Tag der Arbeit Hunderttausende bei Kundgebungen erwartet

Auch in diesem Jahr werden bei den 1.-Mai-Kundgebungen Hundertausende Menschen erwartet. In Bremen wird der scheidende DGB-Chef Michael Sommer einen seiner letzten großen Auftritte haben.
Update: 01.05.2014 - 04:22 Uhr Kommentieren
Bei den traditionellen Mai-Kundgebungen der DGB steht auch in diesem Jahr der Mindestlohn im Mittelpunkt (Archivbild). Quelle: dpa

Bei den traditionellen Mai-Kundgebungen der DGB steht auch in diesem Jahr der Mindestlohn im Mittelpunkt (Archivbild).

(Foto: dpa)

Bremen/BerlinZu den 1.-Mai-Kundgebungen des DGB werden unter dem Motto „Gute Arbeit - Soziales Europa“ an diesem Donnerstag bundesweit Hunderttausende Menschen erwartet. Bei der Hauptveranstaltung in Bremen wird der scheidende DGB-Chef Michael Sommer einen seiner letzten großen Auftritte haben. „Wir demonstrieren für die Würde und Rechte der arbeitenden Menschen“, heißt es in einem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbunds. In Frankfurt am Main spricht der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske, in Köln wird der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel erwartet.

Der DGB fordert unter anderem, dass es beim geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde keine Ausnahmen für bestimmte Branchen oder Beschäftigte geben darf. Auch müsse es eine Rente geben, die zum Leben reiche und die Lebensleistung würdige.

DGB-Chef Sommer will nach zwölf Jahren nicht mehr für das Spitzenamt kandidieren. Noch im Mai soll beim DGB-Bundeskongress in Berlin ein Nachfolger gewählt werden, vorgeschlagen ist das DGB-Vorstandsmitglied Reiner Hoffmann.

Die IG Metall wünscht sich einen Ausbau der Altersteilzeit. „Wir müssen individuelle, faire Ausstiegswege anbieten“, sagte ihr Vorsitzender Detlef Wetzel dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag). Wenn im Sommer die Rente mit 63 in Kraft trete, laufe zum Jahresende der alte Tarifvertrag zur Altersteilzeit aus. Dann sollten die Regelungen besonders für Geringverdiener attraktiver gestaltet werden, forderte er mit Blick auf die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie.

Die Linkspartei möchte den „Tag der Arbeit“ umbenennen. Viele Menschen würden sich inzwischen nicht mehr vor allem über ihre Arbeit definieren, sagte die Parteivorsitzende Katja Kipping der Zeitung „Die Welt“ (Online). „Das große Thema ist die Gerechtigkeit.“ Kipping schlug deshalb vor: „Eigentlich wäre es gut, wenn wir aus dem ersten Mai einen Tag der Gerechtigkeit machen.“

Die Demonstrationen der linken Szene am Vorabend des 1. Mai in Berlin und Hamburg sind ohne größere Zwischenfälle verlaufen. An der "Antikapitalistischen Walpurgisnacht" in Berlin-Wedding beteiligten sich etwa 2900 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Der Protestzug, der sich nach Angaben der Veranstalter gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung richtete, sei friedlich verlaufen. Drei Teilnehmer seien wegen kleinerer Delikte festgenommen worden. Im Mauerpark feierten nach Angaben der Polizei 1300 Menschen. Auch hier sei es ruhig geblieben. Insgesamt waren in Berlin 2400 Polizisten im Einsatz.

Auch bei dem Protestzug in Hamburg kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Aus der Menge der 1300 Demonstranten seien vereinzelt Raketen und Böller geworfen worden, sagte ein Polizeisprecher.

In der Vergangenheit war es bei Demonstrationen rund um den 1. Mai immer wieder zu Ausschreitungen in Berlin und Hamburg gekommen. In den letzten Jahren verliefen die Proteste jedoch weitgehend friedlich.

  • dpa
  • afp
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