Studie zu Krankenkassen-Finanzierung Bürgerversicherung dürfte mittlere bis hohe Einkommen belasten

Eine stärkere Finanzierung von Krankenkassen aus Steuergeldern – Stichwort: Bürgerversicherung – trifft einer Studie zufolge die Bezieher mittlerer und höherer Einkommen. Sie müssten mit höheren Belastungen rechnen.
Update: 12.05.2013 - 18:03 Uhr 19 Kommentare
Die Finanzierung von Gesundheitsleistungen ist zwischen den Parteien umstritten. Quelle: dpa

Die Finanzierung von Gesundheitsleistungen ist zwischen den Parteien umstritten.

(Foto: dpa)

BerlinDas SPD-Konzept für eine Bürgerversicherung würde einer Studie zufolge mittlere und höhere Einkommen spürbar belasten. Bei einer verstärkten Steuerfinanzierung der Krankenkassen werde sich für Arbeitnehmer „bereits in mittleren Einkommensbereichen eine spürbare Erhöhung der Gesamtbelastung“ ergeben, heißt es in der Studie, die dem Magazin „Focus“ vorliegt. Für Gutverdiener würde die Belastung durch Steuern und Abgaben dadurch um bis zu fünf Prozentpunkte steigen und „die Schwelle von 40 Prozent des Bruttoeinkommens überschreiten“. Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut IGES im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung und des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen erhoben.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles wies die Schlussfolgerungen der Studie zurück und erklärte, diese beruhe auf anderen Annahmen als das SPD-Konzept.

In einem von dem Institut berechneten Szenario, in dem ein Drittel der Gesundheitsausgaben durch Steuern finanziert wird, müsste ein Haushalt mit 36.000 Euro Jahresnettoeinkommen eine Mehrbelastung von 900 Euro pro Jahr verkraften. Höhere Haushaltseinkommen würden noch stärker belastet. Geringere Haushaltseinkommen unter 24.000 Euro netto pro Jahr würden dagegen durch eine wachsende Steuerfinanzierung des Gesundheitssystems entlastet. Auch Rentner würden durch das SPD-Konzept fast durchwegs entlastet, für Arbeitgeber sehen die Experten ebenfalls Entlastungsmöglichkeiten.

Nahles betonte, die SPD schlage weder vor, ein Drittel der Gesetzlichen Krankenversicherung über Steuern zu finanzieren, noch belaste sie die Menschen über die Einkommensteuer. Im SPD-Konzept werde ein Steuerbeitrag in heutiger Höhe von 14 Milliarden vorgeschlagen, der dann wachse. Die Gegenfinanzierung erfolge über Steuern auf Kapitalertrag und treffe daher hohe Vermögen. „Somit bleibt festzustellen, dass im SPD-Modell auf eine gerechte und verteilungswirksame Finanzierungsoption gesetzt wird und gleichzeitig durch geschickte Wahl der Instrumente eine stärkere Belastung der mittleren Einkommen vermieden wird.“

Auch das Bürgerversicherungskonzept der Grünen brächte laut Studie Belastungen für die Bürger mit sich, sie fielen aber geringer aus als die nach dem SPD-Konzept. Entlastet würden hier vor allem Arbeitnehmer. Rentner würden hingegen belastet.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Studie zu Krankenkassen-Finanzierung - Bürgerversicherung dürfte mittlere bis hohe Einkommen belasten

19 Kommentare zu "Studie zu Krankenkassen-Finanzierung: Bürgerversicherung dürfte mittlere bis hohe Einkommen belasten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wichtig ist doch die medizinische Versogung!

    Was würde denn mit einer Bürgerversicherung besser werden?

    Was hat es z.B. in den Niederlanden gebracht? Besseren Zugang zu medizinischen Innovationen? Nein.

    Kürzere Wartezeiten für Patienten? Nein.

    Ist die medizinische Versorgung günstiger geworden? Nein.

    Lösung des Demographieproblems? Nein.

    Nur durch den Wettbewerb zwischen den Systemen GKV-und PKV
    gibt es in Deutschland für ALLE VERSICHERTEN einen raschen Zugang zu Innovationen. Und nur durch den Wettbewerb der Systeme bleibt die gute medizinische Versorgung in Deutschland auf lange Sicht bezahlbar.

    Die Einführung einer BÜRGER-ZWANGSVERSICHERUNG ist KEINE Lösung. Gleichbehandlung, stabile Beiträge und konstantes Leistungsniveau - nichts davon lässt sich mit einer Bürgerversicherung erreichen.

    Immerhin beneidet uns die ganze Welt um unser duales Krankenversicherungssystem mit GKV und PKV. In einem Einheitssystem ohne jeden Wettbewerb können die Leistungen auf dem Rücken der Kunden noch viel einfacher gekürzt und staatlich rationiert werden, siehe England. Diese Leistungen müssen dann teuer vom Einzelnen hinzugekauft werden. Nicht jeder kann das bezahlen. Zumal die Wartezeiten für Operationen in England durchaus auch mal 6 Monate betragen können. Ist das ein erstrebenswerter Ausblick? Insgesamt würde durch eine BÜRGER-Zwangsversicherung gerade ein 2-Klassen Gesundheitssystem noch gefördert!

    Ich glaube dessen sind sich viele noch gar nicht bewusst.

    Das Nebeneinander von GKV und PKV hat sich seit vielen Jahren gut bewährt. 95% !!! der deutschen Bevölkerung wollen sich in DEUTSCHLAND medizinisch behandeln bzw. operieren lassen. Wenn das kein Vertrauensbeweis für die gute medizinische Versorgung in Deutschland ist.

  • @elly,@ralf 100% pro. Egal wie man das Kind nennt es läuft alles auf eine Bürgerversicherung hin.
    Als es den ganzen Gruben in NRW,Saarland schlecht ging hat auch keiner nach Stellenabbau gefragt. Warum soll man nun etwas aufrecht erhalten, was man nicht braucht, damit Versicherungsvertreter den Leuten unnötiges Zeug aufquatschen um Provissionen zu kassieren. Ziel und Zweck muss es halt sein, ein bezahlbares Gesundheitssystem zu gewähren. Dafür bedarf es keiner 2 Klassenversicherung PKV und GKV.
    In der GKV ist Hinz und Kunz teilweise in Familienversicherungen ohne Eigenbeitrag versichert. In der PKV sind teilweise Rentner die ihre Rente für Krankenkassenbeiträge hinlegen.
    Wo ist das Problem ein System zu machen, in das jeder einzahlt mit allen möglichen Einkünften. Wie man Härtefälle finanziert und definiert kann ja der Gesetzgeber noch festlegen.
    Es darf nur nicht wie bisher und immer laufen, dass den Rahm immer die großen Konzerne abschöpfen, für Tätigkeiten die rein mit Hilfe für Kranke nichts zu tun haben. Die ganzen Diskussionen hört man schon zig Jahre und keiner der Parteien macht mal den grossen Schritt.

  • Schauen Sie sich bitte die Fakten an. www.buergerversicherung-nein-danke.de

  • Eine Bürgerversicherung ist längst überfällig!

    Im Gesundheitssystem sollte nicht nach Geldbeutel entschieden werden, sondern nach Mensch und nicht nach gesetzlicher oder privater Kasse.

    Wenn alle einzahlen, u.a. auch Abgeordnete und Beamte, dann kann dagegen nichts zu sagen sein!

    Hoffe, dass sich das in Deutschland durchsetzt!

  • Mein Zustimmung haben Sie. Und die "sozialistische Schweiz" zeigt doch dass das geht. Dennoch will ich Grün/Rot nicht an der Macht sehen.

  • Die SPD bekommt halt abolut nichts zustande in ihrem Ideologen-Wahn.
    Die olen zuerst einmal die vielen Zahlungen ans Ausland stoppe, die ohne unser Wissen und ohne uns zu fragen, jedes Jahr getätigt werden. Da werden ganze Familienclans ärztlich betreut von unseren Beiträgen

  • Vorschlag: Alle Krankenkassen treten in den "regulären" Wettbewerb. Dazu müssten PKV und GKV Kunden in jede Richtung wechseln können. Hier klemmt es aber schon seit Jahrzehnten an dem politischen Willen, diese Besitzstandsregelung aufzuheben. Und sind wir mal ehrlich. Welches Interesse haben beihilfeberechtigte Bundes- oder Landesbeamte (unsere Politiker) das PKV System abzuschaffen. Sollte es doch einmal möglich sein in alle Richtungen zu wechseln und angesparte Rückstellungen in voller Höhe zur nächsten Krankenkasse mitzunehmen, dann das Ganze ein paar Jahre wirken lassen, bis sich die Verwaltungskosten der GKV auf ein erträgliches Maß heruntergeschrumpft haben. Der Wildwuchs an Krankenkassen wird bis auf einige wenige "überlebensfähige" Kassen reduziert. Die GKV wird damit de facto "privatisiert". Gesetzlich muss dann noch der "Mindeststandard" einer medizinischen Grundabsicherung festgelegt werden. Dieser Tarif muss dann von ALLEN angeboten werden. Hier hinzu kommt noch eine teils umlage- teils kapitalmarktorientierte Altersrückstellung. Gleiche Leistung - volle Vergleichbarkeit! Weitere Tarife und zusätzliche Optionen sind dann natürlich Sache der einzelnen Anbieter. So jetzt noch die Frage der Finanzierung. 1. Säule: Finanzierung sozialer nicht eigenverschuldeter Risiken wie z.B. Behinderung, chronische Erkrankungen etc. über einen steuerfinanzierten Risikotopf. Hier werden ALLE Einkommensarten auch Kaptialeinkommen jedes Steuerpflichtigen einbezogen. Nicht inkludiert sind hier individuelle Risiken wie bspw. Rauchen, selbst verschuldete Adipositas, Risikosportarten. 2. Säule: Finanzierung des gemittelten individuellen Gesundheitsrisikos. Anteilig Arbeitgeber /Arbeitnehmer (Über die Verteilung kann man im Detail streiten) - Abführung analog heutiger vorgehensweise. Ergebnis: Alle Arbeitnehmer, Beamten, Wenig- und Gutverdiener zahlen in einen Topf. Die GKV Krankenkassen werden auf lange Sicht endlich schlank und wettbewerbsfähig.

  • @Ede
    Ja Leistung MUSS belohnt werden! Sie sprechen das aus was viele von uns denken!!!!!!!!!!!

    Ich arbeite 6 Tage die Woche und bekomme mehr als jemand der die 35 Stundenwoche genießt. Ich habe nur 3 Wochen Ausfall im Jahr (Urlaub + Krankeitstage). Verdiene ich das "Plus" an Geld? Ich empfinde es so.

    Vielleicht würde ich anders denken wenn ich auch für einen einzigen Vortrag einen 5-stelligen Betrag kassieren würde. Mein Geld verdiene ich mit harter Arbeit und nicht durch Gefälligkeiten von mir nahestehenden Managern.

    Ich leiste gerne meinen Beitrag. Ich unterstütze aber keine Selbstbedienung und Verschwenung durch Parteien die mit Geld nicht umgehen können.

    Herr Schröder und Herr Fischer, was ist aus Ihren Parteien geworden ??????

  • Eine Gesetzesvorlage gibt es noch nicht einmal, da wird schhon wieder Stimmung dagegen gemacht...

    Jetzt sollte man mal abwarten, was die Abstimmung im Bundestag ergibt und dann wird man weitersehen. Trotz aller Negativdarstellung, die PKV wird verschwinden und die Beamten müssen einbezogen werden. Das ist auch keine 'Einheitskasse', sondern viele Versicherungen, die ihre leistungen und Konditionen anbieten - sie dürfen sich halt nicht mehr die 'Rosinen' rauspicken.

  • hallo ede ich krieg noch viel mehr wie du,sogar leistungslos bei dauerfrei.

    ich mußte mich noch nie bei irgendjemandem dafür rechtfertigen obgleich ich kein auto hab und deshalb in einer dreieinhalbmillionenstadt mit den öffentlichen unterwegs bin.

    wenn alle einnahmen für den versicherungstopf herangezogen werden profitieren mindestens 90 % der bevölkerung und wir andre drücken eben mehr ab.was solls....

    wir wurden ja die letzten 15 jahre um mindesten eine billion entlastet und private vermögensverwaltung und unternehmensbeteiligungen werden ja weiterhin geschont

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%