Thüringen Wahldrama in drei Akten

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Lieberknecht sagte nach dem Fehlstart, es sei nichts selbstverständlich und man müsse in der Politik immer auf alle möglichen Fälle vorbereitet sein. Die Landesverfassung sehe nicht ohne Grund gegebenenfalls drei Wahlgänge vor. Zugleich versprach die evangelische Theologin, sich mit voller Kraft für Thüringen einzusetzen, um für das Land und seine Bürger mehr zu erreichen. Die neue Regierung werde sich an den Aussagen des Koalitionsvertrags messen lassen.

Die Bundes-CDU gratulierte Lieberknecht zu ihrer Wahl. Die Ministerpräsident habe "die Erfahrung und die Kraft, das Land klug und sicher in eine gute Zukunft zu führen", sagte der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe. "Die CDU wünscht Christine Lieberknecht bei den anstehenden Herausforderungen Erfolg, das stets notwendige Quäntchen Glück und insbesondere Gottes Segen." Thüringen und seine Ministerpräsidentin könne sich auf die volle Unterstützung der CDU Deutschlands verlassen.

Der Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi sieht die Thüringer SPD durch das Abstimmungsdebakel bereits zum Auftakt des Bündnisses mit der Union geschwächt. "Die Koalition konnte im Landtag in den ersten beiden Wahlgängen nicht einmal ihre Mehrheit für die eigene Kandidatin gewinnen", sagte Gysi. Es sei zu vermuten, dass SPD-Abgeordnete der schließlich im dritten Anlauf gewählten Lieberknecht zunächst die Stimme verweigert hätten. "Hier wurde zusammengepackt, was nicht zusammen gehört", sagte Gysi über die schwarz-rote Koalition in Erfurt. Der SPD - Landesvorsitzende Christoph Matschie sei bereits belastet. Gysi hatte in Thüringen auf eine Koalition der Linken mit der SPD gesetzt. Das Bündnis mit der CDU wird die Sozialdemokraten seiner Ansicht nach bei der nächsten Landtagswahl weiter schwächen.

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth sieht in dem holprigen Start für Lieberknecht den Beweis für die Instabilität der CDU/SPD-Koalition. "Die zwei Abstimmungsniederlagen für Schwarz-Rot in Thüringen sind das Gegenteil eines Aufbruchssignals nach dem Ende der Ära Althaus", sagte Roth. "Sie zeigen, wie brüchig eine Koalition ist, die den Farben nach früher einmal große Koalition genannt worden wäre." Lieberknecht starte deutlich geschwächt. Auch der SPD-Landeschef Christoph Matschie sei angeschlagen.

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