Tarifverträge Beschäftigte steigern Löhne kräftig

Erfolgreiches Jahr: Die Beschäftigten mit Tarifvertrag haben ihre Löhne 2014 kräftig gesteigert: Um durchschnittlich 3,2 Prozent kletterten sie im Vergleich zum Vorjahr. Einige Branchen schwächeln jedoch.
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Chemie-Beschäftigte in Kassel: Die IG Chemie fordert in ihrem Bereich ein Einkommensplus von 4,8 Prozent. Quelle: dpa
Tarifrunde in der Chemie-Industrie

Chemie-Beschäftigte in Kassel: Die IG Chemie fordert in ihrem Bereich ein Einkommensplus von 4,8 Prozent.

(Foto: dpa)

BerlinDie rund 19 Millionen Beschäftigten mit einem Tarifvertrag haben ihre Löhne 2014 so kräftig gesteigert wie seit Jahren nicht mehr. Die Tarifverdienste samt Sonderzahlungen erhöhten sich um durchschnittlich 3,2 Prozent zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. "Das ist der stärkste Zuwachs seit dem Beginn dieser Statistik im Jahr 2010", hieß es. 2013 hatte das Plus noch 2,4 Prozent betragen, 2012 lag es bei 2,7 Prozent. Die Tarifverdienste legten damit mehr als dreimal so stark zu wie die Verbraucherpreise, die im vergangenen Jahr um durchschnittlich 0,9 Prozent kletterten. Das bedeutet einen deutlichen Kaufkraftgewinn.

In diesem Jahr könnte die Bestmarke übertroffen werden. Die 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie einigten sich in dieser Woche auf ein Lohnplus von 3,4 Prozent. Die IG Chemie fordert in ihrem Bereich ein Einkommensplus von 4,8 Prozent, im öffentlichen Dienst verlangt Verdi 5,5 Prozent mehr.

In den einzelnen Branchen gibt es allerdings erhebliche Unterschiede. Mit am stärksten erhöhten sich die Tarifverdienste im vorigen Jahr im Bereich Recycling und Beseitigung von Umweltverschmutzungen mit 4,2 Prozent sowie in der Forschung und Entwicklung mit 3,6 Prozent. Deutlich weniger erhielten die Beschäftigen im Gastgewerbe (+1,7 Prozent), im Verlagswesen (+1,6), in der Branche Leder, Lederwaren und Schuhen (+1,1) sowie in der Luftfahrt (+0,6).

Steigende Löhne und die sehr niedrige Inflation befeuern derzeit den Konsum in Deutschland. Die Kauflaune ist aktuell so gut wie seit Oktober 2001 nicht mehr, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung bei ihrer Verbraucherumfrage herausfand. Den Deutschen sitzt es auch deshalb lockerer, weil bei Zinsen nahe null das Sparen derzeit kaum als Alternative angesehen wird.

  • rtr
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4 Kommentare zu "Tarifverträge: Beschäftigte steigern Löhne kräftig"

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  • Und warum hat trotzdem jeder Arbeitnehmer/Rentner weniger Geld zur Verfügung???

  • Inwieweit haben denn die Arbeitnehmer durch Leistungssteigerung zu den vermeintlich höheren Gewinnen beigetragen? Vermutlich nichts. Das ist der Punkt.

    Und wenn die Gewinne sinken oder gar Verluste erwirtschaftet werden, welcher Gewerkschafter schreit dann: Daran müssen wir uns jetzt auch beteiligen?

  • Und wie war es in den vergangenen Jahren? Wenn man sich die Steigerung der Gewinne ansieht, so sollte bei den Löhnen derer, die diese gewinne erwirtschaften, noch viel Luft nach oben sein. Zumal ihnen ja auch Renten- und Gesundheitsvorsorge zunehmend allein aufgebürdet wird. Rechnet man dies mit ein, so sind die Steigerungen viel zu gering!.

  • Preissteigerungen bereinigt um diese Tariflohnerhöhungen hätten wir in Deutschland vermutlich eine deutliche Deflation.

    Die Lohnsteigerungen sollen aber nicht höher sein als die Summe aus Teuerungsrate und Produktivitätssteigerung.

    Teuerungsrate bereinigt: ca. -2,5%
    Produktivitätssteigerung: 0%

    Ergo: Allgemeine Tariflohnminderungen von 2,5% wären angemessen gewesen, statt 3,2% Erhöhung.

    Die Gewerkschaften haben uns damit eine schwere Hypothek aufgelastet.

    Der deutsche Arbeitsmarkt droht zu erodieren.


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