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Studie Findige Kleinunternehmen nutzen Pandemie für Weiterbildung

In der Pandemie haben überraschend viele kleine Betriebe die Kurzarbeit als Weiterbildungszeit eingesetzt. Sie geben im Schnitt auch mehr Geld dafür aus als Großunternehmen. 
23.03.2021 - 13:33 Uhr Kommentieren
Für Unternehmen immens wichtig: Die Weiterbildung ihrer Arbeitnehmer hilft auch gegen den Fachkräftemangel. Quelle: www.imago-images.de
Fortbildung

Für Unternehmen immens wichtig: Die Weiterbildung ihrer Arbeitnehmer hilft auch gegen den Fachkräftemangel.

(Foto: www.imago-images.de)

Berlin Knapp jedes fünfte Unternehmen, das 2020 Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte, hat die Krise zugleich für Weiterbildung genutzt. Das Überraschende dabei: Der Anteil war in kleinen Unternehmen ebenso hoch wie in großen. Das zeigt eine Analyse des vom Bundeswirtschaftsministerium finanzierten Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.  

Überraschend sei dies deshalb, weil sich die Weiterbildungsaktivitäten in „normalen Zeiten sehr stark nach Unternehmensgröße unterscheiden“, schreibt Autorin Susanne Seyda. Man könne also sagen: „In der Pandemie boomt die Weiterbildung in kleinen Unternehmen.“

Üblicherweise bieten zwar fast alle Großunternehmen ihrer Belegschaft Weiterbildungen an, jedoch nur 87 Prozent der kleinen mit bis zu 50 Mitarbeitern. Allerdings organisieren diese dann pro Mitarbeiter mehr Stunden – im Schnitt 22 pro Jahr, gegenüber 16 in mittleren und großen Unternehmen – und geben entsprechend auch mehr Geld aus. 

Bereits im Jahr 2019 lagen sie bei der Intensität des Weiterbildungsengagements vor großen Unternehmen und investierten sowohl mehr Zeit als auch mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten.

Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass kleinere Unternehmen in den letzten Jahren stark unter Fachkräfteengpässen gelitten haben“ schreibt Seyda. Sie seien daher bereit, mehr zu investieren, um die Beschäftigten – auch während der Krise – im Unternehmen zu halten. 

Zugleich ist auch die Nutzung digitaler Lernmedien bei kleinen Unternehmen am stärksten gestiegen – und hat ebenfalls dazu beigetragen, einen Einbruch der Weiterbildung insgesamt zu verhindern. Der große Vorteil digitaler Medien, die zeitliche Flexibilität, kommt vor allem kleinen Unternehmen zugute. Fast acht von zehn der befragten kleinen Firmen gaben an, digitale Lernmedien verstärkt in der Weiterbildung einzusetzen, um zeitlich flexibler zu sein – das ist deutlich mehr als in großen Betrieben. 

Basis der Kofa-Studie war die alle drei Jahre stattfindende Weiterbildungserhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die dem Handelsblatt ebenfalls exklusiv vorliegt. Daran beteiligten sich 2020 zwischen April und August 1340 Unternehmen. 

Hier zeigt sich insgesamt ein deutlicher Sprung bei der digitalen Weiterbildung: So ist die Quote derer, die mindestens ein digitales Medium nutzen, seit 2016 von 84 auf mehr als 90 Prozent gestiegen. Im Lockdown 2020 nutzen vor allem die Unternehmen digitale Medien, die schon Erfahrung damit hatten.

Insgesamt – und unabhängig von der Pandemie – setzt inzwischen  jedes zweite Unternehmen digitale Mittel ein – von elektronischer Literatur über webbasiertes Lernen, Lernvideos und Podcasts bis zu Selbstlernprogrammen. Ein zentraler Grund ist, weil sie günstiger sind als herkömmliche Formate, also vor allem Präsenzkurse.

„Zudem fallen vielen Unternehmen Auswahl und Einschätzung digitaler Angebote leichter als die klassischer Weiterbildungsangebote“, ergab die Umfrage. Um das Potenzial für eine didaktisch
höherwertige Nutzung digitaler Medien künftig noch intensiver zu nutzen, sei es aber „wichtig, die Medienkompetenz des Bildungspersonals in den Unternehmen weiter auszubauen“, empfehlen die Autoren. 

Mehr: Studie prophezeit großes Ungleichgewicht auf Arbeitsmarkt 2030

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