Annegret Kramp-Karrenbauer

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer soll CDU-Generalsekretärin werden.

(Foto: dpa)

Tauber-Nachfolge Merkel-Vertraute Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalin werden

Nach Peter Taubers Rücktritt, verkündet Angela Merkel seine Nachfolgerin: Annegret Kramp-Karrenbauer soll am 26. Februar gewählt werden.
Update: 19.02.2018 - 11:07 Uhr 12 Kommentare

BerlinNach gut vier Jahren ist CDU-Generalsekretär Peter Tauber von seinem Amt zurückgetreten. Bereits am Montagmorgen hat Angela Merkel ihren Favoriten für die Nachfolge bekanntgegeben: Die 55 Jahre alte saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer soll auf Tauber folgen. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über die Personalie berichtet.

Kramp-Karrenbauer kann offiziell erst auf dem CDU-Parteitag am 26. Februar in Berlin gewählt werden und Tauber ersetzen, der seit Dezember 2013 Parteimanager war.

Die Ministerpräsidentin wechselt damit nach sieben Jahren an der Spitze der Landesregierung in Saarbrücken nach Berlin. Kramp-Karrenbauer gehört zu den engsten Vertrauten Merkels in der CDU-Führungsriege und stand vor allem in der Flüchtlingskrise an der Seite der Kanzlerin. Bislang war sie allerdings nur Mitglied des CDU-Präsidiums.

Zugleich ist die Besetzung ein erstes deutliches Zeichen, wer auf Merkel als Kanzlerin folgen könnte. Merkel selbst war im Jahr 2000 nach dem Rücktritt des CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble aus dem Amt der Generalsekretärin an die Parteispitze gerückt. In der Partei heißt es, Kramp-Karrenbauer genieße breiten Rückhalt in der für eine Neuaufstellung nach einem möglichen Rückzug Merkels wichtigen Riege der Ministerpräsidenten.

Mit ihrem Sieg bei den saarländischen Landtagswahlen im Frühjahr 2017 leitete Kramp-Karrenbauer auf dem Höhepunkt des sogenannten Schulz-Hypes um den damals frisch nominierten SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz eine Trendwende zugunsten der CDU ein, die danach auch die Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen und schließlich die Bundestagswahl gewann.

Wann Kramp-Karrenbauer ihr neues Amt antreten wird und ihr Regierungsamt in Saarbrücken abgibt, blieb zunächst unklar.

Die Entscheidung Merkels zur raschen Wahl eines Nachfolgers von Tauber wurde in der CDU auch als Zeichen an ihre parteiinternen Kritiker gewertet. Sie verlangen seit dem schlechten Abschneiden der Partei bei der Bundestagswahl im September 2017 eine personelle Erneuerung in Partei und Regierung.

Tauber ist in der CDU seit längerem umstritten. Kritiker werfen ihm unter anderem Fehler im Wahlkampf vor. CDU-Politiker, die sich als besonders konservativ präsentieren, konnten sich zudem nie mit seinem Einsatz für ein Einwanderungsgesetz und für die Ehe für alle anfreunden. In der CDU hieß es nun, Tauber habe Merkel bereits vor der Bundestagswahl angekündigt, er wolle die Aufgabe des Generalsekretärs nach einer Regierungsbildung abgeben.

Zum Abschied hat der scheidende CDU-Generalsekretär eine Erneuerung seiner Partei an „Haupt und Gliedern“ angemahnt. Die Christdemokraten müssten „jünger, weiblicher und bunter“ werden – nicht nur, was ihre Regierungsmannschaft betrifft, schrieb Tauber am Montag auf seinem Blog. Erste Weichen dafür seien in der Partei gestellt worden. Aber: „Es gibt zu wenig junge Menschen, viel zu wenig Frauen und auch zu wenig Deutsche mit einer Einwanderungsgeschichte, die sich in unseren Reihen engagieren.“ Er freue sich über die aktuelle Debatte über Richtung und Erneuerung in der CDU und stehe dabei in der „Mitte“.

Tauber bedankte sich außerdem bei seiner Partei und Bundeskanzlerin Angela Merkel für die Zeit als Parteimanager. „Es war oft anstrengend, fordernd, aber es war zugleich eine große Ehre, meiner Partei, der ich seit über 25 Jahren angehöre, als Generalsekretär zu dienen.“ Am Montagvormittag wurde in Präsidiumssitzung offiziell die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Generalsekretärin vorgeschlagen.

Wenn er an seine Zeit im Amt denke, gehe ihm das Lied „Geile Zeit“ der Band Juli durch den Kopf, schrieb Tauber weiter. Er sei zwar noch bis Dezember dieses Jahres gewählt – allerdings sei ihm bereits vor der Bundestagswahl klar gewesen, dass er dieses Amt nach einer erfolgreichen Regierungsbildung abgeben werde.

Der 43-jährige Hesse war seit Dezember 2013 Parteimanager. Nach der Bundestagswahl musste Tauber wegen einer schweren Krankheit eine längere Zwangspause einlegen.

„Mit großem Dank schaue ich auch auf die Zusammenarbeit mit Angela Merkel zurück, die ich in schwierigen Zeiten unterstützen durfte und die es „ausgehalten“ hat, wenn ich wie zum Beispiel bei der Öffnung der Ehe oder dem Ruf nach einem dringend notwendigen Einwanderungsgesetz eine andere Position als sie vertreten habe“, schrieb der CDU-Politiker. Angela Merkel an der Spitze der Regierung zu wissen, sei ein „Segen für Deutschland“. „Und ich bin stolz darauf, dass ich vier Jahre an ihrer Seite dienen durfte.“

  • dpa
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12 Kommentare zu "Tauber-Nachfolge: Merkel-Vertraute Kramp-Karrenbauer soll neue CDU-Generalin werden"

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  • Was eine Nulpe von Generalsekretöse.

    Die CDU macht genau da weiter, wo das Desaster stehengeblieben ist.

    Die 12 Jahre Merkel sind die schlimmsten, die dieses Land je erfahren hat.

    Hoffentlich kann die Oma Angela am Ende ihrer Tage noch den Deckel draufmachen.

    Absurd !

  • Das ist natürlich ein Paukenschlag!...eine Schritt in die Zukunft! ...ein Generationenwechsel!
    ach übrigens...in China ist gerade ein Sack Reis auf den Fuß eines Lagerarbeiters gefallen....
    Wenn man "neue" Köpfe und "Generationenwechsel" will, sollte man mal Alterstechnisch zumindest unter 50 schauen. Ein paar streitbare Leute wären auch nicht schlecht, um mal etwas Debatte in einige Themen zu bringen...Und Leute mit neuen Ideen oder die mal bestehendes hinterfragen wären doch auch ganz nett.
    Unserem Land geht es aktuell ganz gut....Es geht doch um Entscheidungen, die die nächste Generation betreffen. Die sollten nicht von der alten Garde allein getroffen werden. Wo sind die, um die es letztlich geht?

  • Ich hatte zuerst CDU Gemahlin gelesen, aber Generalin ist natürlich viel besser! Das passt: Zur Rautentapete gesellt sich die eng anliegende Tapete mit Doppelnamen. Das hält Frau Merkel für eine Kernsanierung. Damit ist der nachhaltige Totalausfall der CDU gesichert.

  • Herr Löwenstein, Sie könnten recht haben. Als Generalsekretär muß man schon recht ordentlich verdienen, sonst könnte sich ein P. T. nicht nach so kurzer Betätigungszeit zur Ruhe setzen und bis an sein Lebensende die Freiheit geniessen.

  • Herr Gerald Gantz 19.02.2018, 10:23 Uhr
    Wahrscheinlich sind die Bezüge höher, was anderes kanns ja nicht sein.
    Vorher keine Leistung, hinterher keine Leistung ..dazwischen keine Ideen, als müssen es die höheren Bezüge sein.

  • Als Leibwache für A.M. ist A.K. so gerade noch zu brauchen. Aber, was will sie da? Sie ist doch bestens versorgt und hat im Saarland doch kaum was zu tun. Der Länderfinanzausgleich bringt finanzielle Sorglosigkeit. Also, ich wäre mit diesen Gegebenheiten zufrieden und müßte nicht "noch was werden wollen".

  • Kloni, das C in CDU ist doch der Halbmond oder was erzählt die Vorsitzende vom Islam
    und Deutschland ? Mit dem C ist auch ganz klar für was die Frau Kanzler steht.

  • "Herr Peter Spiegel
    19.02.2018, 09:35 Uhr
    Eine weite graue Maus die Dame, diese islamische Partei scheint personell völlig am Ende."

    Das war natürlich wieder der Spiegel Klon.
    ..."islamische Partei..." was für ein dxxxxx Spruch.

    Aber das Original wird immer erkannt.

  • Der Niedergang Deutschlands ist nicht mehr aufzuhalten, höchsten lässt er sich noch etwas verzögern.

  • Hat im Saarland nix gerissen, somit bestens für die Bundespolitik geeignet, fügt sich nahtlos ins System Merkel ohne Visionen und ohne Tatendrang fürs Land ein.

    Dem Tauber wein ich auch keine Träne nach.

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