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Tarifeinigung Neue Autobahn GmbH lockt Beschäftigte mit 13. Monatsgehalt

Die Fernstraßengesellschaft hat sich mit den Gewerkschaften auf einen Haustarifvertrag geeinigt. Das ermöglicht Landesbeschäftigten den Wechsel.
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Ab 2020 soll der Bund Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Autobahnen übernehmen. Quelle: dpa
Straßenwärter

Ab 2020 soll der Bund Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Autobahnen übernehmen.

(Foto: dpa)

Berlin Ein 13. Monatsgehalt, ein Wechselzuschlag, ein Erfolgsbonus und andere Vergünstigungen sollen bisher bei den Ländern beschäftigte Straßenwärter, Planer oder Werkstattmitarbeiter bewegen, zur neuen Autobahn GmbH des Bundes zu wechseln.

Die Gesellschaft hat sich am Freitag mit den Gewerkschaften Verdi, dbb Beamtenbund und Tarifunion auf einen Manteltarifvertrag für die bis zu 15.000 Beschäftigten geeinigt, die ab 2021 für den Bund Fernstraßen planen, bauen, betreiben und erhalten werden.

Seit März arbeitet eine Rumpfmannschaft am Aufbau der Autobahn GmbH. Der Haustarifvertrag ist die Voraussetzung dafür, dass es weitergehen kann. Denn die Landesbediensteten werden nur dann zu einem Wechsel des Arbeitgebers bereit sein, wenn sie wissen, worauf sie sich einlassen.

Der Übergang auf die neue Gesellschaft hat nun eine tragfähige Basis“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende und Tarifvorstand des Beamtenbunds, Volker Geyer. „Darauf mussten die Kolleginnen und Kollegen lange warten.“

Der Geschäftsführer Personal der Autobahn GmbH, Gunther Adler, sprach von einem „riesigen Erfolg“. Mit dem Tarifvertrag sei die Autobahn GmbH auch in Zukunft angesichts des wachsenden Fachkräftemangels gut gerüstet.

Extra-Gehalt soll Arbeitnehmer locken

Um den Landesbeschäftigten den Wechsel zum Bund schmackhaft zu machen, gibt es einen einmaligen Zuschlag von 1500 Euro. Bedeutsamer sind aber die dauerhaft wirkenden Verbesserungen gegenüber dem Tarifvertrag der Länder (TdL).

So wird es statt einer anteiligen Jahressonderzahlung ein volles 13. Monatsgehalt geben. Werden alle qualitativen Unternehmensziele erfüllt, erhalten die Beschäftigten ab 2023 einen Jahresbonus, der sich laut Verdi in der Regel auf 800 Euro belaufen wird.

Auf die ab März 2020 geltende Tabelle des Tarifvertrags des Bundes erhalten die Angestellten der Autobahn GmbH einen von der Entgeltgruppe abhängigen Aufschlag von zwei oder 3,5 Prozent. Bringt die Tarifrunde im Herbst 2020 eine höhere Tarifsteigerung, gibt es den Differenzbetrag noch oben drauf. Fällt die Tariferhöhung dagegen niedriger aus, bleiben die höheren Werte bei der Autobahn GmbH erhalten.

Geeinigt haben sich beide Seiten zudem auf eine höhere Eingruppierung für zahlreiche Berufsgruppen. Die Arbeitszeit für Beschäftigte in Autobahn-, Straßen-, Fernmeldemeistereien und Werkstätten beträgt 38,5 Stunden, für alle übrigen 39 Stunden. Während im Tarifvertrag der Länder noch zwischen Ost und West unterschieden wird, gilt bei der Autobahn GmbH ein einheitlicher Tarif.

Um die Arbeit bei der Fernstraßenverwaltung auch attraktiv für Neueinsteiger zu machen, haben Arbeitgeber und Gewerkschaften einen eigenen Nachwuchskräftetarifvertrag abgeschlossen. Dabei ist es laut Verdi erstmals gelungen, auch die praxisintegrierenden dualen Studiengänge zu tarifieren. Die Studierenden erhalten ein monatliches Studienentgelt in Höhe von 1300 Euro.

Es sei gelungen, „ein modernes, für die zukünftigen Beschäftigten der Autobahngesellschaft attraktives Tarifrecht durchzusetzen, sagte der für den öffentlichen Dienst zuständige Verdi-Bundesvorstand Wolfgang Pieper. „Den öffentlichen Arbeitgebern von Bund, Ländern und Kommunen stünde es gut an, die darin enthaltenen tarifpolitischen Fortschritte zu übernehmen.“

Mit der erzielten Einigung sind die Tarifverhandlungen bei der Autobahn GmbH allerdings noch nicht beendet. Beide Seiten müssen sich nun noch auf Regelungen für die Überleitung der Beschäftigten aus ihren bisherigen Arbeitsverhältnissen in den 16 Bundesländern einigen. Die Verhandlungen darüber sollen bis Ende August abgeschlossen werden.

Mehr: Die Suche nach den Chefs für die neue Autobahn GmbH war schwierig. Wer es nun geworden ist, lesen Sie hier.

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