Tarifrunde eröffnet IG Metall verlangt Konjunkturzuschlag

Trotz der Euro-Krise oder der Absatzprobleme der Autobauer in Europa wollen die Metaller in dieser Tarifrunde einen kräftigen Zuschlag erstreiten. Damit stehen die Zeichen in der anlaufenden Tarifsaison auf Sturm.
Update: 29.01.2013 - 16:48 Uhr 7 Kommentare
Demonstration der IG Metall: Eine konkrete Zahl für die Lohnforderung gibt es noch nicht. Quelle: Reuters

Demonstration der IG Metall: Eine konkrete Zahl für die Lohnforderung gibt es noch nicht.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie IG Metall hat die diesjährige Tarifrunde mit einem Plädoyer für deutlich mehr Geld eingeläutet. „Wir müssen dazu beitragen, dass die Konjunkturlokomotive Deutschland weiter unter Dampf steht“, sagte der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann am Dienstag in Filderstadt. Deshalb sein eine Kaufkrafterhöhung für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche angesagt. Der Chef des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Stefan Wolf, warnte vor überzogenen Lohnsteigerungen zur Stärkung der Binnennachfrage.

Auch der bayrische IG-Metallchef Jürgen Wechsler betonte, für die Arbeitnehmer gebe es keinen Grund zur Bescheidenheit. Für die Mittelgruppe sagte IG-Metall-Chef Armin Schild: „Wir brauchen Wachstum durch Nachfrage.“ Wolf betonte, dass die Arbeitgeber in schwierigen Zeiten auch keinen Konjunkturabschlag gefordert hätten. „Deshalb sind jetzt Forderungen nach einem Konjunkturzuschlag deplatziert.“


Eine konkrete Zahl nennen die Gewerkschafter noch nicht. "Wir müssen dazu beitragen, dass die Konjunkturlokomotive Deutschland weiter unter Dampf steht", sagte Hofmann nach einer Sitzung der großen Tarifkommission im Südwesten.

Die IG Bau hat jüngst 6,6 Prozent mehr Lohn für Mitarbeiter der Bau-Branche gefordert. Für die Beschäftigten in öffentlichen Dienst verlangt Verdi 6,5 Prozent mehr.

Die Metall-Gewerkschafter in Baden-Württemberg hatten zur Vorbereitung auf die im März beginnenden Verhandlungen über die wirtschaftliche Situation der Branche beraten. Die Metall- und Elektroindustrie erlebe im Schnitt eine stabile Entwicklung. Allerdings sei die Lage einzelner Firmen und Branchen stärker differenziert als im Vorjahr. Die jüngsten Konjunktursignale zeigten insgesamt aber wieder deutlich nach oben, sagte Hofmann. "Es war richtig, relativ spät die Debatte zur Lohnforderung zu beginnen. Jetzt haben wir den Rückenwind einer deutlichen und stabilen Verbesserung der Wirtschaft."

Eine Empfehlung zur konkreten prozentualen Forderung werde die Kommission Ende Februar abgeben, ehe nach erneuter Diskussion in den Betrieben ein Beschluss Mitte März fallen wird. Der Bezirk Baden-Württemberg mit seinen insgesamt 740.000 Beschäftigten hatte in der Vergangenheit als Pilotbezirk oft als erster einen Abschluss mit den Arbeitgebern erreicht.

Schild: Brauchen Wachstum durch Nachfrage
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7 Kommentare zu "Tarifrunde eröffnet: IG Metall verlangt Konjunkturzuschlag"

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  • So langsam muß die gefühlte Inflation ausgeglichen werden. Leute, VW ist unsagbar gut mit Geld ausgestattet. Die VW-Arbeitnehmer sollten 20 % mehr fordern. VW kann dann vielleicht nicht mehr durch Werbemaßnahmen bei den Medien Meinungen (pro Euro) kaufen...

  • Nach und nach, mehr und mehr verengt sich die Spielwiese der Gewerkschaften. Leih- und Zeitarbeit, Hartz IV, 'outsourcing' Haus- und Werkstarifverträge breiten sich wie die Pest aus.

    Wo waren die Gewerkschaften, bevor es dazu kommen konnte? In Konzern-Aufsichtsräten, auf Arbeitgeber-Konferenzen, Seit' an Seit' mit Herrn Hundt, grinsend in die Kameras?

    Nun darf noch einmal so richtig Wind gemacht werden, in den Branchen, die eh meist privilegiert waren und sind.

    Konsequent für die Arbeitnehmerschaft auf- und eintreten bedeutet Grenzen ziehen. Denn wer mit dem Feind lacht, dem wird das Lachen bald vergehen.

    Viel Glück, Gewerkschaften! Von einem Menschen, der einstmals, im letzten Jahrhundert, 12 Jahre lang aktiv an der Basis tätig war.

  • @ curiosus_

    ZENSUR SCHON ZUGESCHLAGEN !!! Deine DATEI ZEIGTE WOHL Wahrheit , KONNTEN DRAN VERDIENENDE und AMEISEN benutzende NICHT STEHEN LASSEN

    Frank Frädrich

  • @Ovid

    Was soll der Blödsinn? Wir sind bereits jetzt so billig, dass wir seit vielen Jahren exorbitante Leistungsbilanzüberschüsse einfahren (s. z.B. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leistungsbilanzsalden_europ%C3%A4ischer_L%C3%A4nder_(1997-2013).svg).

    D.h. wir verkaufen unsere Waren zum Teil auf von uns finanzierten Pump. So was geht auf Dauer nicht gut, da sich dadurch der Rest der Welt immer mehr bei uns verschuldet. Finanziert wird das Ganze dann über Dumpinglöhne der Arbeitnehmer. Und bei wem verschuldet sich der Rest der Welt? Richtig, bei denen die die Leistungsbilanzüberschüsse einfahren. Eine gigantische Umverteilungsmaschine von unten nach oben.

  • Korrekt, einen großen Teil holt sich Ausplünderer Schäuble über die kalte Progression und wenn mit Rest die Inflation kräftig angekurbelt wird sprudelt die MWST

  • Die Gewerkschafter haben immer noch nicht kapiert, viele andere übrigens auch nicht, dass unsere gut ausgebildeten und meistens nicht schlecht bezahlten Fachkräfte gegen zu viele Chinesen, Inder, andere Asiaten und demnächst auch noch Afrikaner mit weitaus weniger Gehalt ankämpfen müssen, nicht gegen Franzosen, Griechen, etc. Es wird nicht lange dauern, dann werden auch die Gewerkschaften es schmerzlich erfahren müssen. Die Konjunktur mit hohen Löhnen in Schwung bringen ist so lange Schwachsinn, wie wir hier in Deutschland nicht die Ausbildung der Jugend auf absolutem Weltnineau gebracht haben. Da der Deutsche aber mehr und mehr gegen Forschung und Wissenschaft ist, Beispiel Gen-Forschung und die Verweigerung der Grünen, so lange treten wir auf der Stelle und andere Nationen überholen uns spielend. Dummerweise ist es in einigen Jahren zu spät.
    Ovid

  • unsere Politiker wuerde es freuen.

    Bei hohen Lohnabschluessen kommt 'endlich' die Inflation in Gang...

    Darauf warten die schon lange...

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