Taliban-Anschlag Pro Asyl kritisiert Abschiebung nach Kabul

Pro Asyl kritisiert Abschiebungen nach Kabul. Angesichts der erneuten Terroranschläge sei Afghanistan kein sicheres Land, argumentiert die Menschenrechtsorganisation. Derweil leidet die Bundespolizei unter Personalnot.
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Taliban-Anschlag: Pro Asyl kritisiert Abschiebung nach Kabul Quelle: dpa
Abschiebung nach Afghanistan

Teilnehmer einer Demonstration fordern am Düsseldorfer Flughafen einen Abschiebestopp nach Afghanistan. Mit dem für heute geplanten nach Kabul sollen mindestens zehn afghanische Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückgebracht werden.

(Foto: dpa)

KabulVor dem neunten Abschiebeflug nach Afghanistan am Dienstagabend hat die Organisation Pro Asyl die Bundesregierung scharf kritisiert. Mit dem schweren Anschlag auf ein großes Hotel in Kabul am Wochenende mit mindestens 20 Toten hätten die radikalislamischen Taliban „wieder wieder einmal demonstriert, dass sie überall und zu jeder Zeit in Kabul zuschlagen können und die Vorstellung der deutschen Asylbehörden Lügen gestraft, es gebe sichere Gebiete im Lande“.

In der Mitteilung vom Dienstag hieß es auch, dass das Auswärtige Amt seit Herbst 2016 keinen Lagebericht zu Afghanistan geliefert habe. „Die längst fällige Neubewertung der Sicherheitslage blieb aus, so dass das BAMF und die Verwaltungsgerichte die aktuellsten Informationen jedenfalls von deutsch-amtlicher Seite nicht haben.“

Der Vize-Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek forderte vor dem geplanten Abschiebeflug mehr Personal für die Bundespolizei. In einem Interview des Bayerischen Rundfunks sagte Radek am Dienstag: „Wenn Sie sehen, dass wir alleine im Jahr 2016 insgesamt 243 solcher Rückführungen durchgeführt haben - nicht nur nach Afghanistan, sondern auch auf den Westbalkan und nach Westafrika - dann merken Sie, welche Bedeutung das Rückführwesen in der Bundespolizei bekommen hat. Und wir haben dafür nicht mehr Personal bekommen.“ Insgesamt würden 15.000 Stellen mehr gebraucht.

Auch für den am Abend geplanten Flug fehlt es nach den Worten von Radek an Personal: Nach seinem Kenntnisstand hatten sich bis zum Dienstag nicht genügend Freiwillige bei der Bundespolizei gefunden.

Der Leiter der Beobachtungsstelle für Abschiebungen am Kabuler Flughafen, Faisurrahmand Chadam, sagte, ein Flug aus Deutschland sei für Mittwochmorgen gegen 6.50 Uhr angekündigt.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Taliban-Anschlag: Pro Asyl kritisiert Abschiebung nach Kabul"

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  • Habe die Tage eine Aussage von einem Flüchtling gelesen, der es nicht so prickelnd fand, dass er wegen Todesgefahr nach deutschland geflohen ist und jetzt hier auch um sein Leben fürchten muss.

    Bei Pro-Asyl kann er sich wohl kaum beschweren, denn die wollen ja auch Gewalttäter nicht abschieben.

  • siehe Bild: 7500 Verletzte in 2015... sorry, aber da ist der deutsche Straßenverkehr gefährlicher! Da gehen immer 3000 pro Jahr drauf!

  • Tja... wenn das der Massstab ist, dann muss auch anerkannt werden, dass der IS und die Taliban schon bewiesen haben, dass sie jederzeit in Europa und Deutschland Anschläge verüben können. Deutschland und Europa sind diesen Migranten also nicht zumutbar, da wir kein sicheres Land sind!!!

    Das Minimum (es sei denn man ist von Ideologien total verblödet) ist eine gewisse Stringenz beim eigenen Denken!

  • Ich frage mich wirklich was die Nato die vergangenen 15 Jahre dort gemacht hat.

    15 Jahre und die mittleerweile verfolgten Taliban- und Al Kaida Kämpfer fliehen immer noch unter dem Anschein des Flüchtlings nach Deutschland um hier Asyl zu ergaunern und die bundesdeutsche Gesellschaft zu terrorisieren.

    Die BRD Regierung ist so unfassbar doof, das einem die Worte fehlen.

  • Die Herausforderung ist, dass Deutschland eben auch kein sicheres Land mehr ist.

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