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Talkshow-Remake enttäuscht „Frauen wie Sie sind schuld daran...“

Mit der Neuauflage der umstrittenen „hart, aber fair“-Ausgabe zum „Gender Studies/ Gleichheitswahn“-Thema wollten Frank Plasberg und der WDR sich in öffentlich zelebrierter Selbstkritik sonnen. Daraus wurde nichts...
08.09.2015 - 07:43 Uhr
Grünen-Politiker Anton Hofreiter erläuterte während der Sendung, dass generell es „im Internet ein Effekt“ sei, „dass sehr harsche Kritik geäußert wird“.
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Grünen-Politiker Anton Hofreiter erläuterte während der Sendung, dass generell es „im Internet ein Effekt“ sei, „dass sehr harsche Kritik geäußert wird“.

Düsseldorf Die „hart, aber fair“-Sendung vom 2. März 2015 zum Thema „Nieder mit den Ampelmännchen - Deutschland im Gleichheitswahn?“ hat ihren Platz in der Fernsehgeschichte sicher. Den hat sie dem absurden Theater zu verdanken, dass der WDR erstens mit dem Entfernen der Show aus der ARD-Mediathek nach heftiger Kritik des Rundfunkrats und zweitens dem Wieder-Hineinstellen derselben Sendung in die Mediathek nach noch viel heftigerer Kritik an dieser Entscheidung produziert hatte. Unter anderem war von „Zensur“ die Rede gewesen.

Einen Tick abstruser geht es, drittens, aber noch: dieselbe Sendung mit denselben Gästen neu zu produzieren. Natürlich sind Talkshow-Ausgaben mit sehr ähnlichen Themen und ziemlich identischen Gästen keineswegs selten bei ARD und ZDF. Aber ein ausdrückliches Remake derselben Sendung, wenngleich unter variiertem Titel („Der Gender-Streit: Was darf zu Mann und Frau gesagt werden?“), das gab es wohl noch nie.

Was der WDR sich davon versprach, war vor diesem, wie Moderator Frank Plasberg es gestern nannte, „Fernsehexperiment“ unklar. Nach dem Experiment lässt sich sagen: Offenkundig wollte der WDR sich zum Einen für die Fehlleistungen im Umgang mit der Talkshow rehabilitieren und zum Anderen in der Bedeutung, die die Welle der Kritik ihm bescheinigte, sowie in öffentlich zelebrierter Selbstkritik („Die Genderforschung hat vielGutes bewirkt, und wir haben versäumt, das in der ersten Sendung zu zeigen“) sonnen. Gelungen ist ihm beides nicht.

Das einzig Gute: Einen Skandal wird das Remake nicht nach sich ziehen. Es war nicht der geringsten Aufregung mehr wert. Manches in der Sendung gestern blieb Zuschauern, die die März-Sendung nicht gesehen hatten, unverständlich. Zu den Gästen der März-Sendung - Grünen-Politiker Anton Hofreiter, Publizistin Birgit Kelle, FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, Schauspielerin Sophia Thomalla sowie Bloggerin Anne Wizorek - kamen gestern noch zwei weitere hinzu.

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    Zunächst im Mittelpunkt stand WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn, der die Löschung aus der Mediathek veranlasst hatte und nochmals ausdrücklich als inzwischen erkannten, daher revisierten „Fehler“ bezeichnete. Schönenborn bemühte sich zu erklären, dass die Mediathek, in der die jeweilige Verweildauer von Sendungen unterschiedlicher Genres genau festgelegt ist, ohnehin nicht als Archiv zu verstehen sei.

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