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Studie zur Elektromobilität Rund 20.000 Euro in der Oberklasse – So groß ist der finanzielle Vorteil von E-Autos

Der Bund fördert mit dem „Umweltbonus“ elektrische Fahrzeuge – doch der Preisvorteil fällt langfristig deutlich höher aus. Die Mineralölbranche fürchtet Wettbewerbsnachteile.
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20.000 Euro in der Oberklasse – So groß ist Vorteil von E-Autos Quelle: picture alliance / imageBROKER
Parkplatz für Elektroautos

Vor allem durch Steuervorteile könnten sich E-Autos langfristig lohnen.

(Foto: picture alliance / imageBROKER)

Berlin Die Bundesregierung tut einiges, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen. Der Anteil des Bundes an der Kaufprämie für ein batteriebetriebenes Fahrzeug („Umweltbonus“) beläuft sich auf 2.000 Euro, außerdem sind Elektroautos für die ersten zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Und damit ist die Besserstellung von E-Autos gegenüber Autos mit konventionellem Antrieb nicht beendet.

Das Beratungsunternehmen Economic Trends Research (ETR) hat im Auftrag des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) Vergleichsrechnungen für verschiedene Fahrzeugklassen angestellt. „Wenn man die fiskalischen und regulierungsbedingten Belastungen von konventionellen Pkws mit der Belastung von Elektroautos vergleicht, kommt man zu überraschenden Ergebnissen. Ein Elektroauto wie der BMW i3 ist über eine Lebensdauer von zwölf Jahren um 18.000 Euro bessergestellt als ein Golf mit Benzinmotor“, sagt Michael Bräuninger von ETR.

„Schaut man in den Bereich der Oberklasse, fällt der Unterschied noch größer aus. Ein Tesla S75D ist gegenüber einem Mercedes CLS Diesel um 24.000 Euro im Vorteil“, sagt Bräuninger. So muss der Halter eines VW-Golf mit Benzinmotor im Vergleich zum Halter eines BMW i3 je gefahrenem Kilometer wesentlich höhere Energiesteuern zahlen, nämlich umgerechnet 7,3 Cent je Kilowattstunde.

Beim Elektroauto fällt lediglich die Stromsteuer in Höhe von 2,05 Cent je Kilowattstunde an. Bei E-Autos, die steuerlich als Dienstwagen behandelt werden, kommt ein weiterer Vorteil zum Tragen: Es muss nur die Hälfte des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Noch wesentlich schwerer wiegt der Vorteil, der sich für E-Autos aus der CO2-Flottenregulierung ergibt. Der ab 2020 geltende Grenzwert von 95 Gramm CO2 je Kilometer stellt für die Hersteller eine große Herausforderung dar und macht E-Autos besonders attraktiv.

Überschreitet ein Hersteller den durchschnittlichen Flottengrenzwert, so werden bereits ab 2019 beim Verkauf eines Neuwagens Strafzahlungen in Höhe von 95 Euro je Gramm Überschreitung und verkauftem Neuwagen fällig. Erreicht ein Hersteller also in einem Jahr im Flottendurchschnitt einen Emissionswert von 110 Gramm bei 100.000 verkauften Neuwagen, so muss er 142,5 Millionen Euro Strafe zahlen.

Wenn Hersteller der Strafe entgehen wollen, bietet es sich an, E-Autos auf die Straße zu bringen, denn sie werden als Nullemissionsfahrzeuge betrachtet; mit welchem CO2-Ausstoß die Produktion des von einem E-Auto genutzten Stroms verbunden ist, ist dabei gleichgültig.

Ein Hersteller, der ein E-Auto und ein Auto mit 190 Gramm CO2-Emission verkauft, wird behandelt, als hätte er zwei Autos mit 95 Gramm CO2-Emission in Verkehr gebracht. Er hat damit den Grenzwert von 95 Gramm eingehalten. Ein E-Auto reduziert somit die Strafzahlungen des Herstellers um 9.025 Euro. Man könnte auch von einer indirekten Subvention für E-Autos sprechen.

Einseitige Fixierung der Politik

Würde die gesamte Privilegierung von E-Autos auch für Fahrzeuge gelten, die mit klimaneutral hergestellten synthetischen Kraftstoffen („E-Fuels“) angetrieben werden, so könnte ein Liter synthetischer Kraftstoff für einen VW-Golf mit Benzinmotor nach Berechnungen von ETR mit 2,74 Euro gefördert werden.

„Die Berechnungen belegen, dass E-Fuels und andere treibhausgasneutrale Kraftstoffe gute Chancen hätten, sich am Markt zu etablieren, wenn sie auch nur annähernd die Förderung erhielten, die E-Autos bekommen“, sagte Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands, dem Handelsblatt. Die Zahlen seien „ein starkes Argument für eine technologieoffene Regulierung im Mobilitätssektor“, sagte Küchen.

Die einseitige Fixierung von Teilen der Politik auf die Elektromobilität erweise sich vor dem Hintergrund der Berechnungen als kurzsichtig. Treibhausgasneutrale Kraftstoffe bräuchten eine faire Chance. „Auch auf lange Sicht wird es Anwendungsbereiche geben, die sich mit batteriebetriebenen Antriebskonzepten nicht abdecken lassen“, so Küchen.

E-Fuels werden durch Elektrolyse gewonnen. Wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Quellen stammt, entstehen klimaneutrale Kraftstoffe. Die direkte Stromnutzung ist wesentlich effizienter. Doch dieser Nachteil der E-Fuels wird durch einige Vorteile aufgewogen. Batterien etwa scheiden in bestimmten Anwendungsfällen aus, etwa im Schwerlastverkehr, in der Luft- und in der Seeschifffahrt. E-Fuels sind in diesen Fällen die einzige CO2-neutrale Lösung.

Außerdem können vorhandene Infrastrukturen weiter genutzt werden – von den Tankstellen bis zur Gasnetzinfrastruktur. Viele Bundesländer, etwa Niedersachsen und Schleswig-Holstein, hatten sich in den vergangenen Monaten für die Einbeziehung von E-Fuels in die CO2-Flottenregulierung starkgemacht. Die Große Koalition allerdings hat sich für das Thema bislang nicht erwärmen können.

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1 Kommentar zu "Studie zur Elektromobilität: Rund 20.000 Euro in der Oberklasse – So groß ist der finanzielle Vorteil von E-Autos"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ...Die Bundesregierung tut einiges, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen...
    Das ist alles Schönschreiberei. Nachdem die Deutsche Autoindustrie den Dieselskandal 3 lange Jahre verschleppte, weitere endlose Debatten darum im Bundestag geführt wurden und der Streit um Dieselfahrverbote und Feinstaubwerte weiter geht, ist im Wesentlichen Aufklärungsarbeit über neueste Technologien zur Energienutzung notwendig. Es geht um unsere Zukunft und die grösste Gefahr für die Menschheit ist derzeit der Klimawandel und die daraus resultierenden Wetterextreme. Der CEO der Neutrino Energy, Holger Thorsten Schubart sagt dazu: "Es ist höchste Zeit, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verwenden, um den Klimawandel aufzuhalten." Mit diesen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Energiegewinnung mithilfe von Neutrinos und anderer nichtsichtbarer Strahlung gemeint. Sie stehen 24 Stunden und 7 Tage die Woche, bei Tag und eben auch bei Nacht, im Freien oder in einem Gebäude, also gleich wo zur Verfügung und sorgen dafür, dass die Menschheit in Zukunft unabhängig von der Verbrennung fossiler Brennstoffe sein wird. Klar sind die Lobbies der Öl, Kohle und Atomenergy nicht begeistert, dass ihre goldene Ära ablaufen wird und Neutrino-Energy, die unendliche Ressource der Zukunft sein wird. Darum aufgepasst: alsbald werden Neutrino-Technologie nutzende Hersteller in jeglichen Bereichen von Mobiltelefonie, Haushaltsgeräten, Elektroautos und vielen weiteren wie Pilze aus dem Boden wachsen. Jetzt ist die Zeit das in den Markt zu integrieren. Die Bundesregierung & Politik muss hier Steuern, damit die Wirtschaft in die richtige Richtung rudert. https://boerse-express.com/news/articles/neutrino-energy-group-mit-grossen-schritten-in-richtung-ipo-80284





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