Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Teure Rechnung Deutsche zahlen immer mehr für Strom

Der Anteil von Steuern und Abgaben an der Stromrechnung wird immer höher. Mittlerweile beträgt er fast die Hälfte. Vor allem die Förderung der Erneuerbaren Energien kostet die Deutschen viel Geld.
11 Kommentare
Die Deutschen müssen für Strom immer tiefer in die Tasche greifen. Quelle: dpa

Die Deutschen müssen für Strom immer tiefer in die Tasche greifen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Deutschen müssen für Strom immer tiefer in die Tasche greifen. So zahlt ein Dreipersonenhaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom im Jahr derzeit 75 Euro im Monat, errechnete der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Das sind sechs Euro mehr als noch 2010. Hauptgrund ist der wachsende Anteil von Steuern und Abgaben. Darauf entfallen laut BDEW allein 34 der 75 Euro im Monat, das entspricht rund 45 Prozent.

Die Summe staatlicher Steuern und Abgaben (Stromsteuer, Ökostrom-Umlage, Mehrwertsteuer, Konzessionsabgabe) beim Strompreis hat sich laut BDEW seit der Liberalisierung 1998 verzehnfacht. Vor 14 Jahren hätten Stromkunden 2,3 Milliarden Euro dafür aufbringen müssen. Heute entfielen 23,7 Milliarden Euro auf Steuern und Abgaben.

Den größten Anteil macht die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien aus. Für die Förderung von Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse sind in diesem Jahr 14,1 Milliarden Euro (2011: 13,5 Milliarden) zu zahlen. Die Umlage konnte nach 3,5 Cent pro Kilowattstunde mit knapp 3,6 Cent aber weitgehend stabil gehalten werden. Preistreibend sind in diesem Jahr vor allem höhere Netzentgelte und Befreiungsregelungen für energieintensive Firmen.

Die Umlage war im Jahr 2000 im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) verankert worden, um den Atomausstieg zu schaffen. Gezahlt wird die Differenz zwischen dem Marktpreis, etwa für eine Kilowattstunde Solarstrom, und dem festen Fördersatz. Ein Beispiel: Derzeit bekommt ein Hausbesitzer mit einer Solaranlage auf dem Dach 24,43 Cent pro Kilowattstunde. Wird der Strom an der Strombörse für 7 Cent verkauft, müssen die Verbraucher 17,4 Cent über die EEG-Umlage bezahlen.

Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl die Förderzahlungen und geben zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert und nachgeholt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Teure Rechnung - Deutsche zahlen immer mehr für Strom

11 Kommentare zu "Teure Rechnung: Deutsche zahlen immer mehr für Strom"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Deutsche zahlen immer mehr für Strom"

    So ist das eben mit dem Jobwunder der GRÜNEN.

    Gibt eigentlich einen vernünftigen Gedanken bei den GRÜNEN seit Bastian und Kelly nicht mehr unter ihnen sind.

  • @margrit117888
    Solche Leute sind aber leider systemrelevant und gehören um jeden Preis gepampert, damit der deutsche Michel deren Ausscheidungen nicht abbekommt. Wo wir schon so nah am Thema sind: Vielleicht sollten wir sie gleich so dick einpacken, dass wir sie in ihrer Sch... liegen lassen können. Deutschland den Deutschen - Euro den Reichen!

  • Es wird in den Konzernen doch nur noch nach dem System gearbeitet, so wie das Geld reinkommt, wird es nach Abzug der Steuern sofort in die Taschen der Manager und Aktionäre verteilt.
    Keine Rücklagen für neue Investitionen, da ruft man nach dem Staat oder wie beim Strom nach den dummen Bürgern. Die Boni der Manager sind wichtiger als Rücklagen Zum Gehälterzahlen brauchen sie dann einen Kredit, so leben ein Großteil deutscher Firmen heute
    Keinerlei kaufm, Denken und Handeln mehr
    So lange so gewirtschaftet wird, mit Zustimmung der Politik, wird sich nichts ändern

  • @ HorstZickler
    Genau so ist es und es liegt wohl daran, dass keiner der Parteifunktionäre weiß, was wirklich gut ist. Hauptsache der Deutsche bleibt in seiner Tretmühle und rennt.

  • Wie bei allem in den letzten 40 Jahren geht zuerst mal die Welt unter, wenn eine Neuerung kommt.Den Lobbyisten ist kein Mittel zu schade, wenns um die Pfründe geht.In den 70ern Tempolimitit in Ortschaften-Weltuntergang,
    in den 80ern Entstickung und Entschwefelung von Kraftwerken-Weltuntergang, Katalysatoreinführung-Weltuntergang,Gebäudeisolierung = Dämmwahn= Weltuntergang,
    Kraft-Wärme-Kopplung im Privathaushalt als vernünftige Lösung zur Netzentlastung und günstiger Regelstrom zusammen mit PV bedeutet Dezentralisierung und damit Gefahr für Monopole = Weltuntergang.
    Die Partikularinteressen unserer "Abgeordneten" verhindern eine überparteiliche Zusammenarbeit um ein ernstzunehmendes Energiekonzept zur Not auch gegen Großstrukturen durchzusetzen.Rößlers Truppe hat bewusst die Gassteuererstattung für Mini-BHKW verschlampt. Sowas hat Methode und wird durch das Energiereferat III beim Wirtschaftsminister, dessen Mannschaft mit Atom und Kohle gewachsen ist, bewusst praktiziert.BHKW-Förderung von Microanlagen wird massiv beschränkt, obwohl der Fördertopf nur zu einem Fünftel ausgeschöpft wurde.Diese Regierung hängt zu sehr an den Rockschößen der Monopolisten; die SPD an der Kohle, die Union und FDP am Atom.Von keiner der etablierten Parteien fühle ich mich wirklich vertreten.

  • Na das will hier aber keiner hören. Hier soll doch um die Gewinne der Energiekonzerne gebangt werden!

    Wer sich deren Gewinnentwicklung ansieht, den stören die EE nicht mehr! Die haben gleich noch die im Strompreis ausgewiesenen Kosten fürs Netz mit als Gewinne verprasst!!
    Das stört hier offensichtlich niemand.
    Da wird jetzt wieder beim Steuerzahler um Geld gebettelt!

  • Die Kosten stiegen vor dem Atomausstieg genauso! Wir haben immer brav Netzumlage bezahlt und die Energiekonzerne haben diese Gelder verprasst!! Deshalb haben wir heute marode Netze!

  • Bei der Sorge um die Kosten der Energiewende sollte man sich die Abrechnungen der Stromversorger mal genau ansehen. Eventuell liegt die festgestellte Kostenexplosion daran, dass der Strom aus Erneuerbaren doppelt verkauft wird. Zur Verdeutlichung folgendes Beispiel:
    Laut meinen Stromzähler verbrauche ich sagen wir 1.000kWh Strom im Jahr. Dafür stellt mir mein Stromversorger eine Jahresabschlussrechnung über 1.000kWh. Der Strompreis enthält neben Steuern, Netzentgelt und Konzession auch die Umlagen für Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und für Erneuerbare Energien (EEG). Der Strom, den die KWK und die Erneuerbaren liefern, wird aber nicht von meinem Stromversorger an mich geliefert, sondern von den Netzbetreibern im Zuge der Stromdurchleitung ins Netz eingeschleust. Wenn der Anteil KWK und Erneuerbare sagen wir zusammen 15% des bezogenen Stroms beträgt, dann hat mir mein Stromversorger demnach eigentlich nur 850kWh geliefert und der Netzbetreiber 150kWh. Diese 150kWh werden über die Umlagen bezahlt, weil die Betreiber von EEG und KWK-Anlagen ihre Vergütung vom Netzbetreiber, also aus den Umlagen, erhalten. Dennoch muss ich meinem Stromversorger 1.000kWh Strom bezahlen, obwohl sein Anteil nur 850kWh beträgt. Die tatsächliche Stromproduktion der Stromversorger liegt also um den Anteil der EEG und KWK-Anlagen niedriger. Es wird aber so abgerechnet, als ob die Stromversorger den gesamten Strom produziert haben.

  • Genau das wollen unsere Politiker. Die Deutschen sollen auf Strom verzichten und Steuern nur noch für die Verschwendungssucht der Politiker zahlen!

  • Trotz dieser Kostensteigerung pro Kilowattstunde sind die Stromkosten unseres Haushalts (4 Personen) seit 2007 durch die Anschaffung neuer Elektrogeräte und Glühbirnen seit 2007 stetig gesunken.

    Allerdings hat das ca. 5000 Euro gekostet...

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote