannungsphasen ab.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte mit Blick auf die Kosten, der Bund müsse mit den Ländern ins Gespräch kommen. „Sicher ist: Mehr Ganztagsbetreuung zumindest in der Grundschule wird in den kommenden Jahren das nächste große Thema bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein.“

SPD-Bundesvize Manuela Schwesig kündigte für den Fall eines Wahlsieges ein Ganztagsschulprogramm an. „Dabei geht es uns nicht nur um einen quantitativen, sondern vor allem auch um einen qualitativen Ausbau des Angebotes.“ Obwohl für Schulen vorrangig die Länder zuständig sind, warf sie der Bundesregierung Versäumnisse vor: „Schwarz-Gelb hat den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen verschlafen.“ Die rot-grüne Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) habe mit einem Vier-Milliarden-Programm zwischen 2003 und 2009 mehr als 8000 Ganztagsschulen geschaffen.

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    Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl sagte dem „Focus“, es sei „grotesk, dass wir derzeit bei der Betreuung der unter Sechsjährigen aufs Gaspedal drücken, aber bei der Nachmittagsbetreuung der Schulkinder stehen wir auf der Bremse“. Deshalb brauche man einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für alle Schüler. Die Debatte um Kita-Plätze habe gezeigt, dass „bedarfsgerechter Ausbau offenbar nur passiert, wenn es einen Rechtsanspruch gibt“.

    Der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Patrick Meinhardt, lehnte einen solchen Anspruch ab. „Deutschland braucht keine bundesweit einheitliche Ganztagskäseglocke.“ Nötig seien „passgenaue Angebote, die von den Schulen vor Ort kommen müssen“.

    Derweil ist bei der Stichtagsregelung zum Betreuungsgeld Regierung und Unionsfraktion nach Einschätzung von Unionspolitikern ein Fehler unterlaufen. Ein Bundestagsabgeordneter sprach gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) von einer „Panne“, ein führender CDU-Landtagsabgeordneter aus einem unionsgeführten Bundesland sagte: „Da haben wir richtig Mist gebaut.“ Während seit dem 1. August der Rechtsanspruch auf einen staatlich geförderten Betreuungsplatz für Ein- und Zweijährige gilt, gehen Eltern, die ihre gleichaltrigen Kinder privat betreuen, leer aus. Stichtag für den Anspruch auf das ebenfalls am Donnerstag eingeführte Betreuungsgeld ist nämlich das Geburtsdatum 1. August 2012, die Kinder von Anspruchsberechtigten dürfen derzeit also höchstens zwölf Monate alt sein. Die Aussage von Familienministerin Kristina Schröder (CDU), Eltern von Kleinkindern hätten die freie Wahl zwischen einem U-3-Betreuungsplatz und dem Betreuungsgeld, trifft somit gegenwärtig nicht zu.

    • dpa
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    Mehr zu: Studie der Bertelsmann-Stiftung - Eltern wünschen mehr Ganztagsbetreuung
    20 Kommentare zu "Studie der Bertelsmann-Stiftung: Eltern wünschen mehr Ganztagsbetreuung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich bin Logopädin und frage mich, wann und wie nach einem für die Kinder anstrengenden Tag noch therapeutisch sinnvoll gearbeitet werden soll.Wenn schon Ganztagesbetreuung, dann muss den Eltern und Kindern freigestellt werden, auch früher gehen zu dürfen, um andere Aktivitäten wahr nehmen zu können

    • Ganztagsbetreuung in Schulen der Traum von Politikern, die von klein an, Kinder manipulieren können. Eltern die beide arbeiten müssen, sollten sich daher keine Kinder anschaffen. Gerade
      das aufwachsen und die vielfältigen sozialen Kontakte außerhalb der Schule sind sehr wichtig im Leben eines Kindes.

      In Ganztagsschulen sind Kinder von Migranten meist unter sich und sprechen auch ihre Heimatsprache. Für sie ist dieses Leben in Ganztagsschulen gut. Sie spüren von Monat für Monat wie sich die Mehrheiten zu ihren Gunsten verändern. Wer in der Mehrheit ist in der Schule, der hat die Lufthoheit auf dem Schulhof. Das schlimme ist, dass nach Jahren der Ganztagsschulen alle denken das ist richtig und normal. Was für eine Gesellschaft die hier weiter aufgebaut wird.

    • es gibt nunmal nicht das Einheitskind! Es gibt auch Kleinstkinder, die man eben nicht so früh in Krippen geben kann. Menschen sind verschieden -- was dem einen nützt, kann dem anderen schaden. Es gibt gesellige und ungesellige, es gibt ruhige und laute, es gibt stressresistente und kaum belastbare.

      es gibt auch Kinder, die man einfach in Ruhe lassen sollte, statt zwangskollektivieren. Und für jene muss es auch noch Freiräume und Luft zum atmen geben.

      freiwillige offene Angebote kann dann eine Familie nutzen, wie sie es gerade braucht. Mal holt man das Kind dann schon mittags ab und mal dann erst nachmittags, weil man mal einen Termin hat. Von Zwangsverpflichtung halte ich gar nichts. Das soll jeder doch selber entscheiden.

    • Das mag ja sein: in der Nähe von Lübeck gab es übrigens 2 Konkurrierende Modelle:

      eine Gemeinschaftsschule hatte hier eine offene Ganztagsbetreuung nach Bedarf angeboten

      eine Regionalschule hatte verpflichtet Ganztagsbetreuung bis 16.30 Uhr

      Resultat war: die gebundene Ganztagsschule bis 16.30 wurde von den Eltern nicht angenommen. Es gab zu wenig Anmeldungen. Rückfragen ergaben, dass vielen Eltern das zu lang war!

      von daher bin ich für offene Modelle, die einer freiheitlichen Gesellschaft am Besten stehen: offene, flexible Möglichkeiten, so wie es die meisten Eltern wohl gutheißen würden.

      Von Zwangsgesellschaft halte ich überhaupt nichts.

      meine schwester ist alleinerziehende mutter und die hat ihr Kind ganz bewusst nicht an einer gebundenen Ganztagsschule angemeldet. Sie ist zwar in einer Schule mit Mittagstisch kann danach aber auch nach Hause gehen und ist auch zufrieden damit.

      Es wünscht nicht jeder Vollzeitzwang. Meine Schwester arbeitet ganz bewusst nur 30 Std-Woche und will auch Zeit mit den Kindern verbringen - außerdem muss sie alleine noch den Haushalt schmeißen und hat einen Hund. Haustiere brauchen auch Zeit.

      nicht jeder wünscht ein verpflichtendes Vollzeitmodell. Es gibt sogar Kinder, denen das schadet - viele Aspergerkinder oder Autisten sollten die Nachmittage für sich haben, statt zwangsbespaßt durch die Hölle zu gehen. Es gibt auch ruhebedürftige Kinder.

      Wie bei den Kitas und Krippen muss man immer bedenken: Jeder Mensch ist ein Individuum, was den einem nützt kann dem anderen schaden. Für manches Kind bedeutet Vollzeitzwangsbespaßung einfach nur Stress!

      ich war z.B. froh, jeden nachmittag in Ruhe die Natur genießen zu können. Nebenbei hab ich beim Bauern mitgeholfen die Schweine zu füttern oder in der Ernte.

      Zwangsbespaßung in der Schule hätte ich furchtbar gefunden - mit den meisten Kindern hab ich mich nicht verstanden!

    • ich hab nur allgemein Infos über Frauen in Ost-De und Sachhsen-Anhalt gefunden

      sie sind häufiger arbeitslos, sie arbeiten zu 70% für unter 1000 Euro, da sie in den Niedriglohnsektoren arbeiten.

      Dannn gibt es generell im Osten eine große Geschlechtsungleichverteilung: die gut ausgebildeten Frauen und Akademikerinnen wandern häufig ab in den Westen, zurück bleiben dort oft schlechter qualifizierte Männer - das ist zumindest in Brandenbrug und Mecklenburg so.

      In der Region Parchim kommen auf 100 Männer nur noch 70 Frauen -- dort ist die Geschlechterverteilung schon ungünstiger als am Nordpolarkreis.

    • "Mit jeder weiteren Forderung in Richtung Ganztagsbetreuung werden Frauen auf das Niveau von Geburtsmaschinen reduziert. "

      Vielleicht sollte man Frauen fragen die davon was verstehen. Dieses Geseiere um Sozialismus und angebliche Gebärmaschinen ist ekelhaft, kaufen Sie sich doch einen Porsche, der braucht keine Ganztagsbetreuung, sondern nur ab und an einen Geburts-TÜV.
      Frauen bekommen nun mal die Kinder, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, sie gehören zum Leben dazu und sollten nicht Gegenstand irgendwelcher bekloppten politischen Ideologie sein.
      Und vor allem sollten Jugendliche nicht nachmittags mit der Bierflasche im Park hängen müssen, weil Mütter arbeiten müssen und wollen und eben nicht vom Staat abhängig sein wollen.
      Solche Frauen soll es ja auch noch geben.
      Eine schulische Ganztagsbetreuung wäre ein Angebot welches mit Sicherheit einige gerne in Anspruch nehmen würden. Besonders die Frauen die mitten in der Arbeit mal eben den Jaust aus der Schule holen müssen, weil der Unterricht ausfällt.
      Das deutsche Schulsystem ist sowas von ideologisch zerfleddert und Familien- und Kinderfeindlich, eigentlich müßte das jedem Deutschen peinlich sein.

    • in Dänemark gibt es ja Vollzeitkrippen ab 26. Woche -- und das Resultat?

      aktuelle Diskussion darüber, dass immer mehr Frauen eine künstliche Befruchtung benötigen.

      Immer mehr Däninnen bekommen trotz Vollzeitkrippen ihre Kinder erst nach dem 35. Lebensjahr, immer mehr benötigen künstliche Befruchtungen.

      die meisten Mehrkindfamilien gibt es auch in Dänemark in den Familien, wo die Frau Teilzeit im öffentlichen Sektor arbeitet.

      jeder 5. Däne bleibt dauerhaft kinderlos -- nur durch Vollzeitangebote und Mehrarbeit werden nicht mehr Kinder geboren.

      Frauen sind dann auch wirklich nur noch Gebärmaschinen - rauswerfen, Jobben gehen -- und dann sind deren Jobs oft auch noch mieser Qualität! z.B. Niedriglohnsektor

      das Modell der Zukunft ist die Teilzeitgesellschaft Holland! Arbeitsproduktivität steigt, Rationalisierung, Automation, weniger Arbeitsvolumen....

      all das geht nur in der Teilzeitgesellschaft zu stemmen!

      http://www.ingenieur360.de/konjunktur/automation-erfordert-neuausrichtung-der-arbeitsmarktpolitik/

      durch Vollzeitkrippen und ähnliches wird kein Kind mehr geboren -- es bedeutet nur doppelten und dreifachen Stress und noch weniger selbstbestimmte Zeit. Außerdem wird die Wirtschaft Frauen erpressen -- entweder Vollzeitarbeit oder gar nicht!

      und anderen Frauen bleibt wiederum nur das Billijobbersegment ob des Überangebots an Arbeitskraft ----

      Holland ist für mich eher zukunftsfähig und sollte sich bloß nicht vom Weg zur Teilzeitlergesellschaft abbringen lassen. Auch immer mehr Männer genießen dort Teilzeit.

    • Seltsam! Geht es um Deutsche haben deutsche Politiker nie Geld! Geht es um Ausländer, haben wir Geld im Überfluss und unterstützen sogar Kriminelle! Warum gibt es in Deutschland nicht den Staatsfeind Nr. 1? Warum müssen die Politker nie für Ihre Fehler gerade stehen, die Sie vorsätzlich begehen???

    • Mit jeder weiteren Forderung in Richtung Ganztagsbetreuung werden Frauen auf das Niveau von Geburtsmaschinen reduziert.

      Blöd nur, das nicht jeder so fruchtbar und begütert ist wie unsere Arbeitsministerin. Und unsere Familienministerin zieht sich ja auch zurück weil sie mehr Zeit für die Familie haben will.

      Nur Otto-Normalverbraucher braucht zum Leben zwei Einkommen und möglichst noch mindestens einen 450-Euro-Job um überhaupt leben zu können. Mit Leben meine ich nicht das reine Überleben, sondern auch mal alle zwei Jahre einen Urlaub. Wo soll denn da noch Geld für Kinder herkommen?

    • "Eltern wünschen mehr Ganztagsbetreuung"

      Laßt eure Kinder von Sozen-Roten-Giftgrünen-Pädophilen-CDO/CSU/FDP-Vasallen betreuen, dann werdet ihr sehen, was aus eurer Brut werden wird!!!

      Deutschland hat sich schon längst abgeschafft, es lebe der BRD-Sozialissmus!!!

      Pfui Deibel!!!

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