Tarifkonflikt IG Metall lässt vor neuen Verhandlungen nicht locker

Der Druck auf die Arbeitgeber der Metall- und Elektrobranche steigt. Die IG Metall kündigt mehr Streiks an und erwägt weitere Schritte der Eskalation, sollte bei den Tarifverhandlungen kein Fortschritt erzielt werden.
Update: 10.01.2018 - 10:50 Uhr Kommentieren

„Eine Lohnerhöhung um sechs Prozent steht uns zu“

DüsseldorfDie IG Metall hat im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie unmittelbar vor der neuen Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern den Druck weiter erhöht. Allein in Nordrhein-Westfalen seien am Mittwoch mehr als 20.000 Metaller zu Warnstreiks aufgerufen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die Aktionen begannen am Morgen unter anderem in Werken von Thyssen-Krupp und dem Automobilzulieferer Benteler. Auch in Bayern begannen neue Ausstände, hier soll es unter anderem Proteste bei Siemens geben. Die Gewerkschaft will auch in Bayern die Warnstreiks stetig ausweiten: Die Beschäftigten „scharren schon mit den Hufen“, sagte Bezirksleiter Jürgen Wechsler.

Am Donnerstag startet die dritte Gesprächsrunde in Baden-Württemberg – doch die Fronten sind verhärtet. Die größte Protestaktion in diesem Bezirk lief am Morgen vor den Toren des Maschinenbauers Heidelberger Druckmaschinen in Wiesloch nahe Heidelberg an. Rund 3000 Beschäftigte aus mehreren Unternehmen versammelten sich dort.

Die IG Metall will für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche sechs Prozent höhere Löhne durchsetzen und fordert zudem einen individuellen Anspruch auf eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden. Bei Teilzeit zur Pflege von Angehörigen oder zur Kinderbetreuung sollen die Unternehmen einen Zuschuss zahlen. Die Arbeitgeber boten zuletzt zwei Prozent mehr sowie eine Einmalzahlung. Über kürzere Arbeitszeiten wären sie gesprächsbereit, wenn gleichzeitig andere Beschäftigtengruppen länger als 35 Wochenstunden arbeiten könnten. Aber einen Zuschuss lehnen sie strikt ab. Das sei wegen der Diskriminierung der heutigen Teilzeitbeschäftigten in gleicher Situation rechtswidrig. Gesamtmetall-Chef Oliver Zander hatte die Forderung deshalb einen „Sprengsatz“ der Verhandlungen genannt.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann drohte bereits vor den neuen Gesprächen am Donnerstag – bei denen Insider aktuell noch keinen entscheidenden Durchbruch erwarten – mit einer weiteren Eskalation. Lenkten die Arbeitgeber nicht bis Ende Januar ein, wolle die IG Metall zu anderen Mitteln greifen: „Dann sehen wir, ob es Sinn macht, weiter zu verhandeln, ob es ganztägige Warnstreiks geben wird oder gleich die Urabstimmung über Flächenstreiks“, sagte Hofmann der „Passauer Neuen Presse“.

  • rtr
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