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Studie Der Roboter als Job-Vernichter ist nur ein Mythos

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt: Automatisierung ist kein Arbeitsplatzkiller. Seit 1970 sind sogar Stellen geschaffen worden. Aber der Takt ändert sich.
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Die Automatisierung nimmt dem Mensch Arbeit ab – und den Job weg? So einfach ist es nicht, besagt eine Studie. Quelle: dpa
Roboterarm in Aktion

Die Automatisierung nimmt dem Mensch Arbeit ab – und den Job weg? So einfach ist es nicht, besagt eine Studie.

(Foto: dpa)

Berlin Schwarzmaler gibt es bei jeder technologischen Revolution. Das war nach der Erfindung der Dampfmaschine nicht anders als beim Einzug der Computer in die Büros in den 1970er-Jahren: „Fortschritt macht arbeitslos“, titelte der „Spiegel“ damals.

Dass aber seit 1976 unter dem Strich mehr Arbeitsplätze neu entstanden als alte weggefallen sind, zeigt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie. Allerdings handelt es sich vielfach um neue Jobs mit einem anderen Anforderungsprofil. So sind im bis 2017 reichenden Untersuchungszeitraum für Hochqualifizierte mehr Arbeitsplätze entstanden als weggefallen. Bei den Geringqualifizierten verhält es sich dagegen genau umgekehrt.

Deutschland hat in den zurückliegenden Jahrzehnten Wellen eines massiven Jobabbaus erlebt, etwa nach dem Ölpreisschock Anfang der 1980er-Jahre oder der Wiedervereinigung ein Jahrzehnt später. Seit 2006 ist die Beschäftigungsentwicklung – sieht man vom Rezessionsjahr 2009 ab – unter dem Strich aber positiv, was die IAB-Autoren Hermann Gartner und Heiko Stüber auch auf die Hartz-Reformen zurückführen.

Seit 1993 gilt, dass pro Jahr durchschnittlich von 100 Arbeitsplätzen 9,5 wegfallen, aber gleichzeitig 9,7 neue entstehen. Technologischer Fortschritt kann dabei sowohl zu Entlassungen führen als auch zu Neueinstellungen – etwa wenn neue Produkte auf den Markt gebracht oder zusätzliche Arbeitsplätze durch maschinelle Unterstützung erst rentabel werden.

So hat der Siegeszug des Computers den Arbeitsplatzabbau nicht beschleunigt und seit 2005 sogar verlangsamt. Für Geringqualifizierte und Facharbeiter sind seither mehr Jobs weggefallen als neu geschaffen worden. Bei den Geringqualifizierten fällt aber auf, dass sowohl die Arbeitsplatzaufbau- als auch die -abbaurate über die Zeit gestiegen sind. Es entstehen also weiter viele Jobs mit niedrigem Anforderungsprofil, etwa in der Logistik, aber häufig verschwinden sie auch schnell wieder.

Digitalisierung bringt Sicherheit

Nach Sektoren sind das Gastgewerbe und die unternehmensnahen Dienstleistungen zwischen 2005 und 2014 am stärksten expandiert. Auch dort fallen jedes Jahr zwar tausende Jobs weg, aber es entstehen mehr neue. Größere Abbau- als Aufbauraten verzeichnen wenig überraschend der Bergbau, die Druck- oder die Textilindustrie, aber auch die Finanzwirtschaft. Durch Roboter wegrationalisierte Jobs in der Industrie werden oft bei unternehmensnahen Dienstleistern neu geschaffen.

Die IAB-Forscher zeigen, dass in Sektoren, die sich schon stärker mit Automatisierung und Digitalisierung beschäftigt haben, die Dynamik beim Auf- und Abbau von Jobs überraschenderweise eher unterdurchschnittlich ausfällt. Auch das Risiko, arbeitslos zu werden, ist in den digitalisierungsaffinen Branchen deutlich geringer als etwa in der Bauwirtschaft.

Mehr: Interview mit BA-Vorstand Terzenbach – „Warum soll ein Bankangestellter nicht zum Datenanalysten werden?“

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