Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Studie zum Klimawandel Immer mehr Wetterextreme

Unter dem Klimawandel leiden vor allem Entwicklungsländer. Aber auch Industrienationen werden immer härter getroffen. Die Schäden gehen in die Milliarden.
1 Kommentar
Globale Klima-Risiko-Index: 2017 bricht Rekord bei Wetterextremen Quelle: dpa
Satellitenbild

Der Hurrikan „Florence“ auf dem Weg zur Ostküste der USA.

(Foto: dpa)

BerlinMehr als 11.500 Todesopfer, Schäden von mehr als 375 Milliarden Dollar: 2017 ist weltweit das bisher schlimmste Extremwetterjahr der jüngeren Geschichte. Die wetterbedingten Sachschäden brechen alle vorherigen Rekorde. Das belegt der neue, von der Entwicklungsorganisation Germanwatch veröffentlichte Globale Klima-Risiko-Index.

Der Index wird jährlich überarbeitet und zeigt sowohl für das jeweilige Vorjahr als auch über die vergangenen 20 Jahre, wie stark Länder von Wetterextremen wie Überschwemmungen, Stürmen, Hitzewellen und Dürren betroffen sind. Als Basis dient vor allem die Datenbank des weltweit größten Rückversicherers Munich Re. Bei der Bezifferung der Schäden wird die von Land zu Land teilweise sehr unterschiedliche Kaufkraft berücksichtigt.

Seit 1998 traten mehr als 11.500 Extremwetterereignisse auf – also deutlich mehr als ein Ereignis pro Tag. Dabei kamen insgesamt mehr als 526.000 Menschen zu Tode. Die direkten Sachschäden beliefen sich auf 3,5 Billionen Dollar.

Zwar erlauben die Auswertungen über Schäden und Todesopfer keine einfache Aussage darüber, welcher Anteil davon bereits auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Dennoch lassen sich mehrere Trends ausmachen, die mit Erkenntnissen der Klimawissenschaft in Einklang stehen: Erstens nimmt die Wucht einzelner Wetterereignisse zu. Beispiele für 2017 sind die Inseln Puerto Rico und Dominica, die von extrem heftigen tropischen Wirbelstürmen getroffen wurden.

Zweitens werden Länder wie Haiti, die Philippinen, Sri Lanka oder Pakistan mittlerweile so regelmäßig von Wetterextremen getroffen, dass sie kaum Zeit haben, sich zu regenerieren.

Und drittens zeigen die vergangenen Jahre, dass nicht nur Entwicklungsländer, sondern zunehmend auch Industrieländer von Wetterextremen getroffen werden. „Durch die Rekord-Dürre und extreme Hitze in diesem Jahr ist im nächsten Index damit zu rechnen, dass europäische Länder noch mehr in den Fokus geraten“, sagt David Eckstein von Germanwatch, Hauptautor des Klima-Risko-Indexes, der in diesem Jahr bereits zum 14. Mal erscheint.

In Deutschland verursachten 2017 vor allem Orkantiefs im Herbst sowie regional auch Stark- und Dauerregen nach langer Trockenheit im Frühsommer hohe Schäden. Insgesamt forderten Extremwetterereignisse in Deutschland im vergangenen Jahr 27 Todesopfer und richteten Schäden in Höhe von knapp 3,6 Milliarden Dollar an – vor allem durch Sturmschäden und Überflutungen. Deutschland lag damit im Jahr 2017 auf Rang 40 (Vorjahr 42), im Index für die vergangenen 20 Jahre gar auf Rang 25. Auch reiche Industrienationen, mahnt Eckstein, würden vom Klimawandel immer härter getroffen.

Der Umgang mit Schäden und Verlusten ist ein ständiges Streitthema in den internationalen Klimaverhandlungen – auch während der laufenden Konferenz im polnischen Kattowitz. Die wichtigen Verursacherstaaten müssten einerseits die ärmeren Staaten bei der Klimawandelanpassung unterstützen, fordert Eckstein. Anderseits müssten sie ihnen auch beim Umgang mit Schäden und Verlusten helfen – genau das aber ist bislang hoch umstritten.

Für Deutschland ist Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) neben Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) Chefrepräsentantin der Bundesregierung. Nach ihrem Auftaktbesuch am Montag wird sie erst in der zweiten Verhandlungswoche wieder vor Ort sein. In Kattowitz geht es vor allem um ein Regelbuch, das die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens sicherstellen soll. Die Erderwärmung soll auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzt werden.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Studie zum Klimawandel - Immer mehr Wetterextreme

1 Kommentar zu "Studie zum Klimawandel: Immer mehr Wetterextreme"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die bezifferten Schäden von 375 Mrd. werden in 10 Jahren bei co 500 Mrd. liegen aber nicht weil es mehr Wetterextreme gegeben hat sondern aufgrund der allgemeinen Kostensteigerung.
    Weiterer Punkt, die Weltbevölkerung wird sich weiter drastisch vermehren und die Menschen werden sich in Umwetter Risiko-Gebieten niederlassen, aber auch in kritischer Küstennähe ansiedeln.
    Wälder werden weiter abgeholzt, die Wasser speichern und Wind abbremsen können.
    Wer die Bevölkerungsexplosion nicht stoppen will, will das Problem nicht angehen. Wenn die andauernd verteufelten Industrienationen auf das Niveau von Afrika zurück fallen löst sich das Problem, wenn auch auf grausame Weise, die Menschen in Afrika gehen ohne die Hilfe zugrunde. Die Bevölkerung in Afrikas wächst bis 2050 um 100%, also von 1 Mrd. auf 2 Mrd. Menschen. Bevölkerungswachstum ist nicht nur ein Problem Afrikas sondern weltweit. Die Weltbevölkerung ist seit 1950 von 2.54 Mrd. auf 7,55 Mrd. in 2017, also um das 3-fache gewachsen. Bis 2050 wird die Weltbevölkerung auf ca. 10 Mrd. wachsen, es wird also die Weltbevölkerung von 1950 mit ihrem Ressourcenverbrauch hinzu kommen. Das einzige was man hört ist der extreme Verzicht in den Industrienationen der alles bringen soll. Was kommt dann nach dem rigorosen Verzicht?? Warum sollen die Menschen in den Industrienationen schuften und trotzdem sich nichts leisten können?? Dafür das Geld aus den Industrienationen in alle Welt transferieren, nun wie lange wird das wohl gut gehen?? Ich fürchte nicht lange und das ist auch richtig.
    Diese Logik ist eine dümmliche sozialistische Logik, nach der es wenn es nicht allen gleich gut gehen kann, allen schlecht gehen muß aus Gründen der Gerechttgkeit und Gleichheit. Es gibt bessere Wege für die Zukunft, als dieses rituelle Dauergejammere der Linken, Grünen, NGO's. Nur hocheffiziente Industrienationen können bestehen. Für Afrika heißt das, nicht Fische verschenken sondern sie müssen Angeln lernen.