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Tagebuch eines syrischen Journalisten, Teil 3 Mein Wunsch an die Kanzlerin

Mein Name ist Yahya Alaous. Ich bin Syrer, bald 42 Jahre alt, habe eine Frau und zwei kleine Mädchen. Heute lesen Sie im Teil 3 meiner Kolumne: Warum sich Merkel mehr für den Frieden in Syrien einsetzen sollte.
22.09.2015 - 15:55 Uhr
Unser Kolumnist ist derzeit Mitarbeiter in der Berliner Handelsblatt-Redaktion.
Yahya Alaous

Unser Kolumnist ist derzeit Mitarbeiter in der Berliner Handelsblatt-Redaktion.

Yahya Alaous ist syrischer Journalist und derzeit Mitarbeiter in der Berliner Handelsblatt-Redaktion. Wieso er Kanzlerin Angela Merkel zwar dankbar ist, warum er sich aber noch viel mehr wünscht, lesen Sie in Teil 3 seiner Kolumne.

Das Netz in diesen Tagen ist voll von Bildern und Sprüchen, die Kanzlerin Angela Merkel als Heldin preisen. Fernsehbilder zeigen syrische Flüchtlinge, endlich angekommen in Deutschland, die Kanzlerin mit Dankbarkeit überschüttend. Ich habe Vergleiche mit Mutter Teresa und König Abyssinian gesehen. Er hat die Muslime zu Lebzeiten des Propheten Mohammed beschützt. Wir Syrer sind dankbar, weil uns die Deutschen mit offenen Armen empfangen haben.

Doch hoffe ich auch, dass meine Landsleute bei all den Lobpreisungen eine Sache nicht vergessen: Angela Merkel ist nicht die erste Regierungschefin, die während des nun schon vier Jahre andauernden Bürgerkriegs als Retterin stilisiert wird. Das syrische Volk hoffte bereits auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, das Regime des Präsidenten Baschar al-Assad zu stürzen. Doch er versagte. Dann glaubten die Syrer mit dem saudischen König Salman einen Erlöser gefunden zu haben. Doch auch der König scheiterte.

Wir sollten wieder verstärkt über den politischen Konflikt in Syrien und seine Ursachen sprechen. Die europäischen und besonders die deutschen Medien berichten über Flüchtlinge, ihren gefährlichen Weg nach Europa, ihre Ängste, ihre Hoffnungen. Sie berichten über die Deutschen, die Decken, Kleidung, Spielsachen in die Flüchtlingsheime bringen. Dafür sind wir dankbar. Doch allein über die menschliche Seite des Konfliktes zu sprechen reicht nicht aus.

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    Die Politik Assads, der Bürgerkrieg, das sind die Gründe, weshalb meine Familie und viele Millionen andere Syrer ihre Heimat verlassen mussten. Die internationale Staatengemeinschaft hat bisher keine Antworten auf die drängenden Fragen in diesem Konflikt gefunden.

    Wenn Syrer in diesen Tagen so viel Heldenhaftes an der Kanzlerin finden, dann sollten sie nicht nur darauf achten, was die Regierungschefin für sie in Deutschland tut. Sie sollten auch beobachten, was die Bundeskanzlerin zur Lösung des Konflikts beiträgt. Ich wünsche mir, dass sich Angela Merkel für Frieden in der Region einsetzt. Dass sie auf die anderen Staatschefs Druck ausübt, damit der Bürgerkrieg in meiner Heimat endlich Geschichte ist. So wäre dem syrischen Volk noch besser geholfen.
    Aufgezeichnet von Anja Stehle

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