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Studie zum Mindestlohn Von 8,50 Euro haben nur wenige etwas

Das Arbeitsministerium hatte in der Argumentation für den Mindestlohn immer wieder betont, dass 3,7 Millionen Menschen von dem Instrument profitieren könnten. Arbeitsmarktforscher widersprechen nun früheren Schätzungen.
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Sie standen im Zentrum der Debatte um eine einheitliche Lohnuntergrenze in ganz Deutschland: Angestellte in Gastronomiebetrieben verdienten bis Anfang des Jahres häufig weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Quelle: dpa

Sie standen im Zentrum der Debatte um eine einheitliche Lohnuntergrenze in ganz Deutschland: Angestellte in Gastronomiebetrieben verdienten bis Anfang des Jahres häufig weniger als 8,50 Euro pro Stunde.

(Foto: dpa)

Berlin Vom gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro profitieren nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern weitaus weniger Beschäftigte als angenommen. In Deutschland seien etwa 4,4 Prozent der Beschäftigten betroffen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Der Anteil liege wesentlich niedriger als bei früheren Schätzungen. Die bisher vom Bundesarbeitsministerium genannte Zahl, dass etwa 3,7 Millionen Beschäftigte vom Mindestlohn profitierten, sei „deutlich zu hoch“ gegriffen, sagte einer der Autoren der Studie, der Arbeitsökonom Lutz Bellmann, zu Reuters.

Die Zahlen des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit (BA) beruhen auf einer jährlichen Befragung von etwa 16.000 Betrieben. Frühere Studien auf anderen Datengrundlagen waren davon ausgegangen, dass im Westen Deutschlands 13 Prozent der Beschäftigten und im Osten 20 Prozent vom Mindestlohn betroffen seien. Das IAB sprach von einer „hohen Diskrepanz“ zu den eigenen Befunden. Dies sei unter anderem damit zu erklären, dass die IAB-Betriebsbefragung deutlich näher an der Einführung des Mindestlohns gelegen habe. In Erwartung des Mindestlohns hätten sieben Prozent der Betriebe ihre Löhne bereits vor dem Inkrafttreten am Jahresanfang 2015 angepasst.

Zudem seien Beschäftigte, für die Ausnahmen vom Mindestlohn gelten, wie etwa Lehrlinge, Praktikanten und Erntehelfer, in der IAB-Auswertung bereits ausgeklammert. Darüber hinaus würden Betriebe, die ausschließlich Minijobber beschäftigten, von der Befragung nicht erfasst. Auch für sie gilt aber der Mindestlohn.

Dies hat auch Bedeutung für die von manchen Wissenschaftlern erwarteten Arbeitsplatzverluste. „Die Anpassungsreaktionen werden in der Masse nicht so breit ausfallen“, sagte Bellmann zu Reuters. Anders sei dies für besonders betroffene Branchen wie das Gastgewerbe, die Bereiche Verkehr und Logistik sowie bei Nahrungs- und Genussmitteln. In den 20 bis 30 Prozent vom Mindestlohn betroffenen Betrieben dieser Branchen hätten Mitte 2014 mehr als die Hälfte der Beschäftigten weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdient. Je höher der Anteil der Betroffenen, desto wahrscheinlicher ist es den Forschern zufolge, dass der Betrieb als Anpassung an den Mindestlohn Arbeitszeiten verändert, seine Preise anhebt oder Arbeitsplätze abbaut.

Bundesweit ist demnach jeder achte Betrieb (zwölf Prozent) vom Mindestlohn betroffen. Regional sei dies unterschiedlich: In Sachsen etwa hätten 32 Prozent der Betriebe 2014 mindestens einen Mitarbeiter für weniger als 8,50 Euro beschäftigt. In Baden-Württemberg habe der Anteil weniger als sieben Prozent betragen.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Studie zum Mindestlohn: Von 8,50 Euro haben nur wenige etwas"

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  • Tja, ich hab einfach alle Minijobber entlassen. Ich führ doch keine Stundenlisten, die der ZOLL dann im Rahmen einer Hausdurchsuchung kontrollieren kommt. Müssen die Leute halt schauen, wo sie jetzt ihr Zusatzeinkommen herkriegen. Dürfen sich dann bei Frau Nahles beschweren, wenn dieses Jahr der Familienurlaub ausfallen muss.

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