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Studie zur Verkehrswende Mit drastischen Maßnahmen weg vom Verbrenner

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Verkehrswende könnte Deutschland bis 2035 klimaneutral machen

Nicht einmal der Klimaschutzplan der Bundesregierung, auf den sich das Kabinett Merkel im vergangenen November nach langem Hin und Her verständigt hat, legt sich in dieser Form fest. Für 2030 werden vielmehr zunächst die ersten Etappenziele für CO2-Einsparungen in Sektoren wie Verkehr, Gebäude oder Landwirtschaft genannt. Was bis dahin passiert, zum Beispiel auf dem Markt für Elektroautos, lässt sich schwer vorhersagen. Klar ist aber jetzt schon, dass mit der Zeit auch die 2030er Ziele immer schwerer erreichbar werden.

Das Wuppertal-Institut glaubt indes, dass die Bundesregierung innerhalb von 18 Jahren den Bahn- und Radverkehr sowie das Angebot gemeinsam genutzter E-Autos so weit ausbauen kann, dass danach alle Wege in Deutschland ohne klimaschädliche Verbrennungsmotoren zurückgelegt werden. Die Experten machen keine Hehl daraus, dass hierfür in allen Sektoren ein „umfassender Paradigmenwechsel und mutige strukturelle Veränderungen“ nötig seien. „Die aktuelle Fokussierung der Energiewende in Deutschland auf eine reine Stromwende greift dabei deutlich zu kurz“, betonen die Studienautoren. „Allein durch eine Elektrifizierung des motorisierten Verkehrs und der Wärmebereitstellung können die angestrebten Ziele nicht erreicht werden.“

Konkret fordern die Experten im Verkehrsbereich eine „umfassende Mobilitätswende“, durch die der Verkehrsaufwand soweit wie möglich reduziert werde und eine Verlagerung auf klimafreundliche Verkehrsmittel erfolge. „Die Transformation des Mobilitätssektors kann dabei so gestaltet werden“, heißt es in der Untersuchung, „dass sie nicht nur den Zugang zu Mobilität sichert, sondern auch positive Beiträge zu anderen Politikzielen leistet wie die Verbesserung der Luftqualität in den Städten, die Reduzierung des Flächenverbrauchs, die Stauvermeidung und die Verkehrssicherheit.“

Im Grunde genommen schlagen die Experten eine Mix an Maßnahmen vor, um die politischen Klimaschutzziele zu erreichen. „Eine Elektrifizierung der Antriebssysteme alleine reicht dazu nicht aus“, heißt es in der Studie. Zusätzlich müsse der Verkehrsaufwand sinken, die Pkw-Nutzung signifikant zurückgehen und die Fahrzeuggröße reduziert werden. „Dieser Ansatz ist nicht alternativlos“, geben die Autoren der Untersuchung offen zu, „aber das Szenario zeigt deutlich, welche umfassenden Veränderungen notwendig sind, um die derzeit eingefahrenen Routinen abzulegen.“

Ein Szenario beschreibt, wie der Ausstieg aus Benzin- und Dieselmotoren umgesetzt und Verkehr in Deutschland bis 2035 CO2-neutral werden kann. So muss etwa nach Ansicht der Experten bis dahin der Anteil von Rad- und öffentlichem Verkehr durch einen beschleunigten Ausbau der Infrastruktur verdoppelt werden. Entsprechend wird dann das eigene Auto in Städten an Bedeutung verlieren.

In dem Szenario wird demnach davon ausgegangen, dass im Vergleich zum heutigen Niveau eine deutliche Verkehrsverlagerung weg vom Auto und hin zu sogenannten umweltverträglichen Verkehrsmitteln stattfindet. Gemeint ist damit der Umstieg auf nicht-motorisierte Verkehrsmittel, öffentliche Verkehrsmittel (Bahn, Bus und Taxi), sowie Sharing Mobility. Im Straßengüterverkehr setzen die Experten darauf, dass bis zum Jahr 2035 deutlich stärker die Verkehrsträger Schiene und Binnenschiff genutzt werden.

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54 Kommentare zu "Studie zur Verkehrswende: Mit drastischen Maßnahmen weg vom Verbrenner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article167436953/Naiver-dummer-deutscher-Masochismus.html:

    Letzter Absatz:

    "Übrigens – die Umweltbilanz eines Tesla ist laut einer schwedischen Studie ein Desaster. Einen Tesla S muss man acht Jahre fahren, damit er in der CO2-Bilanz besser dasteht als ein Verbrennungsmotor. Das wird man vom coolen Typen Elon Musk aber niemals hören. Er ist schließlich kein Image-Masochist."

    Mit anderen E-Autos dürfte es ähnlich aussehen.

  • Es ist eigentlich für Deutschland schade, dass die Grünen nicht schon früher ihre Weltanschauung durchsetzen konnten. In den 80er Jahren wollten sie die Bundeswehr abschaffen und die Polizei entwaffne und maximal mit einem Gummiknüppel ausstatten.

    Die Sonnenblumenpartei und ihre meist und oft heruntergekommen Wähler haben sich nicht geändert.

  • Herr Tom Schmidt - 31.08.2017, 12:16 Uhr
    Herr Tom Schmidt - 31.08.2017, 12:10 Uhr

    Was wollen Sie mit Ihrer Rosinenpickerei beweisen? Das Sie nicht in der Lage sind, einen Trend zu akzeptieren?

    Auch mir ist die Verminderung der Treibhausgase in Deutschland zu gering. Um ihn zu beschleunigen, müssen fossile Kraftwerke abgeschaltet werden, müssen Häuser besser gedämmt werden und muss weniger Sprit durch den Auspuff gejagt werden.

    Ich bin dafür.

    http://www.umweltbundesamt.de/daten/klimawandel/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#textpart-1

  • @Herr Josef Monschau, 31.08.2017, 12:41 Uhr

    "Anstatt über das WIE (Strom, Diesel oder Benzin) zu reden ist es angebrachter, über das WARUM zu diskutieren. Die Politik muss anfangen das Ziel zu verfolgen, die arbeitsplatzbedingte Mobilität wieder auf ein erträglicheres Maß zu reduzieren. (...) "Wir pendeln uns zu Tode" ... wäre ein griffiger Buchtitel."

    Stimmt.

  • Anstatt über das WIE (Strom, Diesel oder Benzin) zu reden ist es angebrachter, über das WARUM zu diskutieren. Die Politik muss anfangen das Ziel zu verfolgen, die arbeitsplatzbedingte Mobilität wieder auf ein erträglicheres Maß zu reduzieren. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich nämlich das Pendelkilometervolumen um mehr als 10% erhöht. Die Menschen ver(sch)wenden immer mehr Zeit um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen. "Wir pendeln uns zu Tode" ... wäre ein griffiger Buchtitel.

  • Hallo an alle Debattierenden,
    wäre ich Zyniker würde ich fragen, worüber unterhalten wir uns denn gerade?
    Individualmobilität der Zukunft?
    Benzin, Elektro, Wasserstoff, Gas oder eben Diesel....
    .... wenn ich mir den zunehmenden Verfall insbesondere der öffentlichen Stadt-, Kreis, und Landstraßen anschaue, löst sich das Problem für die Umwelt doch ganz alleine....nur wer sich ein Luftkissenboot leisten kann wird in Zukunft mobil bleiben, womit auch immer angetrieben.
    Ach ja, und über die Qualität von bezahlten Studien sage ich eh´ schon lange nix mehr.

  • Aber nicht soviel wie beim Sprit, ich wollte nicht sagen, dass er 0 Steuern einnimmt, das macht der Staat schliesslich nie!

  • oder hier:

    https://www.welt.de/wirtschaft/energie/article153406226/Klima-Streber-Deutschland-stoesst-mehr-CO2-aus.html

  • @ Herr Tom Schmidt31.08.2017, 12:02 Uhr

    "Zudem ist der Strom praktisch von allen Steuern im Vergleich zum Sprit befreit. "

    Wie kommen Sie denn darauf. Der Staat nimmt rd. 15 MRD Euro an Steuern beim Strom ein. 6,6 MRD Stromsteuer und ca. 8 MRD Mwst.

    Siehe Seite 40

    https://www.bdew.de/internet.nsf/res/ACB6766AE4CA66E0C1258132004BC873/$file/170531_BDEW_Strompreisanalyse_Mai2017.pdf

    Und selbstverständlich werden die heutigen Mineralölsteuiern zwangsläufig mitwandern müssen, da sonst die schwarze Null pfutsch ist. Ich gehe von einem positiven Wanderungssado aus (Steuererhöhung).

    Die günstigste und umweltfreundlichste Umstellung wäre, via Gas-Gerd (siehe Artikel oben) russisches Erdgas zu beziehen und damit Kraftwerke und Autos zu betrieben. Für´s grüne Gewissen mischen wir halt noch bisschen Methan zu, daß wir mittels power-to-gas zu abnorm teuren Kosten selbst produzieren..
    :)

  • @Europöer

    Oder hier:

    http://www.klimaretter.info/umwelt/nachricht/22827-deutsche-emissionen-legten-wieder-zu

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