Terrorgruppe Die sieben Mysterien des NSU-Prozesses

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Der Verfassungsschutz schreddert Akten

3. Mysterium: Der Verfassungsschutz schreddert Akten

Kurz nach dem Auffliegen des NSU vernichtete ein Beamter des Bundesamtes für Verfassungsschutz im November 2011 Akten über Verbindungsmänner (V-Männer) und Kontaktleute in der deutschen Neonazi-Szene. Zwar urteilte die Staatsanwaltschaft Köln später, der beteiligte Beamte habe rechtmäßig gehandelt, dennoch: Die Vernichtung von Beweismaterial zum NSU ist mehr als unglücklich. Zumal ein ehemaliger V-Mann des Verfassungsschutzes, dessen Akten bei der besagten Aktion vernichtet worden waren, später behauptete, die Sicherheitskräfte hätten die NSU-Terroristen bewusst untertauchen lassen.

Überdies äußerte er den Vorwurf, dass der Beamte die Akten gezielt vernichtet habe. So oder so: Die Vernichtung von Akten ist zumindest hochfahrlässig. Dennoch: Handele es sich dabei tatsächlich um eine Verschwörung, so wäre es umso unwahrscheinlicher, dass die beteiligten Beamten ihr Vorgehen penibel in offiziellen Akten dokumentierten.

4. Mysterium: Ein Verfassungsschützer am Tatort

Halil Yozgat stirbt am 6. April 2006 in seinem Internetcafé in Kassel. Der Deutsch-Türke ist das neunte Opfer des NSU. Getötet wird er mit einer Pistole mit Schalldämpfer. Ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes, Andreas T., ist vor Ort. Zur Tatzeit sitzt er nur wenige Meter entfernt im selben Ladenlokal vor einem der Rechner und surft im Internet. Als er fertig ist, legt er brav 50 Cent auf den Tresen und geht.

Von einem Mord will er nichts mitbekommen haben, obwohl Yozgats Leiche hinter dem blutverschmierten Tresen am Boden lag. Bei späteren Befragungen, unter anderem im Münchener NSU-Prozess, versicherte T. gebetsmühlenartig: Er habe nichts gesehen und nichts gehört.

Ist es möglich, dass dem geschulten Auge eines Verfassungsschützers eine Leiche entgeht? Hätte er nicht stutzig werden müssen, als der Inhaber nicht hinter der Ladentheke auftauchte? Diese Fragen stellen sich nicht nur das Gericht und die Angehörigen der Opfer. Bislang: keine Antwort.

Der V-Mann „Corelli“
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3 Kommentare zu "Terrorgruppe: Die sieben Mysterien des NSU-Prozesses "

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  • Die lange Prozessdauer ist ein Zeichen , dass man irgendwann hofft,dass das Interesse an diesen NSU Prozess verloren geht, wie heute schon in der Gesellschaft die kaum noch Kenntnis nimmt. Zum zweiten soll der Verfassungsschutz als Saubermann dastehen ,obwohl ich Glaube dass man in diesem Verein auch vor Mord nicht zurück schreckt. Sollte Beate Zschäpe aussagen ,
    kann es sein, dass sie vorher im Gefängnis durch Selbsmord ermordet wird.

    Aber da sie ihre Anwälte nicht los wird, wird sie auch weiter schweigen.

  • Wenn des wirklich so ist wie HB schreibt " In München wurden direkt nach einem von Böhnhardt und Mundlos nachweislich begangenem Mord stadtbekannte Neonazis in der Nähe des Tatorts beobachtet.", dann wäre es eine Sensation.
    Bis jetzt ist es dem Gericht in München nämlich nicht geglückt auch nur einen einzigen Mord den Uwes nachzuweisen. Es gibt ja an keinem einzigen der 10 Tatorte eine DNA, Fingerabdruck oder sonstigen Beweis für eine Anwesenheit der Uwest. Auch die zahlreichen Augenzeugen beschreiben immer andere Personen als die Uwes. Welche Unterlagen bzw Beweise hat das HB?

  • Danke an HB-online, dass diese Vorfälle auch mal außerhalb der bekannten Blogs präsentiert werden! Es ist zum Staunen und Mitraten.
    Und was die "Verschwörungstheorien" angeht: Die offizielle Version, die uns von den Medien seit Jahren aufgetischt wird, und die schon zu allerlei Stilblüten geführt hat, dürfte von allen Verschwörungstheorien wohl die unwahrscheinlichste sein.
    Beim JFK-Attentat war es auch nicht anders.

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