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Thomas Schäfer Große Bestürzung über den plötzlichen Tod von Hessens Finanzminister

Der CDU-Politiker hat sich offenbar das Leben genommen. Ministerpräsident Bouffier sagte, er müsse davon ausgehen, dass Schäfer unter der Coronakrise gelitten habe.
29.03.2020 - 15:51 Uhr Kommentieren

Bouffier zum Tod von Thomas Schäfer: „Ihn haben die Sorgen erdrückt“

Berlin Als Hessens Finanzminister war Thomas Schäfer ein Zahlenmensch. Der 54-Jährige hatte aber auch eine humorvolle Seite, war nie um einen Spruch verlegen, auch nicht auf eigene Kosten. Stolz führte er etwa Gästen in seinem Ministerbüro in Wiesbaden seine Sammlung von Hundefiguren aus Keramik vor. „Das ist eine Sammelleidenschaft, die meine Frau leider nicht teilt“, schmunzelte er dann.

Auch als Schäfer am Donnerstag den Corona-Schutzschirm seines Landes vorstellte, wirkte er so, wie ihn alle kannten. Zupackend, umsichtig und sich selbst nicht zu sehr in den Mittelpunkt stellend. Schäfer tat das, was notwendig war, und stemmte sich mit allen Mitteln gegen die Krise.

Fassungslos und geschockt reagierten daher Politiker am Samstag auf die Nachricht vom völlig überraschenden Tod Schäfers. Der Politiker hat sich offenbar das Leben genommen. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sagte bestürzt, er müsse davon ausgehen, dass Schäfer die Sorgen wegen der Coronakrise „erdrückt hätten“.

In die Landespolitik war Schäfer 1999 eher zufällig geraten. Seinem Freund Christian Wagner hatte er versprochen, für ihn zu arbeiten, sollte die CDU die Landtagswahl gewinnen, womit damals niemand rechnete. Doch die CDU gewann, Wagner wurde Justizminister. Schäfer hielt Wort und kündigte seinen Job bei der Commerzbank.

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    Schnell stieg er in der Landesregierung auf, 2009 erlangte er bei der Opel-Sanierung erstmals größere Bekanntheit. 2010 übernahm er das Finanzministerium, zehn Jahre später war er der dienstälteste Finanzminister der Republik und koordinierte die CDU-regierten Länder bei heiklen Reformen wie der Grundsteuer oder der föderalen Finanzbeziehungen. Dabei verhandelte er hart, war aber stets auch um Ausgleich bemüht. Der Friedrich-Merz-Anhänger war für viele ein Konservativer im besten Sinn. Ideologie war Schäfer fremd. Politik hieß für ihn, Lösungen für die Probleme der Menschen zu finden.

    Der vielleicht größte Wurf Schäfers ist die Entschuldung seiner Kommunen – die „Hessen-Kasse“ gilt heute als Blaupause für andere Länder. Diese Erfolge, aber auch sein verbindliches Auftreten und sein enormer Fleiß verschafften Schäfer parteiübergreifend hohes Ansehen. Längst galt er als Kronprinz Volker Bouffiers für das Amt des hessischen Ministerpräsidenten. Mit SPD-Chef Norbert Walter-Borjans verband Schäfer eine Art Freundschaft, Walter-Borjans war Gast auf Schäfers Party zum 50. Geburtstag.

    Bestürzt reagierten Politiker aller Parteien auf den Tod Schäfers. „Wir verlieren mit ihm eine herausragende Persönlichkeit“, sagte Bouffier. Landtagspräsident Boris Rhein schrieb, Schäfer „fehle schon jetzt“. Schäfer hinterlässt Frau und zwei Kinder.

    Hinweis: Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

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