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Thomas de Maizière Der Aufstieg des Merkel-Flüsterers

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Loyal gegenüber seinen Chefs und anständig zu seinen Untergebenen ist er eher an konkreter Problemlösung denn an martialischer Selbstdarstellung interessiert. Ganz im Gegensatz zu seinem Vor-Vorgänger im Amt, Otto Schily (SPD), der sich wie im vordersten Schützengraben der Demokratie wähnte, und zu seinem direkten Vorgänger, Wolfgang Schäuble, der im Internet ein ums andere Mal virtuelle Fronten gegen das Böse der Welt eröffnete, hält es der gebürtige Rheinländer von französisch-hugenottischer Herkunft lieber mit dem deutschen Philosophen Georg Friedrich Hegel, der wusste: "Die Wahrheit ist konkret."

Schon deshalb kann der Innenminister mit der Fanfare des Alarmismus in Sachen Terrorismus "Es herrscht eine abstrakt hohe Gefährdung!" nichts anfangen. Mit abstrakten Gefahren will er die Bürger nicht einschüchtern. De Maizière war stets ein Minister der ruhigen Hand, im Bund wie auf Landesebene. So gewann er Merkels Vertrauen. 1990 hatte er im Rang eines Staatssekretärs die letzte DDR-Regierung unter seinem Cousin Lothar de Maizière beraten und gehörte zur Verhandlungsdelegation für den deutsch-deutschen Einigungsvertrag. Merkel war damals stellvertretende Regierungssprecherin Lothar de Maizières.

Die Stationen des 56-Jährigen klingen wie ein politischer Jakobsweg zur Vollendung der deutschen Einheit: Er war Staatssekretär und Kanzleichef in Mecklenburg-Vorpommern (1990-1998), Kanzleileiter und Finanzminister in Sachsen (1999-2002), Staatsminister der Justiz in Sachsen (2002-2004), danach Innenminister bis November 2005.

Dass er die Hand der Macht sehr wohl entschieden einsetzen kann, haben seine Jahre als Kanzleramtschef, als Merkels Organisator der Macht, unter Beweis gestellt. Von Ende 2005 bis 2009 steuerte er die befreundete Politikerin pannenfrei durch die Wirrnisse der hohen Politik. Er beriet sie bei der Föderalismusreform, der Gesundheitsreform und auch bei der Koordinierung des G8-Gipfels in Heiligendamm im Jahr 2007.

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4 Kommentare zu "Thomas de Maizière: Der Aufstieg des Merkel-Flüsterers"

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  • ...und Frau Merkel nebulös. Wer da nicht mitspielt hat schlechte Karten.
    Die biografie des Herrn de Maiziere ist glatt, wenn da nicht die frühe (1990)Parteinahme für Merkel aus dem Hause Kasner wäre. Was hat den so ordentlich erscheinenden de Maiziere bewogen, eine "unbekannte" FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda und offenkundige iM, Tarnname iM Erika, für eine wesentliche Schaltstelle in der Politik zu empfehlen? Geht die persönliche bekanntschaft auf den mehrtägigen bRD-besuch Merkels im Jahr 1986 zurück?
    Über 3.000 inoffizielle Mitarbeiter der Stasi tummelten sich zur Maueröffnung in der bRD. im Jahr 1990 gab es zwei Attentate auf deutsche Spitzenpolitiker. Und erstaunlicherweise gibt es bei den Stasiakten ein großes Loch, wo gar keins sein dürfte. Peter-Michael Diestel, ehemals DDR-innenminister unter Lothar de Maiziere (iM Czerni) und damaliger Herr "aller" Stasiakten, ist ein besonderer Kenner der Materie. Er meint, die wirklich wichtigen Akten wurden rechtzeitig ausgeräumt. Wofür? Wer sind die Aufsteiger?

    Haben so viele Spitzenpolitiker geschmissen, um nicht noch als geistesverwirrt abgestempelt zu werden?
    Hier kann man nur allerhöchste Vorsicht empfehlen.
    Vielleicht sollte Schäuble selbst seinen Nachfolger bestimmen.

  • Sollte es Menschen geben, die mehr über iM Erika erfahren wollen. Hier der Link zu ihrer Vergangenheit: http://brd-schwindel.com/ist-angela-merkel-stasi-mitarbeiter-gewesen/

  • Jawohl de Maizières der Mann mit dem wirren blick wird unsere Finanzen schon in Unordnung bringen. Ein Feigenblatt für die schlechte Politik von iM Erika. Herr de Maizières wollten Sie so tief sinken oder hatten Sie keine andere Wahl? Hat iM Erika ihnen befohlen das Amt anzunehmen? Für diese inoffizielle Mitarbeiterin im ehemaligen SED-Staat würde ich keinen Finger krumm machen. Dann lieber Hartz4.

  • Ja, die de Maizières - treue Diener des deutschen Staates, ob West oder Ost. Und vielleicht mit engen Verbindungen zur Familie Kasner.