Tillich zu Fremdenfeindlichkeit „Ohne Weltoffenheit wird die Zukunft keine gute sein“

Wegen der fremdenfeindlichen Vorfälle in Sachsen steht die Regierung des Landes in der Kritik. Ministerpräsident Tillich kontert die Vorwürfe und fordert einen breiten gesellschaftlichen Aufstand gegen den rechten Mob.
23 Kommentare
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, die CDU trage eine Mitschuld an der fremdenfeindlichen Stimmung im Land. Quelle: dpa
Ministerpräsident Tillich

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, die CDU trage eine Mitschuld an der fremdenfeindlichen Stimmung im Land.

(Foto: dpa)

BerlinLange hat der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) zu den neuen ausländerfeindlichen Vorfällen in Sachsen geschwiegen – für manche zu lange. Nachdem der Druck auch von Seiten der Wirtschaft immer größer wurde, ging der CDU-Politiker am Dienstag in die Offensive. Nach einer Kabinettssitzung in Dresden versuchte er mit markigen Worten deutlich zu machen, dass er den Ernst der Lage durchaus verstanden hat. „Ohne Weltoffenheit in Sachsen wird die Zukunft keine gute sein“, sagte Tillich.

Diese Weltoffeneinheit hat durch die jüngsten Ereignisse in Clausnitz und Bautzen empfindliche und für den Standort Sachsen gefährliche Kratzer bekommen. In Clausnitz hatten rund 100 Demonstranten ankommende Flüchtlinge angefeindet. Beim vermutlich absichtlich gelegten Brand einer Flüchtlingsunterkunft in Bautzen war die Feuerwehr von einer johlenden Menge beim Löschen behindert worden.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer fürchtet, dass Deutschland insgesamt Schaden nehmen könne. „Es muss selbstverständlich sein, dass Asylsuchende in Deutschland unabhängig von ihrer Bleibeperspektive mit Respekt behandelt werden“, sagte er. Zuvor hatte der Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden, Detlef Hamann, im Handelsblatt vor negativen Auswirkungen auf den Standort Sachsen gewarnt.

Auch die deutsche Chipindustrie ist alarmiert. Sachsen ist traditionell das Mekka der Halbleiterindustrie in Deutschland. Rund 50.000 Menschen arbeiten dort in der Branche, Infineon und der arabische Auftragsfertiger Globalfoundries unterhalten hier wichtige Werke. „Die Schlagzeilen, die jeden Tag auf uns als Bürger und Unternehmer einprasseln, machen ziemlich klar, dass wir ein Problem haben. Das ist eindeutig“, sagte Heinz Martin Esser, Präsident des regionalen Branchenverbands Silicon Saxony.

Tatsächlich leidet die Wirtschaft in dem Bundesland schon. Wie eine jüngste Zahlen beweisen, sind die Touristenzahlen für Dresden erstmals nach sechs Jahren rückläufig. Im vergangenen Jahr gingen die Übernachtungen um 3 Prozent auf 4,3 Millionen zurück, bei den Ankünften gab es ein Minus von 2,3 Prozent. Bettina Bunge, die Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH (DMG), sprach am Dienstag von einem "Pegida-Effekt" und einem Imageverlust für die sächsische Landeshauptstadt aufgrund der fremdenfeindlichen Parolen. Das habe auch eine repräsentative Markenstudie gezeigt.

„Den verbrecherischen Vorfällen Einhalt gebieten“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Tillich zu Fremdenfeindlichkeit - „Ohne Weltoffenheit wird die Zukunft keine gute sein“

23 Kommentare zu "Tillich zu Fremdenfeindlichkeit: „Ohne Weltoffenheit wird die Zukunft keine gute sein“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Erklären sie es dann bei nä. Wirtschaftsabschwung dem Volk, wenn bis dshin die Schlange noch länger wird und die Schaffer der Nation dann die Abgaben vielleicht nicht mehr aufrecht halten können, weil sie nun selbst anstehen müssen.
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Dem Volk wird man dann nichts erklären müssen, denn dann fliegen die Fetzen.

    Aber sie dürfen beruhigt sein, denn genau das soll kommen. So ist der Große-Plan und darum wird es auch so kommen. Und dann wird man die Eindringlinge (Flüchtlinge) im Sekundentakt mit Großraumraumflugzeugen ausfliegen.

    Alles läuft ab nach einem Plan, denn so wie WIR die DDR derzeit zu Fall gebracht haben, werden WIR das aussterben der Deutschen beenden. Und wenn das Zuchtprogramm angestoßen ist, ist der Job der arabischen Hengste beendet.

  • Interessant an Köln war auch, das ALLE Medien bei den Tätern keinesfalls von Flüchtlingen sprachen, sonder diese umständliche Formulierung mit den "arabisch und nordafrikanisch aussehenden Menschen" gebraucht haben. Das Wort Flüchtlinge sollte ausschließlich positiv besetzt bleiben.
    Bezüglich Sachsen haben sich ja alle sofort auf das schöne deutsche Wort "Mob" verständigt.

    Ich grüße den Mob!


  • @ Bernhard Kaiser

    Doch, der Heimleiter wurde gefeuert!

  • Herr Grutte Pier23.02.2016, 18:03 Uhr

    Brandstiftung und Bedrohung der Flüchtlinge sind selbstverständlich abzulehnen.
    ----------------------------

    Stimmt, aber warte mal ab, was sein wird, wenn noch 10 Mio Eindringlinge dazu gekommen sind.


  • Dazu gehört auch Vertrauen in die Medien:

    Nachdem das ZDF bereits die Meldung über die Übergriffe in Köln tagelang unterdrückt hatte, hat nun gestern Abend auch sein kleiner Spartensender 3SAT die Berichte zu Clausnitz manipuliert.

    Sieht man im Original noch eine Asylbewerberin, wie sie die Stimmung des Gesindels von außerhalb weiter anheizt und gegen die Innenseite der Windschutzscheibe rotzt, wurde dies von 3SAT in "Kulturzeit" um 19.30 Uhr herausgeschnitten.

    Danach konnte man nur noch sehen, wie die Frau mit dem Oberkörper ausholt und dann: "Schnitt"!

    "Mit dem Zweiten sieht man besser"??

  • Herr Tillich,

    es ist umgekehrt. Wer es genauer wissen möchte sollte sich die Schlangen in den Jobcentern ansehen.

    Vor allem sollte man sixh ansehen, wer da steht.

    Die Ägide der Politiker haben in den letzten Jahrzehnten Multikulit gelobt. Kann man tun. Aber man sollte sich nicht wundern, dass sie in dieser Schlange im Jobcenter diese nun Hulitkultis die Hand aufhalten. Und diese Anzahl ist schon lange nicht unbdeutend.

    Solange Deutschlands Wirtschaft läuft, scheinen die Transferleistungen gut genutzt werden zu können.

    Erklären sie es dann bei nä. Wirtschaftsabschwung dem Volk, wenn bis dshin die Schlange noch länger wird und die Schaffer der Nation dann die Abgaben vielleicht nicht mehr aufrecht halten können, weil sie nun selbst anstehen müssen.

    Dann heißt es wieder die kranke Frau (Mann) Europas. Ob es Frau heißt, bezweifle ich.




  • Das Problem ist doch noch ein ganz anderes: Der Leiter der privaten Firma, die das Flüchtlingsheim betreibt wurde erst vor kurzem ernannt - von wem eigentlich? Doch wahrscheinlich vom Regierungspräsidium, also von der Landesregierung, Herr Tillich! - ist bekanntermaßen ein AfD-Mitglied, also nicht gerade links-lastig, und der Protest wurde, oh Wunder, von seinem Bruder!, wohl auch AfD-Mitglied, organisiert und die Frage ist, woher und von wem der Bruder wusste, wann der Bus mit Flüchtlingen eintreffen wird, denn das war angeblich nur einem engen Führungskreis, sprich dem Heimleiter und Vertretern des RP, bekannt! Von einer Entlassung des Heimleiters habe ich bisher noch nichts gehört! Herr Tillich, als oberster Dienstherr des Regierungspräsidiums und damit verantwortlich für die Einsetzung eines Heimleiters mit eindeutig fremdenfeindlichem Hintergrund, treten Sie zurück und zwar umgehend!!!

  • Herr Marc Otto@ Wir wollen besser leben, also behalten Sie Ihre Araber und nehmen Sie zur
    zur Kenntnis, daß in einem überbevölkerten Land, jeder natürliche Abgang ein Gewinn ist.
    Also Herr Otto, weniger Leute mehr Wohlstand und wenn es Ihnen nicht gefällt, in Ägypten
    ist es richtig eng. Ziehen Sie um.

  • So viele Beschimpfungen, Verurteilung und Entrüstung gegenüber den "Tätern"
    gab es nach der Kölner und anderer Städte Silvesternacht nicht. Da wurde von den Tätern elegant abgelenkt, indem immer wieder deren soziale Situation, die mangeln-de Perspektive, die mangelnde Polizeipräsenz, etc. thematisiert wurde.

  • @Bürger
    Stanislav Tillich benutzt bewußt diesen Begriff. Denn christliche Nächstenliebe kann er nicht meinen, in einem Bundesland dessen deutsche Bürger zu 80% keine Christen sind, ebenso wie in fast allen anderen "neuen" Bundesländern. Man kann neben allen bildungspolitischen Versäumnissen, von denen in den letzten Tagen die Rede ist, durchaus auch mal die Diskussion darüber eröffnen, ob eine fehlende christliche Prägung, nicht auch Ursache für dieses abscheuliche Verhalten sein könnte. Guten Abend!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%