Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Lehrerin an der Tafel

Deutsche Lehrer verdienen gut, vor allem beim Berufseinstieg liegen sie deutlich vor den Kollegen in anderen Ländern.

(Foto: dpa)

Studie Lehrer verdienen in Deutschland so viel wie sonst nirgends im OECD-Vergleich

Deutschland leistet sich die höchsten Lehrergehälter. Bei den Ausgaben für das Schulsystem liegt die Bundesrepublik jedoch unter dem OECD-Schnitt.
2 Kommentare

Berlin Während Deutschland mit gravierendem Lehrermangel kämpft und die Gewerkschaften höhere Gehälter vor allem für Grundschullehrer fordern, zeigt der Blick ins Ausland: Lehrer in Deutschland verdienen ausgesprochen gut.

Lehrer für die Sekundarstufe I – also vor allem an Haupt- und Realschulen – verdienen nach einem Vergleich der OECD hierzulande schon beim Berufseinstieg gut 67.000 US-Dollar und damit doppelt so viel wie ihre Kollegen im Durchschnitt der Industrieländer. Die unterschiedliche Kaufkraft wurde dabei bereits berücksichtigt.

Allerdings sind im Laufe des Pädagogenlebens die Gehaltssprünge nicht ganz so groß wie anderswo: In der Endstufe verdienen die Sekundarstufe-I-Lehrer knapp ein Drittel mehr als zum Einstieg. OECD-weit legen ihre Kollegen vom Berufseinstieg bis zur Rente dagegen fast 90 Prozent zu, zeigt der Bericht „Bildung auf einen Blick 2019“, den die Organisation an diesem Dienstag vorgestellt hat.

Dennoch: Auch die Top-Gehälter am Ende der Laufbahn liegen im internationalen Vergleich noch in der Spitzengruppe. Mehr bekommen ältere Pädagogen nur in Luxemburg, Südkorea, den Niederlanden und der Schweiz.

Unterm Strich verdienen damit Lehrer der Sekundarstufe I „genauso viel wie oder mehr als andere Beschäftigte mit einem Hochschulabschluss“, heißt es in dem Bericht. OECD-weit erhalten Lehrer dieser Stufe nur rund 90 Prozent des Durchschnittslohns aller Akademiker in OECD-Ländern.

In Deutschland fordern Gewerkschaften aktuell vor allem die weitere Anpassung der Gehälter von Grundschullehrern an die der Kollegen in den weiterführenden Schulen – auch weil dort derzeit der größte Mangel herrscht.

Grafik

Nach den Daten der OECD verdienten Grundschullehrer zwischen Kiel und Passau im Schnitt zuletzt 91 Prozent der durchschnittlichen Akademiker-Gehälter. Damit stehen sie besser da als ausländische Kollegen, im OECD-Schnitt sind es nur 84 Prozent der durchschnittlichen Akademiker-Gehälter.

Die vergleichsweise hohen Personalkosten in Deutschland treiben auch die Gesamtkosten: 82 Prozent der laufenden Kosten für die Schulen fließen in die Gehälter, OECD-weit sind es 78 Prozent. Das führt zu weit überdurchschnittlichen Kosten pro Schüler und Auszubildenden.

Diese betrugen 2016 in Deutschland knapp 11.300 US-Dollar, im Durchschnitt der OECD-Länder waren es nur 9360 US-Dollar. Setzt man die Ausgaben jedoch ins Verhältnis zur Wirtschaftskraft, fällt Deutschland zurück: Insgesamt gibt die Bundesrepublik drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für das Schulwesen aus, OECD-weit sind es dreieinhalb Prozent.

Mehr: In Grundschulen fehlen bald noch mehr Lehrer als erwartet.

Startseite

Mehr zu: Studie - Lehrer verdienen in Deutschland so viel wie sonst nirgends im OECD-Vergleich

2 Kommentare zu "Studie: Lehrer verdienen in Deutschland so viel wie sonst nirgends im OECD-Vergleich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Interessant wäre es hier noch zu wissen, wie sich die Gehälter im Verhältnis zu den zu leistenden wöchentlichen Unterrichtsstunden darstellen.

    In Deutschland hat ein Lehrer je nach Schule, Stufe und Land lediglich 24-28 Unterrichtsstunden wöchentlich zu leisten.

  • Zwei Maßnahmen bieten sich an: 1) da wir bei den PISA-Schulvergleichen leider nicht an der Spitze liegen, zahlen wir Lehrern zuviel - die Lehrerverdienste sollten deshalb unterdurchschnittlich steigen und leistungsbetonter ausgestaltet werden. Schulen oder Schulbezirke mit unterdurchschnittlichen PISA-Vergleichswerten müssen Ihre Leistung - didaktisch gekonnte Wissensvermittlung - steigern. Und 2) kann man die so eingesparten Gelder investieren in Digitalisierung, also sinnvolle Ausstattung von Schulen mit digitaler Technik, oder in Schulgebäuderenovierung. Zumindest wäre es ein Beitrag!

Serviceangebote