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Technik-Radar Deutsche wollen grüne Wirtschaft, aber uneingeschränkt Auto fahren

Die Wirtschaft sollte nachhaltiger produzieren, findet die Mehrheit der Bundesbürger. Aber die Befragten sind selbst nur bedingt zu Einschränkungen bereit.
20.05.2020 - 07:00 Uhr Kommentieren
Die Mehrheit der Deutschen hält Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen für sinnvoll. Quelle: dpa
Rapsfeld in Nordrhein-Westfalen

Die Mehrheit der Deutschen hält Rohstoffe aus nachhaltigen Quellen für sinnvoll.

(Foto: dpa)

Berlin Die Mehrheit der Deutschen ist bereit, zum Schutz des Klimas auch Einschränkungen in Kauf zu nehmen: 59 Prozent der Bundesbürger finden, die Politik sollte Maßnahmen für den Klimaschutz ergreifen, selbst wenn die Wirtschaft darunter leidet. Und gut 70 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die Bundesrepublik sollte beim Thema Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehen. Selbst sind die Deutschen aber nur bedingt zu Einschränkungen bereit.

Zu diesem Ergebnis kommt der Technik-Radar der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) und der Körber-Stiftung. Dafür wurden im August und September vergangenen Jahres gut 2000 Bürger befragt.

Fast drei von vier Befragten sind der Ansicht, dass wir zum Schutz der Umwelt unseren Konsum einschränken müssen. Zugunsten des Klimas tief in Freiheitsrechte einzugreifen – so wie es jetzt in der Coronakrise passiert – halten nur 22 Prozent für gerechtfertigt, knapp 47 Prozent lehnen dies ab. So würde nur rund ein Drittel der Bürger eine Einschränkung des privaten Autoverkehrs begrüßen, ein ähnlich großer Anteil spricht sich für höhere Steuern auf fossile Brennstoffe aus.

Gut drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass Deutschland auch künftig eine starke Industrie braucht. Jeder zweite Bürger fordert aber, dass die Politik der Wirtschaft enge Grenzen setzt, weil sich sonst die Probleme der Zukunft nicht lösen lassen. Bei der Frage, ob der Staat auch die Bürger zu umweltgerechtem Handeln zwingen sollte, halten sich Befürworter und Gegner in etwa die Waage.

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    Ein Schwerpunkt des diesjährigen Technikradars dreht sich um die Bioökonomie, also Produkte, Verfahren und Dienstleistungen, die fossile durch biologische Ressourcen ersetzen oder biologisches Wissen nutzen. So halten knapp 77 Prozent der Deutschen aus Reststoffen und Abfällen gewonnenen Biosprit für eine gute Sache, rund 63 Prozent sprechen sich für staatliche Förderung aus.

    Nachwachsende Rohstoffe

    Allerdings ist die Technik bisher noch nicht so weit, der Großteil der Biokraftstoffe wird aus Ölpflanzen, Getreide oder Rüben gewonnen. Nur ein gutes Drittel der Deutschen erwartet deshalb, dass Biosprit aus Abfällen sich als wettbewerbsfähige Alternative zu konventionellem Kraftstoff erweisen wird.

    Gut drei von vier Deutschen sind der Ansicht, dass die Produktion in Deutschland auf nachwachsende Rohstoffe umgestellt werden sollte. So halten gut 88 Prozent einen Ersatz von herkömmlichem Plastik durch Biokunststoffe für sinnvoll – auch um Deutschland unabhängiger von Erdölimporten zu machen. Nebenfolgen wie Monokulturen oder der verstärkte Einsatz von Genpflanzen werden dabei keineswegs ausgeblendet.

    Die Skepsis gegenüber dem Einsatz grüner Gentechnik in der Landwirtschaft besteht bei den Bundesbürgern unverändert fort. Zwei Drittel der Befragten schätzen die Risiken als hoch oder sehr hoch ein. Eine Gentherapie an Erwachsenen zur Heilung genetisch verursachter Krankheiten finden dagegen 70 Prozent der Deutschen gut. Auf Ablehnung stößt im Labor erzeugtes Fleisch – nur ein Viertel der Bürger kann sich das als Alternative zum herkömmlichen Schnitzel oder Braten vorstellen.

    Mehr: Lesen Sie hier das Interview mit dem Acatech-Präsidenten Karl-Heinz Streibich

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