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Tarifverhandlungen Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn für öffentlichen Dienst

Den deutschen Kommunen macht die Coronakrise auch finanziell zu schaffen. Trotzdem fordern die Gewerkschaften für die Beschäftigten nun eine kräftige Gehaltserhöhung.
25.08.2020 Update: 25.08.2020 - 17:22 Uhr Kommentieren
Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern 4,8 Prozent mehr Lohn. Quelle: dpa
Polizeibeamter im Einsatz

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern 4,8 Prozent mehr Lohn.

(Foto: dpa)

Berlin Verdi-Chef Frank Werneke hatte es im Interview mit dem Handelsblatt schon angedeutet: .Die 5,5 Prozent mehr Geld, die die Gewerkschaft bei der Deutschen Post fordert, könnten auch „eine Inspiration“ für den öffentlichen Dienst sein.

Ganz so viel ist es nun zwar nicht geworden. Aber Verdi und der dbb Beamtenbund und Tarifunion fordern immerhin noch 4,8 Prozent mehr Geld für die rund 2,3 Millionen Arbeitnehmer von Bund und Kommunen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll der Abschluss auf rund 225.000 Bundesbeamte übertragen werden.

Beamtenbund-Chef Ulrich Silberbach nannte die Forderung „geradezu bescheiden, denn ohne die Kolleginnen und Kollegen hätten wir die Coronakrise bis zum heutigen Tag niemals so gut gemeistert“. Man verlange also die 4,8 Prozent nicht trotz, sondern wegen Corona. „Klatschen allein hilft niemandem – schon gar nicht den Beschäftigten und der Konjunktur“, sagte auch Verdi-Chef Werneke mit Blick auf den Applaus, den die „Corona-Helden“ auf dem Höhepunkt der Pandemie erhalten hatten.

Die Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte schon vor dem Forderungsbeschluss der Gewerkschaften „Augenmaß in der Krise“ verlangt. So haben die öffentlichen Haushalte wegen einbrechender Steuereinnahmen im ersten Halbjahr zum ersten Mal seit 2011 wieder ein Defizit verzeichnet..

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    Verschiebung der Tarifrunde abgelehnt

    Den Wunsch der Gewerkschaften, die Tarifrunde um ein halbes Jahr zu verschieben, hatte die VKA abgelehnt und dabei auf eine „unverhältnismäßig hohe Einmalzahlung“ verwiesen, die Verdi und der Beamtenbund gefordert hatten.

    Der VKA-Präsident und Verhandlungsführer der Kommunen, Ulrich Mädge, nannte die Gewerkschaftsforderungen „völlig überzogen“. Sie würden zu jährlichen Mehrkosten in Höhe von mindestens 5,7 Milliarden Euro führen, warnte Mädge, der Oberbürgermeister in Lüneburg ist. „Dies zeigt, dass die Gewerkschaften den Ernst der Lage offensichtlich nicht erkannt haben – und das in der schlimmsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik.“

    Ihre Lohnforderung verbinden die Gewerkschaften mit einer sozialen Komponente. So soll es mindestens 150 Euro mehr Geld geben, untere Entgeltgruppen würden damit überproportional profitieren. Die Ausbildungsentgelte sollen um 100 Euro angehoben werden.

    Die Arbeitnehmervertreter wollen zudem eine Angleichung der Arbeitszeit im Osten erreichen. Dort wird derzeit noch eine Wochenstunde länger gearbeitet als im Westen der Bundesrepublik. „Im Herbst feiern wir den 30. Jahrestag der Deutschen Einheit. Statt noch mehr Sonntagsreden wollen wir dort ein klares Signal für mehr Gerechtigkeit und dass die Unterschiede bei der Arbeitszeit endlich aufgehoben werden“, sagte Volker Geyer, Fachvorstand Tarifpolitik beim Beamtenbund.

    Darüber hinaus haben sich die Gewerkschaften eine weitere Verbesserung der Arbeits- und Entgeltbedingungen im Pflegebereich zum Ziel gesetzt. Hierzu soll es einen eigenen Verhandlungstisch geben.

    Verdi-Chef Werneke stellte klar, dass die Gewerkschaften keinen tarifpolitischen Konflikt scheuten. Beamtenbund-Chef Silberbach rechnet mit „ungewöhnlich schweren Verhandlungen“.

    Mehr: Beamtenbund will sich in Tarifrunde nicht zurückhalten: „Sonderopfer für Beamte machen keinen Sinn“

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