Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Studienfinanzierung Nicht mal jeder fünfte Student bekommt Bafög

Die Zahl der Bafög-Empfänger ist auf ein Rekordtief gesunken. Die kommende Reform ist zu zaghaft, kritisiert die Opposition.
Kommentieren
Die Bedeutung des Bafög nimmt ab. Quelle: dpa
Studenten im Hörsaal

Die Bedeutung des Bafög nimmt ab.

(Foto: dpa)

Berlin Die Zahl der Bafög-Empfänger ist erneut gesunken: 2018 erhielten noch 518.000 Studierende die staatliche Förderung – 39.000 weniger als im Jahr zuvor. Im Jahr 2012, in dem der langjährige Höchststand erreicht wurde, waren es noch 671.000.

Das Studentenwerk spricht von einer „Talfahrt sondergleichen“. Das gilt vor allem, weil die Gesamtzahl der Studenten in diesem Zeitraum um rund 465.000 auf 2,85 Millionen gestiegen ist. Damit sank der Anteil der Bafög-Empfänger drastisch von 28 auf 18 Prozent.

Ab dem kommenden Wintersemester haben wieder etwas mehr Studierende ein Anrecht auf die Unterstützung: Nach der Bafög-Reform steigen dann vor allem die Freibeträge für das Einkommen von Eltern und Studenten.

Die früheren Zahlen werden sicher nicht erreicht: Die Bundesregierung erwartet 100.000 zusätzliche Antragsteller. Das bezieht sich auf die Gesamtzahl von 727.000 geförderten Studenten und Schülern.

Bei den 209.000 Schülern war der Rückgang ähnlich groß wir bei den Studenten. „Damit ist klar: Unterm dem Strich wird ein deutliches Minus bleiben“, sagt der hochschulpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Kai Gehring.

Die Grünen fordern wegen der steigenden Lebenshaltungskosten, vor allem der Mieten, eine schnelle Korrektur der Reform. „Schon die bisherigen Bedarfssätze bei Lebensunterhalt und Wohnkosten waren zu gering angesetzt und lagen unter dem Existenzminimum“, moniert Gehring. „Und die gerade in Kraft getretenen Erhöhungen reichen nicht einmal aus, um die Preissteigerungen seit Herbst 2016 aufzufangen.“

Der Bafög-Höchstsatz steigt von bisher 735 Euro bis 2020 auf 861 Euro. Den Höchstsatz erhielt 2018 jeder Zweite. Im Schnitt aller Empfänger waren es 493 Euro im Monat. Der Wohnzuschlag für Bafög-Berechtigte, die außerhalb der elterlichen Wohnung wohnen, wird überproportional angehoben und steigt für Studierende von bisher 250 auf künftig 325 Euro monatlich.

Der Generalsekretär des Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heide appelliert an Schüler und Studierende, „nun erst recht einen Bafög-Antrag zu stellen“. Eine Teilförderung sei nach den neuen Regeln immerhin bis zu einem gemeinsamen Eltern-Nettoeinkommen von 3304 Euro im Monat wahrscheinlich. Vollförderung erhielten Studenten von verheirateten und zusammenlebenden Eltern, die nicht zu Hause wohnen, ab einem Monatsnettoeinkommen der Eltern von etwa 1835 Euro.

Doch auch Meyer auf der Heyde fordert, „das Bafög wieder für Studierende aus mittleren Einkommensschichten zu öffnen“. Daneben müsse man die Förderung für mindestens ein Semester über die Regelstudienzeit hinaus verlängern, „denn weniger als 40 Prozent der Studierenden schaffen ihr Studium in der Regelstudienzeit“.

Auch technisch hinkt das Bafög hinterher: Die Digitalisierung ist erst bis 2022 geplant. „Bis dahin brauchen wir rechtzeitig eine weitere Novelle, die das Bafög vereinfacht“, so der Generalsekretär.

Mehr: Um ihr Studium zu finanzieren, nehmen Studenten in Deutschland Kredite für gut eine halbe Milliarde Euro auf.

Startseite

Mehr zu: Studienfinanzierung - Nicht mal jeder fünfte Student bekommt Bafög

0 Kommentare zu "Studienfinanzierung: Nicht mal jeder fünfte Student bekommt Bafög"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote